Fondskauf über die Börse
Donnerstag November 13th 2008, 10:19 am
Abgelegt unter: Fonds

Im Zuge der Abgeltungsteuer schichten viele Sparer bis Jahresende Gelder in Fonds um.

Bei großen Summen können die Gebühren in die Höhe schnellen.

Mit dem Fondskauf über die Börse können Anleger kräftig sparen.

Der Fondshandel über die Börse ist heute fast an jedem Börsenplatz möglich. Anleger brauchen lediglich als Handelsplatz die entsprechende Börse wählen, etwa Hamburg, München oder Stuttgart.

Möglich ist auch der Handel über das vollelektronische Handelssystem Xetra der Deutschen Börse AG Frankfurt. Über 3.000 Publikumsfonds sind hier käuflich.

Der Vorteil des Börsenhandels gegenüber dem Fondskauf bei der Investmentgesellschaft besteht in der hohen Geschwindigkeit.

Während der Kauf über die Fondsgesellschaft bis zu zwei Tage dauern kann, werden Fondsanteile an der Börse innerhalb weniger Sekunden an- und verkauft.

Zudem entfällt der beim Fondskauf der übliche Ausgabeaufschlag. Kostenlos ist die Börsenorder aber nicht: Es fallen die Ordergebühr der Bank, Börsenspesen sowie der Spread zwischen An- und Verkaufskurs der Fondsanteile an.

Unterm Strich kostet eine Börsenorder je nach Spread etwa ein bis zwei Prozent des Kaufwerts. Dies ist verglichen mit bis zu sechs Prozent Ausgabeaufschlag bei Erwerb von Aktienfonds über die Fondsgesellschaft deutlich günstiger.

Beispiel:
Ein Anleger möchte 20.000 Euro in einen Aktienfonds anlegen. Der Fonds kostet regulär fünf Prozent Ausgabeaufschlag. Daraus ergibt sich bei Kauf über die Investmentgesellschaft eine Gebühr von 1.000 Euro. Selbst wenn die Bank 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag anbietet, verbleiben dem Anleger 500 Euro Kaufkosten. Demgegenüber würde der Fondskauf über die Börse bei einer Gebührenbelastung von einem Prozent nur 200 Euro kosten.

Neben dem Börsenkauf bieten sich Anlegern weitere Sparmöglichkeiten.

Erstens kann man häufig Fondsanteile ohne Ausgabeaufschlag erwerben. Onlinebroker wie Comdirect, ING-Diba oder Cortal Consors haben eine Vielzahl teils sehr guter Fonds ohne Kaufgebühr im Angebot. In diesem Fall lohnt der Kauf über die Investmentgesellschaft.

Wird der Fonds nicht kostenlos, sondern mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag angeboten, sollte man den Kaufpreis zwischen Fondsgesellschaft und Börse ausrechnen und vergleichen. Viele Börsen bieten dazu Preisvergleichsrechner auf ihren Internetseiten, etwa die Börsen Hamburg und München.

Auch ein Blick auf die Internetseiten der Fondsbörsen kann sich lohnen.

Grund: Auch Fondsbörsen machen Angebote. So bietet beispielsweise die Börse Hamburg-Hannover im November die Fonds DWS Aktien Strategie Deutschland und den bewährten FMM-Fonds des Kapitalverwalters Dr. Jens Erhardt mit gedeckeltem Spread an. Das heißt, für beide Fonds beträgt die Preisspanne zwischen An- und Verkaufkurs höchstens 0,5 Prozent.

Fondskäufer können dadurch bis zu einem Prozent gegenüber vergleichbaren Fonds sparen.

Top-Angebote finden sich auch an der Börse München. Hier kostet etwa der beliebte Aktienfonds Cominvest Fondak P aktuell nur einen Spread von 0,4 Prozent. Geringe Preisspannen finden sich ferner an der Börse Stuttgart, so etwa für den BFG New Energy Fund (aktueller Spread 0,1 Prozent) oder den DWS Top Dividende (aktuell 0,6 Prozent).

Fazit: Anleger sollten die Preise für ihre Lieblingsfonds stets bei mehreren Börsenplätzen abfragen.
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Quelle: M.Geißler





ETCs: Einfache und transparente Wertpapiere
Dienstag November 11th 2008, 1:40 pm
Abgelegt unter: Kapital, Fonds

Gold gilt als sichere Bank in Krisenzeiten.

