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Studienkredite sind günstiger als klassische Darlehen – Angebote werden jedoch nur als Ergänzung empfohlen.
Ab dem jetzt beginnenden Wintersemester müssen Studenten in sieben Bundesländern Studiengebühren zahlen. Insgesamt sind 1,4 Millionen angehende Akademiker betroffen. Je nach Uni müssen sie pro Halbjahr bis zu 500 Euro berappen. Das reißt ein großes Loch in die studentische Geldbörse.
Einige Landesbanken haben den Bedarf erkannt und bieten Studienbeitragsdarlehen an. Dabei überweist die Bank die Gebühr direkt an die Universität. Auch für Studenten, die ihren Lebensunterhalt per Kredit finanzieren möchten, gibt es zahlreiche Angebote. Anders als bei gewöhnlichen Krediten zahlen die Banken das Geld in monatlichen Raten aus. Der Student kann innerhalb einer festgelegten Ober- und Untergrenze wählen. “Verglichen mit normalen Konsumentenkrediten sind die Kredite relativ günstig”, sagt Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Außerdem gibt es nach der Auszahlphase meist ein Jahr Ruhezeit, erst danach beginnt die Rückzahlung.
“Dennoch sollte der Kredit nur die allerletzte Lösung sein”, sagt der Verbraucherschützer. Zunächst sollten alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten geprüft werden. Laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks haben Zuschüsse von den Eltern mit 52 Prozent den größten Anteil am monatlichen Budget. Auf Platz zwei folgen Einnahmen aus Nebenjobs (24 Prozent), auf Platz drei das so genannte BaföG (14 Prozent), der Rest stammt aus sonstigen Quellen. Viel zu selten würden sich die Studenten über Stipendien informieren, so Bieler.
Nur wer trotz dieser Einnahmequellen nicht über die Runden kommt, sollte sich Geld bei der Bank leihen. “Ein Kredit sollte nur als ergänzende Finanzierung genutzt werden”, sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes. Ansonsten komme eine extrem hohe Summe zusammen. Durchschnittlich stehen einem Studenten monatlich 770 Euro zur Verfügung. Rechnet man diesen Betrag auf ein Studium mit zehn Semestern hoch, summiert sich das auf über 46 000 Euro, dazu kämen noch die Zinsen und je nach Bundesland halbjährliche Studiengebühren.
Auf der Suche nach dem passenden Kredit müssen Studierende die Vertragsbedingungen genau lesen. So gibt es beispielsweise unterschiedliche Ober- und Untergrenzen für die monatlichen Auszahlraten. “Ganz wichtig ist, dass die Studenten erst mal knapp kalkulieren, wie viel sie im Monat mindestens brauchen”, sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Falls das Geld nicht reiche, könne man die Summe im nächsten Semester immer noch erhöhen. Außerdem sollten die Studenten auf Flexibilität bei der Rückzahlung achten, so Bieler. Schließlich sei es gut möglich, dass man nach dem Studium nicht direkt einen festen Job bekomme.
Die Zinsen variieren je nach Anbieter. Nur wenige haben feste Sätze für die Aus- und Rückzahlung. Bei den meisten Banken sind die Zinsen variabel und werden an die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen angepasst. Für die Studenten hat das den Nachteil, dass sie bei Vertragsabschluss noch nicht wissen, wie viel sie insgesamt zurückzahlen müssen. “Die Schulden müssen kalkulierbar sein”, sagt Meyer auf der Heyde. Von Modellen mit variablen Zinsen rät er deshalb ab. Zumindest müsse es eine Obergrenze für den Zins geben, damit man die maximale Schuldensumme inklusive Zinsen berechnen könne.
Welches Angebot das Beste ist, hängt von der individuellen Auszahlungssumme und der Laufzeit ab. “Bei regionalen Banken und Sparkassen sind die Angebote meist mindestens genau so gut wie bei überregionalen Kreditinstituten”, sagt Kerstin Backofen. Unter den bundesweiten Offerten biete die KfW die günstigsten Zinsen, allerdings sei die Beratung bei den anderen Banken meist umfangreicher. Die Förderbank hat keine eigenen Standorte, sondern arbeitet mit Vertriebspartnern. Eine Liste gibt es im Internet (www.kfw.de).
Üblicherweise können Studenten die ausgezahlte Summe nur einmal im Semester verändern. Bei der Dresdner Bank können sie jedoch in einem vorgegebenen Rahmen jeden Monat den Betrag abheben, den sie tatsächlich brauchen. Die Zinsen werden normalerweise erst in der Rückzahlungsphase fällig. “Die Flensburger, die Hamburger und die Nord-Ostsee-Sparkasse fordern sie aber bereits in der Auszahlphase”, so Backofen. Dadurch verringere sich Monat für Monat die ausgezahlte Summe. Das ist bei der KfW zunächst genauso, ändert sich aber, sobald der Student einen Leistungsnachweis erbringt.
Die meisten Banken gewähren ein Jahr Ruhezeit, bevor die Rückzahlphase beginnt. Danach können sich die Akademiker bis zu 25 Jahre Zeit für die Rückzahlung nehmen. Der KfW-Studienkredit hat zudem den Vorteil, dass die Rückzahlungen an das Gehalt nach dem Studium angepasst werden können.
Quelle: Welt
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