Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft
Die ersten Konjunkturdaten des neuen Jahres haben der Sorge vor einer schweren Weltrezession neue Nahrung gegeben.
Die am Freitag veröffentlichten Stimmungsindikatoren der Industrieunternehmen stürzten weiter ab – ob in den USA, Deutschland, Euroland, Russland oder China.
Die Einkaufsmananger-Indizes beruhen auf Umfragen bei großen Unternehmen, die nach ihrer Auftragslage, Produktion, Beschäftigung sowie der Lagerhaltung befragt werden.
Sie gelten als treffsichere Frühindikatoren, um den Verlauf der Konjunktur vorherzusagen. Werte unter 50 Punkten deuten auf eine Schrumpfung der Wirtschaft hin, Werte darüber auf eine Expansion.
In den USA sanken die Geschäfte so stark wie seit 1980 nicht mehr.
Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel auf 32,4 von 36,2 Punkten im Vormonat. Experten hatten nur mit einem Rückgang auf 35,5 Punkte gerechnet. Eine schnelle Erholung der US-Industrie ist nicht in Sicht, denn die Neuaufträge gingen so stark wie nie zuvor zurück.
In Euroland sah es nicht besser aus.
Dort sank die Stimmung in den Industrie-Unternehmen auf das tiefste Niveau seit elf Jahren, als das Forschungsinstitut Markit damit begann, die Umfrage zu starten. Der Index fiel auf 33,9 Punkte. Noch pessimistischer äußerten sich die deutschen Firmen.
Hierzulande gab der Index gegenüber November um drei Punkte auf 32,7 Zähler nach. Damit belegt Deutschland im Kreis der größten Euro-Länder vor Spanien den vorletzten Platz. Bereits jede vierte Firma hat nach Angaben der Experten Stellen gestrichen.
In Russland verzeichnete der Einkaufsmanager-Index den fünften Rückgang in Folge und rutschte ebenfalls auf das tiefste Niveau seit elf Jahren. Damals begann die VTB Bank Europe die Daten zu ermitteln. Der Index gab stärker nach als während der russischen Finanzkrise im Jahr 1998, als der Rubel massiv abwertete und Russland seinen Schuldendienst aussetzten musste.
Auch China und Indien meldeten düstere Konjunkturdaten.
Der Industriesektor in China, der knapp die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht, steht nach Einschätzung der Investmentbank CLSA vor der Rezession: Die Umfrage unter Einkaufsmanagern ergab, dass Produktion und Stellen im Dezember im Rekordtempo abgebaut wurden.
“Es ist besorgniserregend, dass die Export-Schwäche so rasch auf die inländischen Sektoren übergreift”, heißt es in einer Analyse der OCBC Bank in Singapur. Damit schwindet die letzte Hoffnung, nämlich, dass die Bric-Staaten für die schwächelnde Nachfrage der westlichen Länder in die Bresche springen.
Bric steht für Brasilien, Russland, Indien und China, große, bis vor kurzem rasant wachsende Volkswirtschaften.
Ihr Vorteil: Ein großer Binnenmarkt mit einer konsumfreudigen Bevölkerung, die noch enormen Nachholbedarf im Vergleich zu den westlichen Staaten hat. Doch nun sind auch diese Länder mit steigender Arbeitslosigkeit konfrontiert.
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Quelle: R.Heusinger
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menschen stumpfen ab wenn sie immer dinge hören, die sich wiederholen. selbst wenn diese dinge sehr beunruhigend sind und wenn sie eigentlich einen selber treffen könnten. eine pleite und insolvenz nach der anderen. firmenschließungen, entlassungen oder die nachrichten vom krieg- 23 tote und 4 selbstmordattentäter in bagdad und ganz ehrlich, wer hört noch hin. der große knall kommt noch.
Kommentar von Madeleine 01.03.09 @ 9:15 am