FinanzBlog24


Passivhäuser - Energiesparhäuser
Montag Oktober 06th 2008, 11:25 am
Abgelegt unter: Immobilie

So ändern sich die Zeiten. Vor ein paar Jahren noch wurden Energiesparhäuser belächelt. Heute ärgert sich jeder, der in keinem wohnt.

Der neueste Trend sind Passivhäuser.

Sie koppelt hohen Wohnkomfort mit einem extrem niedrigen Energieverbrauch. Häuser dieser Art sind so so gut wärmegedämmt, dass sie ohne herkömmliche Heizungsanlage auskommen.

Ihren Heizenergiebedarf gewinnen sie zu großen Teilen aus Sonneneinstrahlung sowie der Abwärme von Personen und technischen Geräten.

Doch ist die Investition in energiesparende Häuser nicht nur eine Frage des Komforts und kurzfristiger Einsparungen.

Wer beim Bau seines Eigenheims von vornherein die in der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) geforderten Werte des neuen Energieausweises unterschreitet, sorgt langfristig nicht nur für niedrige Energiekosten, sondern sichert auch den Wert seiner Immobilie für die Zukunft ab.

Ebenso wie der Einbau regenerativer Energien oder neuester Brennertechniken beeinflusst das gewählte Baumaterial die Energiebilanz des Hauses deutlich. Funktionswände aus Kalksandstein erfüllen die Anforderungen an ein Passivhaus.

Sie bringen gleichzeitig weitere bauphysikalische Vorteile mit.

So sind sie feuchtigkeitsregulierend, was sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Wegen ihrer hohen Dichte und Belastbarkeit kommen Wände aus Kalksandstein aber auch mit einer geringeren Wandstärke gegenüber anderen Materialien aus – auf gleicher Grundfläche entsteht so mehr Wohnraum.

Der wertbeständige Baustoff nutzt der Umwelt bereits, bevor er in einem Haus verbaut ist. Denn seine mineralischen Bestandteile Kalk und Sand werden an vielen Stellen in Deutschland abgebaut und verarbeitet – lange klimaschädliche Transportwege entfallen daher.

Ein Kaufvertrag über ein schlüsselfertiges Passivhaus muss so detailliert wie möglich sein.

Der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt. Deshalb sollte der Käufer im Vertrag genau festschreiben lassen, was er erwartet.

Ein Passivhaus sollte laut allgemeiner Definition maximal eineinhalb Liter Heizöl oder eineinhalb Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr verbrauchen.

Für solche Werte müssen Planung, Berechnung und Bauausführung exakt stimmen. Wichtig ist zum Beispiel, dass ein Passivhaus absolut winddicht ist. Das Gebäude hat lückenlos in eine ausreichende Wärmedämmschicht verpackt zu sein. Alle Fugen müssen luftdicht und dauerhaft verklebt werden.

Garantiert und überprüft werden kann das Ergebnis nur durch eine sorgfältige Baukontrolle und mit dem sogenannten Blower-Door-Test, der die “Luftdichtheit” eines Hauses abcheckt. Beides sollte nach Angaben des VPB deshalb im Vertrag verankert sein.
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Quelle: dtd/ddp





Hartz IV für blöde Banker!
Sonntag Oktober 05th 2008, 12:57 pm
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft, Banken

700.000.000.000 $ für die US-Banken. 10.600.000.000 Euro für die IKB.

Eine noch unbekannte Summe für die Hypo Real Estate. Dazu Fortis, Northern Rock. Man verliert so langsam den Überblick. Die Banken müssen gerettet werden. Damit das System weiter funktioniert – nicht alles zusammenbricht. Das stimmt wohl. Leider.

Denn die Allgemeinheit, der Steuerzahler, ist brutal erpressbar geworden.

Das System war aus Bankersicht über Jahre rational. Eigenkapital reduzieren, damit die Rendite stimmt. Auf AAA-Ratings vertrauen bei offensichtlichen Schrottpapieren, vor denen selbst die eigenen Analysten warnen. Diese Fehlsteuerung ist entlarvt – spätestens, seit im Sommer 2007 zwei Bear-Stearns-Hedge-Fonds die Grätsche machten.

