Der Siemens-Konzern verlangt von Managern, die in den Schmiergeldskandal verwickelt sind, jetzt Schadensersatz in Millionenhöhe.
In der Schmiergeldaffäre erhöht Siemens-Chef Klaus Peter Löscher jetzt den Druck.
Wer im Zuge des Amnestie-Programms nicht rede und Informationen über Schmiergeldzahlungen und das System schwarzer Kasse zurückhalte, muss mit Schadensersatzforderungen des Konzerns rechnen, berichtet die “SZ” unter Berufung auf Konzernkreise.
An mehrere Angestellte, die nicht am Amnestie-Programm teilnähmen, seien bereits entsprechende Mahnbescheide versandt worden.
Die Zeitung will zudem erfahren haben, dass diese Mitarbeiter bislang eine Million Euro zahlen sollen. Frühere Vorstände seien nicht darunter.
In dem Bericht heißt es weiter, der Aufsichtsrat von Siemens wolle auch gegen ehemalige oder heutige Vorstände vorgehen, sollten diese in den Skandal verwickelt sein. Dann werde es nicht bei den gegenwärtigen Mahnbescheiden an mehrere Angestellte bleiben.
Sollten Vorstände gegen ihre Pflichten verstoßen haben, “dann sind wir gezwungen, Schadensersatz geltend zu machen”, wird ein Aufsichtsrat zitiert.
Man hoffe, bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung im April Klarheit darüber zu haben, ob mehr Top-Manager als bisher bekannt in den Skandal verwickelt sind. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bislang gegen zwei frühere Vorstände.
Siemens hatte erst am vergangenen Donnerstag sein Amnestie-Programm für Mitarbeiter zur Aufarbeitung der Korruptionsaffäre um einen Monat verlängert.
Die interne Kronzeugenregelung, die ursprünglich am Donnerstag auslaufen sollte, gelte nun bis Ende Februar, hatte das Unternehmen mitgeteilt. In den vergangenen Wochen habe es einen großen Zulauf von Mitarbeitern gegeben, die Informationen über Schmiergeldflüsse preisgeben wollten, hatte Siemens bereits zur Hauptversammlung 24. Januar erklärt.
Siemens hat reumütigen Mitwissern zugesichert, keinen Schadenersatz von ihnen zu verlangen und sie nicht vor die Tür zu setzen.
“Das Amnestie-Programm erweist sich als großer Erfolg”, urteilte Rechtsvorstand Peter Solmssen. Insgesamt 66 Beschäftigte hätten sich bislang gemeldet und sich selbst oder andere belastet. In zehn Fällen sei den Hinweisgebern Amnestie gewährt worden, zwei Mal sei dies abgelehnt worden. Der großen Mehrzahl der Informationen werde noch nachgegangen, hieß es.
Siemens hatte die Aktion im vergangenen November begonnen, um möglichen Korruptionszahlungen an den öffentlichen Sektor besser auf die Spur zu kommen.
Von der Amnestie ausgenommen sind ehemalige und aktive Vorstände.
Quelle: itz/mm.de/ddp/Reuters
Keine Kommentare so far
Leave a comment
Einen Kommentar hinterlassen
Zeilen und Absätze brechen automatisch um, E-Mail-Adresse wird nie angezeigt, HTML erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

