Opfer der Schnüffelei von Auskunfteien
So etwas ist Karl L. noch nicht passiert. Er wollte einfach nur eine Haftpflichtversicherung abschließen, bei der Cosmos-Direkt-Versicherung.
Ein ganz normales Anliegen, dachte er sich. Doch die Versicherung lehnte ab.
Das musste ein Versehen sein, vermutete L., war er als angehender Beamter doch gewohnt, dass ihm Banken und Versicherungen eher zu viel verkaufen wollten als zu wenig.
Er fragte bei Cosmos Direkt nach. Kein Versehen. Der Kundenservice machte ihm klar, dass er nicht gewollt sei.
Auskünfte einer gewissen Infoscore Consumer Data GmbH hätten den Ausschlag gegeben.
Der Berliner ist Opfer der Datengier von Versicherungen, Banken, Telefonkonzernen, Versandhändlern, Energieversorgern und Wohnungsgesellschaften.
Sie durchleuchten vor jedem Geschäftsabschluss die potenziellen Kunden. Es interessiert alles, was auf eine schlechte Zahlungsmoral hindeutet. (more…)
Klagen gegen Unternehmen in Milliardenhöhe zugelassen
Dienstag Mai 13th 2008, 4:32 pm
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Tagesthemen
Das Oberste US-Gericht hat am Montag den Weg für milliardenschwere Entschädigungsklagen durch die Opfer des Apartheid-Regimes freigemacht.
Die Sammelklagen richten sich gegen über 50 Konzerne, darunter auch die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse.
Die Kläger fordern über 400 Mrd. Dollar Entschädigung.
Sie argumentieren, dass die Unternehmen durch ihre Unterstützung des Apartheid-Regimes der Rassentrennung in Südafrika internationales Recht verletzt hätten.
Vier der obersten US-Richter hatten sich im Fall für befangen erklärt, da sie Aktien der betroffenen Firmen besitzen. Eine beschlussfähige Mehrheit wurde daher nicht erreicht.
Das Gericht bestätigte jedoch mit einer Anordnung die Entscheidung eines New Yorker Berufungsgerichts, welches die bereits 2002 eingereichten Klagen zuvor wieder eingesetzt hatte.
US- und ausländische Konzerne hatten darauf vor dem Obersten Gericht Berufung eingelegt, die US-Regierung sowie verschiedene Wirtschaftsverbände unterstützten den Schritt.
Nun wird die Angelegenheit erneut auf Bundesebene verhandelt.
Die Sammelklagen wurden von drei verschiedenen Gruppierungen im Namen aller Menschen eingereicht, die zwischen 1948 und 1994 in Südafrika lebten und Opfer der Rassentrennung wurden.
Die UBS äusserte sich enttäuscht, dass das oberste US-Gericht keine beschlussfähige Mehrheit erreichen konnte.
Dagegen freut sich die Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im Südlichen Afrika (KEESA) über den richterlichen Entscheid.
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Quelle: sda