In den Sommermonaten herrscht meist Flaute am Aktienmarkt.
Die Finanzmärkte stehen auf wackeligen Füßen, die Kurse können jederzeit abrutschen.
So mancher Börsianer sieht dem nahenden Sommerurlaub mit gemischten Gefühlen entgegen.
Was Anleger jetzt tun sollten:
Wertentwicklung prüfen
Der Depotcheck bietet die Möglichkeit, vorhandene Aktien und Fonds auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Befinden sich die Werte schon länger im Depot, sollte man sich fragen, ob sie die anvisierten Ziele auch wirklich erreichen.
Bei Werten, die nicht im Plan liegen oder dick im Minus stehen und kein Potential mehr aufweisen, sollte man über einen Verkauf nachdenken.
Befinden sie sich länger als ein Jahr im Depot, sind Kursgewinne steuerfrei. Kursverluste lassen sich steuerlich absetzen, sofern die Spekulationsfrist von einem Jahr noch nicht abgelaufen ist.
Verkaufskurse festsetzen
Aktien und Fonds, die man weiter halten möchte, sollten gegen rapide Kursstürze und damit gegen hohe Wertverluste abgesichert werden. Am kostengünstigsten geht dies mittels Stopp-Loss-Orders.
Dabei gibt der Anleger seiner Bank eine untere Preisgrenze an, ab der die Aktie automatisch verkauft werden soll. Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, rät solche Stopps je nach Schwankungsfreudigkeit einer Aktie „zehn bis zwanzig Prozent unter dem aktuellen Kurs“ zu setzten.
Bei Papieren, die dick im Plus stehen und denen der Investor auf lange Sicht weiteres Kurspotential zu traut, sollte der Stopp großzügig ausfallen.
Schließlich möchte man diese Aktie nicht durch eine zwischenzeitliche Schwäche verlieren. Werte, die ein Minus aufweisen, sollten eher mit engen Stopps versehen werden, damit sich die Verluste nicht ins Uferlose ausweiten.
Krumme Beträge wählen
Börsenfachmann Bieler rät ferner, solche Stopps „nicht auf runde Beträge festzusetzen“. Grund: Erreicht ein Kurs eine glatte Zahl, kann es passieren, dass eine Vielzahl von Verkaufsaufträgen gestartet werden – das treibt den Kurs schlagartig in den Keller.
Da im Parketthandel aber zu jedem Kurs verkauft wird, der unterhalb der Stopp-Loss-Marke liegt, bietet das eingegebene Limit keinen echten Schutz mehr vor großen Verlusten. Sinnvoll ist es, die Verkaufsmarke knapp über einem glatten Betrag zu setzen, zum Beispiel 20,19 Euro.
Dann wird die Aktie verkauft, bevor bei 20 Euro möglicherweise eine Flut von Verkaufsaufträgen zusammenkommt und den Kurs in die Knie zwingt. Stopp-Loss-Limits kosten in der Regel zwischen zwei und drei Euro.
Achtung: Bleiben die Verkaufsaufträge über das Monatsende hinaus stehen, wird die Gebühr meist erneut fällig.
Einstiegslimit festlegen
Kursrutsche können im Gegenzug auch Einstiegschancen bedeuten. Wer bei einer Aktie, die er schon lange beobachtet, auf eine Kaufgelegenheit wartet, der kann so genannte Abstauberlimits verwenden.
Dazu erteilt der Anleger seiner Bank einen Kaufauftrag, den er mit einem entsprechenden Limit versieht. Fällt die Aktie auf oder unter diese Marke, wird der Kaufauftrag automatisch ausgelöst.
Angenommen Aktie A steht aktuell bei 33 Euro. Die Tendenz ist fallend und der Anleger wartet nur auf eine günstige Gelegenheit. Er gibt einen Kaufauftrag bei 22 Euro – ein Drittel unter dem heutigen Kurs.
Rutscht die Aktie während der Ferien bis auf diese Marke, kauft die Bank automatisch die gewünschte Menge Aktien.
Achtung: Die gesuchte Aktie sollte nach Möglichkeit auch während der Ferien beobachtet werden. Sollten sich neue, negative Nachrichten einstellen, kann man den Kaufauftrag per Telefon oder via Internet stornieren.
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Quelle: M.Geißler
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