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Seit Jahren zählt die betriebswirtschaftliche Beratung zu den Kernaufgaben der Steuerberater. Immer mehr Mandanten lassen sich auch bei Bankgesprächen begleiten oder bei der Planung von größeren Umstrukturierungen unterstützen.
Doch obwohl viele Berater diese neuen Geschäftfelder inzwischen für sich entdeckt haben, hört das Wissen darüber häufig bei der eigenen Kanzlei auf.
Auf Branchentreffen wie dem Deutschen Steuerberatertag, der am kommenden Montag beginnt, wird daher auch über neue Möglichkeiten in diesem Bereich diskutiert. Denn langfristig könnte genau das bisherige Verhalten der erfolgsverwöhnten Branche Probleme bescheren.
Diese Annahme belegt zumindest eine aktuelle Studie: „Etliche Steuerberater und Wirtschaftsprüfer handeln selbst in vielen Punkten immer noch nicht wie ein Unternehmer“, sagt Dieter Baumert, Inhaber einer Kölner Kanzleiberatung.
Gemeinsam mit Jörg Meyer, Geschäftsführer, hat Baumert im Auftrag des Instituts für Angewandtes Wissensmanagement (IAW) in Essen Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatungskanzleien in Deutschland und Österreich befragt. Das Ergebnis: Während die meisten Berater fachlich sehr gut arbeiten, vernachlässigen sie häufig die eigene Geschäftsentwicklung.
So ist beispielsweise eines der zentralen Ergebnisse der Studie, dass rund drei Viertel der befragten Berater – vom Ein-Mann-Büro bis zur Großkanzlei – kein eigenes Vertriebs- oder Akquisitionskonzept haben. Zudem verfügen noch immer 61 Prozent der Kanzleien über keine klare Branchenausrichtung, fast ein Drittel haben noch nicht einmal ein richtiges Dienstleistungprofil erstellt. Für Baumert sind die Gründe für diese Entwicklung klar. „Wirtschaftprüfer und Steuerberater müssen erst noch lernen, dass in dem derzeitigen Käufermarkt andere Gesetzmäßigkeiten gelten“, sagt er.
Häufig verlassen sich die Kanzleien beispielsweise noch immer gänzlich auf persönliche Weiterempfehlungen. Immerhin entscheiden sich laut einer anderen aktuellen Studie auch heute noch rund drei Viertel aller neuen Mandaten für ihren Steuerberater, weil sie eine Empfehlung von Bekannten, Gesprächspartnern oder Verwandten erhalten haben. Seit Jahren sinkt diese Ziel aber kontinuierlich.
Bisher können es die meisten Berater zwar noch dabei belassen. Immerhin klagen die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer auf einem hohen Niveau. Schätzungen zufolge erwirtschaftet beispielsweise ein Steuerberater mit seiner Praxis im Schnitt noch immer fast 400 000 Euro im Jahr. Langfristig sind derartige Einnahmen aber auch in dieser Branche nicht selbstverständlich. Gerade für Berufsanfänger lohnt es sich daher, sich etwas genauer mit ihrem Markt und Vertriebsfragen zu beschäftigen.
Verstärkt wird der Druck auf die Berater durch die Entwicklung der Branche in den vergangenen Jahren. „Auch die Kunden der Berater schauen immer stärker auf den Preis“, sagt beispielsweise Markus Deutsch, Sprecher des Deutschen Steuerberaterverbands. Zudem nimmt auch bei den Steuerberatern die Konkurrenz deutlich zu. Allein über 80 000 Steuerberater buhlen bereits in Deutschland um die Kunden. Gleichzeitig wechseln die Mandanten ihre Berater immer schneller, die lebenslange Zusammenarbeit zwischen Mandant und Berater wird dadurch immer seltener.
Aus diesem Grund haben die Bundessteuerberaterkammer und der Deutsche Steuerberaterverband jeweils eigene Weiterbildungsmöglichkeiten für Steuerberater entwickelt – allerdings auf unterschiedlichen Gebieten. Während die Bundessteuerberaterkammer vor allem auf die Spezialisierung innerhalb des Steuerrechts setzt und den Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern sowie für internationales Steuerrecht vergibt, bietet der Deutsche Steuerberaterverband den Beratern die Möglichkeit, neue Geschäftsbereiche bei der betriebwirtschaftlichen Beratung zu erschließen. Der Verband bietet daher Fortbildungen im Bereich der internationalen Rechnungslegung, für Rating, Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung, Unternehmensnachfolge, Controlling und Finanzwirtschaft, Wirtschaftsmediation sowie Sanierung und Insolvenzverwaltung an.
Auch beim 30. Steuerberatertag werden diese Themen angesprochen. „Neben der fachlichen Diskussion wird auch über die eigene Branche gesprochen“, sagt Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband, der das jährliche Branchentreffen organisiert. Zu diesen Angeboten zählen beispielsweise Vorträge über neue Beratungsfelder wie die Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung oder über die Honorargestaltung.
Ob sich die neuen Weiterbildungsmaßnahmen und die Diskussionen über die eigene Branche aber tatsächlich auszahlen, muss sich erst noch zeigen. Zumindest Baumert ist skeptisch: „Ich halte von den neuen Fachberaterbezeichnungen nicht viel“, sagt der Kölner. Durch Titel allein würden die Berater keine neuen Aufträge bekommen. Vielmehr sollten die Berater die ohnehin vielfältigen Möglichkeiten in ihrem Beruf erkennen, ausnutzen und sich damit gut am Markt platzieren.
Quelle: HB
Informationen: – Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Treuhänder – Klick auf das Logo – â–º â–º 
2 Kommentare so far
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Auweia, wie hoch würden die Steuerberater und Finanzbeamten springen, wenn endlich das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt würde
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Wie wahr, wie wahr!
Kommentar von Machwitz 10.18.07 @ 1:16 pm