Stürzen die Börsen ab, flüchten Anleger scharenweise in das wertstabile Edelmetall.

Wer sich keine Münzen oder Goldbarren unters Kopfkissen legen möchte, der findet in so genannten ETCs eine echte Alternative.

Der Kauf von Gold ist zwar eine sichere Geldanlage, doch Wertstabilität verspricht das Edelmetall nur bedingt.

Allein in den letzten Wochen ging es mit dem Goldpreis munter rauf und runter. Wer Goldwerte zu Spitzenpreisen um die Tausend Dollar erworben hat, der steht heute im Minus.

Rund 25 Prozent hat der Goldpreis seit seinem Höhepunkt Anfang 2008 verloren.

Immerhin bleibt Goldkäufern ein Trost: So große Wertverluste wie Aktien hat der Goldpreis nicht zu verzeichnen.

Bei Exchange Traded Commodities (ETCs) handelt es ähnlich wie bei Zertifikaten um Schuldverschreibungen von Banken.

Allerdings besteht ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Zertifikaten: Bei einer Bankpleite gehen ETC-Anleger nicht leer aus, sondern haben Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich.

Bankhäuser, die ETCs emittieren, müssen quasi als Sicherheitsleistung eine adäquate Menge Gold erwerben und in einem neutralen Banktresor hinterlegen. Je nach Ausstattung des ETC kann der Anleger bei einer Emittentenpleite die Herausgabe des Goldes verlangen oder einen entsprechenden Finanzausgleich in Bar.

Beides verursacht zwar geringe Kosten, ist aber im Vergleich zu einem möglichen Totalverlust wie etwa bei Zertifikaten, mit einem Lächeln zu verschmerzen.

ETCs sind einfache und transparente Wertpapiere, die den börsengehandelten Indexfonds (ETFs) stark ähneln.

ETCs bilden die Preisentwicklung eines Basisprodukts, etwa des Rohstoffs Gold, möglichst genau und kostengünstig nach, oft laufen die Papiere parallel zum Rohstoffpreis.

Wie bei Aktien können auch beim Handel mit ETCs Limit- und Stopp-Loss Orders aufgegeben werden. Die Laufzeit der Papiere ist unbegrenzt.

In Deutschland zugelassen sind nur drei mit Gold besicherte Exchange-Traded Commodities (ETCs).

Diese Schuldverschreibungen sind nicht zu verwechseln mit Indexfonds (Exchange-Traded Funds, ETFs), auch wenn sie oft als Gold-ETFs bezeichnet werden.

Der britische Anbieter ETF Securities brachte ETFS Physical Gold auf den Markt und hat vor einigen Tagen die Übernahme von Gold Bullion Securities (GBS) abgeschlossen, einem ETC, der zuvor vom Indexfondsanbieter Lyxor vertrieben wurde. Die Goldbarren, die mit dem Geld der Anleger gekauft wurden, lagern in Tresorräumen der Großbank HSBC und stehen im Insolvenzfall den Investoren zu.

Ende vergangenen Jahres folgte Xetra-Gold, das erste Produkt von Deutsche Börse Commodities, einem Joint Venture der Börse mit dem Goldhändler Umicore und den fünf Banken Metzler, Vontobel, Commerzbank, Deutsche Bank und DZ Bank.

Ein Blick in den Xetra-Gold-Prospekt wirft zunächst Fragen auf: “Die Ansprüche der Gläubiger aus den Schuldverschreibungen sind nicht besichert”, steht dort. Die Anleger würden bei einer Insolvenz behandelt wie andere Gläubiger auch. Doch andere Gläubiger gebe es faktisch nicht.

Selbst bei einer Insolvenz der Deutschen Börse Commodities würde das Recht auf Auslieferung des hinterlegten Goldes nicht erlöschen.

Manche vertrauen derzeit lieber auf einen Barren im Schließfach als auf Xetra-Gold im Depot.

Vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September machte erst ein Anleger von seinem Auslieferungsrecht Gebrauch. Allein in den vergangenen drei Wochen waren es rund zehn.
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Quelle: M.Geißler









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