Dennoch wurde unablässig vom Anfang des Endes der Krise gefaselt.

Alles unter Kontrolle. Weiter gezockt.

Und nun: Pech gehabt. Wer konnte das wissen? Der Markt forderte halt 25, 30, 35 Prozent Eigenkapitalrendite. Geschafft! Geld verdient. Auch persönlich. Völlig zu Recht. Werte geschaffen! Wir sind so stolz.

Absurd wirken aus heutiger Steuerzahlersicht die zwei- bis dreistelligen Millionengehälter pro Jahr, die sich die Top-Manager der US-Investmentbanken in den vergangenen Jahren zur Seite legen konnten. Auch in Deutschland konnte man viel verdienen. Josef Ackermann von der Deutschen Bank war ein populäres Beispiel.

Dabei war er nicht einmal der Topverdiener seines Geldhauses. Auch an den Spitzen von IKB und Hypo Real Estate wurde im Jahr soviel beiseite geschafft, wie es sich ein normaler Mensch mit seiner Arbeit nur über Dekaden, wenn überhaupt, vorstellen kann.

Nun der Scherbenhaufen. Der Staat müsse den Ernst der Lage erkennen, heißt es in Sachen Hypo-Real-Rettung von den Banken. Und selbst einspringen.

Toll. Die Allgemeinheit blutet.

Auch die Aktionäre, die Eigentümer, müssen zahlen. Oft Kleinanleger, die ihr Geld in gutem Glauben, und oft nach Hinweis ihres Bankberaters, in Aktien der Geldhäuser steckten.

Wer nicht blutet: Die Topbanker, die in den vergangenen Jahren ihre Gehälter damit rechtfertigten, dass sie: a) soviel Risiko tragen, b) soviel verdienen, weil sie Gutes tun für Aktionäre und Allgemeinheit. Okay. Ihr Job ist vielleicht weg. Aber die Gehälter plus Topboni aus den vergangenen Jahren sind noch da. Hoffentlich auf dem Konto einer Bank, die es schafft (zur Not gerettet von uns allen).

Von einer besseren Regulierung ist in diesen Tagen viel die Rede, auch beim Finanzkrisengipfel in Paris, wo Möchtegernfinanzexperten wie Silvio Berlusconi, Angela Merkel (deren persönliche Ersparnisse laut „Bild“-Interview sicher sind) und Nicolas Sarkorzy versuchen, die Lage erst einmal zu verstehen.

Regulierung kann nur eines heißen: Echtes persönliches Risiko für die Verantwortlichen.

Es steht dem Gesetzgeber, in Deutschland, der EU, den USA frei, wirklich mutig neu zu entscheiden. Eine echte persönliche Haftung muss her. Klar: Wenn eine Bank pleite geht, gibt es tatsächlich keine andere Wahl, als die Risiken abzuwägen und sie dann, wenn die Abwägung es erfordert, zu stützen oder zu verstaatlichen.

Aber dann müssen die Verantwortlichen mit ins Risiko. Zwar entsprechen selbst die riesigen Vermögen derjenigen, die sich in den vergangenen fünf Jahren in “verantwortlicher” Position die Taschen vollgemacht haben, bei weitem nicht den Verlusten, die sie verursacht haben. Aber was hätten sie gemacht, hätten sie gewusst, dass sie in einer Situation, wie wir sie nun erleben, alles verlieren würden?

Sie hätten ihre bisherige Haltung nicht mehr als rational verstanden. Sondern als persönlich brennend gefährlich. Für sich selbst, ihre Familien, ihre Erben.

Es braucht wieder echte Rationalität im System.

Und eine entsprechende Regulierung. Die kann nur lauten: Wer sich so verhält, wie es viele Bankmanager in den vergangenen fünf Jahren getan haben, muss mit dem Risiko einer persönlichen Totalpleite konfrontiert sein. Nur so entsteht eine Logik, die das Wohl der Bank und das Wohl der Allgemeinheit vereint.

Deshalb kann das Ziel einer künftigen Regulierung nur lauten: Macht logisches Verhalten sozial kompatibel – per persönlicher Haftung.

Oder einfach ausgedrückt: Hartz IV für blöde Banker!
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Quelle: J.Dreykluft









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