Vorsicht beim Wechsel der Krankenkasse
Dienstag Juli 01st 2008, 3:41 pm
Abgelegt unter: Verbraucherschutz, Versicherung

Von dieser Woche an wollen einige Krankenversicherungen Kasse machen.

So hat die Gmünder Ersatzkasse (GEK) ihren Beitrag zum 1. Juli von 13,9 auf 14,3 Prozent angehoben.

Auch die Versicherten der Hamburg-Münchener Krankenkasse müssen jetzt mehr zahlen, der Beitrag steigt von 14,7 auf 15,5 Prozent.

Wer sich jetzt mit einem Wechsel an eine Kasse bindet, spart zwar bis Jahresende 2008 ein paar Euro bei seinem monatlichen Beitrag”, sagt Stefan Etgeton vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

„Zugleich verbaut er sich aber die Chance darauf, bereits im Jahr 2009 auf den veränderten Markt reagieren und in eine für ihn günstigere Kasse wechseln zu können.“

Grundsätzlich lässt sich aber durch einen Wechsel der Krankenkasse Geld sparen.

Denn vor allem einige kleinere Krankenkassen bewegen sich mit einem Beitragssatz in einer anderen Liga als die großen Kassen.

Bundesweiter Preisführer ist derzeit die IKK-Direkt mit Sitz in Kiel, die einen allgemeinen Beitrag von 12,4 Prozent verlangt.

Zum Vergleich: Die bundesweit teuerste Kasse, die KTP-BKK, kassiert 15,6 Prozent.

Hebt eine Kasse den Beitrag an, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Dann können sie innerhalb einer Frist von zwei Monaten der bisherigen Kasse kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln.

„Das ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr ratsam”, sagt Stefan Etgeton vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Denn die Versicherten sind dann zu unflexibel – und können zunächst nicht auf die neuen Regeln rund um den Gesundheitsfonds reagieren.

Er startet im Januar 2009 – und damit ein teilweise völlig neues System für Versicherte.

Die wichtigste Änderung wird der gemeinsame Beitragssatz sein, der für alle Kassen gleichermaßen gelten wird. Experten rechnen mit einem Satz von 15 oder 15,5 Prozent.

Die Idee der Gesundheitspolitiker ist nun, dass die Kassen grundsätzlich mit diesem Geld wirtschaften müssen. Klamme Kassen, denen die Beitragseinnahmen nicht ausreichen, dürfen von ihren Mitgliedern eine zusätzliche Gebühr verlangen – allerdings nicht mehr als ein Prozent des Einkommens.

Versicherer, die clever wirtschaften, jüngere und damit gesündere Mitglieder haben und ein Plus erzielen, können im Gegenzug Prämien an ihre Mitglieder ausschütten.

„Das soll für Wettbewerb der Kassen untereinander sorgen”, sagt Etgeton. Geht der Plan der Gesundheitsreformer auf, dann wird sich ab 2009 der Wettbewerb verschärfen.

„Es könnte sein, dass einzelne Kassen bereits ab November 2008 mit Prämienauszahlungen werben”, sagt Etgeton.

Die Fachleute bei der IKK-Direkt rechnen derzeit mögliche Bonuszahlungen durch. „In der Planung haben wir eine Prämie von mindestens zehn Euro im Monat”, sagte IKK-Direkt-Chef Ralf Hermes.

Wie hoch die Zahlung tatsächlich ausfällt, lässt sich derzeit allerdings noch nicht sagen. Die Gesundheitspolitiker legen den endgültigen Einheitssatz erst im Herbst fest.

Erst dann können die Kassen ihre Einnahmen seriös kalkulieren.

Wahrscheinlich sind nach Start des Gesundheitsfonds viel mehr Zusatzangebote – etwa Spezialprogramme für Diabetiker oder bei alternativen Heilmethoden.

Verbraucher können dann die aus ihrer Sicht günstigste Kasse wählen, wenn sie ihrer bisherigen Kasse mindestens 18 Monate angehört haben.

Diese „Bindungsfrist” gilt auch nach 2008 weiter. Nur bei einer Beitragserhöhung kann der Versicherte über das Sonderkündigungsrecht vorzeitig seinem Krankenversicherer den Rücken kehren.

Die Einführung des Einheitssatzes im Januar 2009 für alle Kassen löst jedoch kein Sonderkündigungsrecht aus, so Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern.


Quelle: J.Kielmann




3 Kommentare so far
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Richtig
Es ist eigentlich ein Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz, ein Betrug!
Doch ab 1.1.2009 werden alle Kassen den gleichen Grundbetrag kassieren (15,5%)Hier werden sie sich nur in einem unterscheiden: wieviel sie evtl. zusätzlich verlangen. Denn das dürfen sie wenn sie mit den 15.5 % nicht hinkommen. Und das wird schnell erreicht werden! Da hat der Gesetzgeber entweder geschlafen oder ganz bewusst betrogen. Naja: Ulla Schmidt. Der Name bürgt für “Qualität”.
Brendle

Kommentar von Brendle 07.02.08 @ 1:08 pm

Ich glaube auch dass die Kassen generell einen Weg finden werden, den limitierten Grundbetrag andersweitig aufzustocken. In den meisten Fällen ist es nur eine Frage der Definition. Gesetze lassen sich biegen. Es lohnt also erst ab 2009 ein Vergleich.

Kommentar von Heinrich 07.11.08 @ 8:59 am

Die Frage ist auch ob sich die Situation soweit entwickelt, dass die Kluft zwischen den Gesetzlichen und der PKV etwa kleiner wird…

Kommentar von PKV 07.15.08 @ 6:46 am



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