Im Videotext, im Internet oder in der Zeitung - ĂŒberall findet man Angebote fĂŒr âKredite ohne SCHUFAâ. Aber was steckt wirklich hinter diesen Offerten?
Im Mittelpunkt der Vermittlungspraktiken stehen vor allem die Kreditangebote mit der irrefĂŒhrenden Kennzeichnung wie z.B. âSCHUFA-freiâ oder âKredite ohne SCHUFAâ. Diese sind in den meisten FĂ€llen darauf ausgerichtet, vorab pauschale Nebenkosten sowie Auslagen in Rechnung zu stellen - ohne einen Kredit zu vermitteln. Dies verletzt nicht nur Bestimmungen des Verbraucherschutzes, sondern ist darĂŒber hinaus hĂ€ufig von zivil- und strafrechtlicher Relevanz.
Die statistische Erfassung hat angesichts des intransparenten und stark fragmentierten Kreditvermittlungsmarktes ihre Grenzen. Dies gilt sowohl fĂŒr die Dokumentation der SchadensfĂ€lle als auch fĂŒr die Schadensvolumina. So sind neben den materiellen SchĂ€den insbesondere auch die immateriellen SchĂ€den und soziale Konsequenzen fĂŒr die hĂ€ufig hochverschuldeten Betroffenen zu beobachten.
Anbieter âSCHUFA-freierâ Kredite bedienen sich regelmĂ€Ăig eines Instrumentariums, das als unseriös bis rechtswidrig einzustufen ist. Anhand einer einwöchigen Medienbeobachtung konnte eine breit gestreute Werbung fĂŒr âSCHUFA-freieâ Kredite in Tageszeitungen, AnzeigenblĂ€ttern, Illustrierten sowie in Videotexten und Internetangeboten festgestellt werden.
Eine Hochrechnung auf Basis der WerbemaĂnahmen der im Markt aktivsten Vermittler âSCHUFA-freierâ Kredite ergibt ein Jahres-Werbebudget von knapp vier Millionen Euro. Die Diskrepanz zwischen den relativ niedrigen BetrĂ€gen, die von den GeschĂ€digten vereinnahmt werden, und des relativ hohen Werbevolumens kann als deutlicher Hinweis fĂŒr die Existenz eines âgrauenâ Massenmarktes angesehen werden.
Obwohl als âSCHUFA-freiâ bezeichnet, werden in diesem Marktsegment keine Kredite ohne BonitĂ€tsprĂŒfung angeboten. Vielmehr werden BonitĂ€tsauskĂŒnfte entgegen des Werbeversprechens von den Anbietern eingeholt. Nach ĂŒber 130 Testanfragen bei 49 Anbietern wurden lediglich zwei KreditvertrĂ€ge tatsĂ€chlich vermittelt, deren tatsĂ€chliche Auszahlung jedoch fraglich bleibt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein beantragter sogenannter âSCHUFA-freierâ Kredit tatsĂ€chlich vermittelt und ausgezahlt wird, belĂ€uft sich damit in jedem Fall auf unter zwei Prozent.
Die Testanfragen fördern zutage, dass fast alle analysierten Antragsunterlagen fĂŒr âSCHUFA-freieâ Kredite rechtswidrige oder strafbare Elemente enthalten. In vier von fĂŒnf FĂ€llen versuchten die Anbieter âSCHUFA-freierâ Kredite die Antragsteller durch dubiose Methoden zu Zahlungen zu bewegen. Diese Zahlungen - ohne irgendeine substanzielle Gegenleistung und ohne Erfolgsaussicht auf KreditgewĂ€hrung in irgendeiner Form - beliefen sich je Einzelfall durchschnittlich auf rund 380 Euro.
Konservativen SchĂ€tzungen zufolge sind etwa 394.000 Privatpersonen pro Jahr in Deutschland Opfer eines Kreditvermittlungsbetrugs. Dies aggregiert sich bei einer durchschnittlichen Schadenssumme von 380 Euro je Betroffenen auf ein volkswirtschaftliches, finanziell messbares Schadensvolumen von etwa 150 Millionen Euro. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass neben den finanziellen SchĂ€den auch die sozialen, kaum zu bezifferenden Folgekosten von erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung sein dĂŒrften.
Der Kreditvermittlungsmarkt ist im hohen MaĂ intransparent. Es gibt keine entsprechende Bankenstatistik und keinen Zentralregister fĂŒr Kreditvermittler. Die seit 2004 erfassten FĂ€lle des Kreditvermittlungsbetrugs in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) haben strukturelle Grenzen. DarĂŒber hinaus ist die erfolgreiche Erstattung widerrechtlich geforderter BeitrĂ€ge fĂŒr die betroffenen BĂŒrger meist nicht durchsetzbar, da sie zum einen durch raffinierte Methoden der Anbieter getĂ€uscht und eingeschĂŒchtert werden und zum anderen aus finanziellen GrĂŒnden eine anwaltliche Vertretung und die Beschreitung des Rechtswegs meist nicht realisieren können. Obwohl es theoretisch Rechtsschutzmöglichkeiten fĂŒr Verbraucher gibt, werden diese in der Praxis nicht ausreichend genutzt.
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Studie: Professor Dr. Hugo Grote / Christian Maltry / Schufa
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2 Kommentare so far
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Der ganze ( ohne Markt )hat sich doch schon regelrecht zu einem eigenen Wirtschaftszweig entwickelt und gerade an der starken Werbung die ĂŒberall zu sehen ist, speziel gerade im Internet, erkennt man doch, dass da noch Fundament vorhanden ist. Ein grosses Mobilfunkunternehmen bietet zum Beispiel fĂŒr diesen Personenkreis HandyvertrĂ€ge an, allerdings nur bei Hinterlegung einer dicken Kaution, gegen eventuelle ZahlungsausfĂ€lle ! Zahlt der Kunde 12 Monate lang pĂŒnktlich seine Rechnung , bekommt er die Kaution zurĂŒck und kann in seinen Vertrag neu ( diesmal mit BonitĂ€t ) wieder einsteigen.
Kommentar von Finanzen 02.15.08 @ 3:06 pmEinen Kommentar hinterlassen
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Ăberall hört und liest man vom Kredit ohne Schufa, wenn die Schufa negativ ausfĂ€llt kommt ein Kredit ohne Schufa wie gerufen. Doch Vorsicht meine Meinung dazu ist:
Wenn man bei der normalen Bank keinen Kredit mehr bekommt, da die Schufa negativ ausfĂ€llt, sollten die eigenen Alarmglocken schon klingeln. Es ist dann grob fahrlĂ€ssig noch einen Schufafreien Kredit aufzunehmen. Gut, er ist klein. 3.500 Euro ist ein kleiner Betrag fĂŒr einen Kredit, doch die meisten Leute die keinen Kredit mehr bekommen weil die Schufa negativ ist, sind schon ĂŒberschuldet und können auch diese 3.500 Euro nicht mehr regelkonform zurĂŒckbezahlen.
Kommentar von Daniel 02.13.08 @ 6:20 pm