FinanzBlog24

Siemens + Schmiergeld-Skandal + Schweigegeld-Skandal
Mittwoch April 02nd 2008, 12:41 pm
Abgelegt unter: Tagesthemen

Im Schmiergeld-Skandal bei Siemens kommen neue Einzelheiten ans Licht.

Beschuldigte Siemens-Manager berichteten gegenüber der Münchner Staatsanwaltschaft, der Konzern habe in mehreren Fällen Schweigegelder gezahlt, um Korruptionsdelikte zu vertuschen.

Die neue Konzernführung um Siemens-Chef Peter Löscher gehe diesen Vorwürfen nach, hieß es in Unternehmenskreisen.

Involviert ist auch die für die Korruptionsaufklärung eingeschaltete US-Kanzlei Debevoise. Siemens lehnte einen Kommentar ab.

Der Vorwurf von Schweigegeldzahlungen bedeutet eine Ausweitung des Skandals.

Die neue Konzernführung um Löscher müht sich demonstrativ um Aufklärung und hat mithilfe von Debevoise konzernweit verdächtige Zahlungen von 1,3 Mrd. Euro identifiziert, die möglicherweise durch dunkle Kanäle geflossen sind.

Bislang sind nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” vier Fälle aktenkundig, in denen Siemens Schweigegelder bezahlt haben soll. Dem Münchner Blatt liegen diverse Verhörprotokolle der Münchner Staatsanwaltschaft vor.

Demnach sagte ein früherer Manager der ehemaligen Telekommunikationssparte Com aus, eine frühere Beraterin des Konzerns in Syrien haben Siemens über viele Jahre erpresst und gedroht, gegenüber der US-Presse über die illegalen Praktiken auszupacken.

Siemens habe der Araberin zunächst 18 Mio. DM (gut 9 Mio. Euro) gezahlt. Jahre später habe sie einen Nachschlag von 1 Mio. Euro verlangt. Man habe sie auf 350.000 Euro heruntergehandelt, und seither sei Ruhe.

Ein anderer Com-Angestellter, der schwarze Kassen betreut haben soll, wurde zunächst mit einem hoch dotierten Beratervertrag aus dem Konzern hinauskomplimentiert.

Im Frühjahr 2006 stoppte Siemens die Zahlungen, da gegen den Mann schon ermittelt wurde. Daraufhin soll der Ex-Siemensianer an seinen Kollegen gemailt haben, er werde ab sofort Fakten offenlegen. Es gehe um drei Dutzend Fälle.

Einige Wochen später zahlte Siemens den Beratervertrag komplett aus und überwies dem früheren Angestellten fast 680.000 Euro.

Ein früherer Berater aus Saudi-Arabien soll 2005 sogar 35 Mio. Euro für seinen vorzeitig aufgelösten Vertrag bekommen haben.

Auch er soll nach Kündigung des Vertrags durch Siemens gedroht haben auszupacken, wie mehrere Beschuldigte berichteten.
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Quelle: A.Maier




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