FinanzBlog24


Schornsteinfeger verlieren “Lizenz zum Gelddrucken”
Mittwoch März 12th 2008, 8:24 pm
Abgelegt unter: Verbraucherschutz, Tagesthemen

Nach 70 Jahren die erste Lockerung: In Deutschland soll das Kehrmonopol für Schornsteinfeger teilweise gelockert werden.

Ein Gesetzentwurf könnte den 20.000 Schornsteinfegern etwas bescheren, was sie noch nicht kennen – Konkurrenz.

Nach jahrelangem Streit brachte das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf auf den Weg, nach dem künftig jeder Bezirk alle sieben Jahre neu ausgeschrieben werden soll.

Bislang beherrschten deutsche Schornsteinfeger ihren Kehrbezirk bis zur Rente – ohne Wettbewerb.

Auch wird der abgeschottete Markt auf Druck der EU erstmals für Ausländer geöffnet.

Die EU-Kommission hatte 2003 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Das alte Schornsteinfegergesetz verstoße gegen den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, weil ausländische Schornsteinfeger auf deutschen Dächern nicht kehren dürften, kritisierte Brüssel.

Nun können auch Schornsteinfeger aus Polen, Österreich oder Frankreich in Deutschland arbeiten.

Einen Teil des Monopols will Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) aber erhalten: “Das Schornsteinfegerhandwerk leistet einen wichtigen Beitrag für die Feuersicherheit und den Umweltschutz in Deutschland”, sagte Glos. Die Schornsteinfeger hätten allein 2005 fast 1,2 Millionen Mängel an Feuerungsanlagen festgestellt.

Neu ist, dass jeder Haus- und Wohnungseigentümer freie Wahl hat, welchen Schlotfeger er mit der Wartung von Ofen oder Kamin beauftragt.

Anschließend muss aber der Bezirksschornsteinfeger, der künftig Bezirksbevollmächtigter heißt, überprüfen, ob der Kollege oder ein Installateur sauber gearbeitet hat.

Zusätzlich darf er als einziger im Kehrbezirk zweimal im Vergabezeitraum eine “Feuerstättenschau” machen. Dabei prüft er Änderungen an der Anlage oder ob zum Beispiel eine neue Therme notwendig ist.

Der Bundesverband des Schornsteinfeger-Handwerks geht nach früheren Angaben davon aus, dass 70 Prozent der Einnahmen den etablierten Schornsteinfegern erhalten bleiben. Bei den restlichen 30 Prozent gebe es freien Wettbewerb.

Die in der Interessengemeinschaft “Schornsteinfeger-ade” versammelten Kritiker attackieren das Privileg der Branche seit langem als “Lizenz zum Gelddrucken”.

Zwar musste ein Meister rund zwölf Jahre warten, bis ihm ein Kehrbezirk zugeteilt wurde. Danach bewegte er sich aber dank eines festen Kundenstamms und garantierter Gebühren im konkurrenzfreien Raum.

Nur die Pflicht, im Kehrbezirk zu wohnen, deutscher Staatsangehöriger und Mitglied der Feuerwehr zu sein, sorgten für Einschränkungen. Die Sonderstellung der Schornsteinfeger stammt aus dem Jahr 1935.


Quelle: FTD




1 Kommentar so far
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Ja es wird Zeit das dieses Monopol aufgelöst wird.
Aber die Gesetzgeber sollten dann halt das Gleich mal so fest schreiben das die Firmen aus dem Ausland
dann auch einen angemessenen Grundlohn haben der zu Deutschland passt und auch die Ausbildung haben müssen auf dem Heutigen Stand der Dinge.
Und noch besser wäre es wenn Mann den Beruf Politiker auch Frei geben würde wie so noch Wählen Beruf Politiker .
Dann könnte Mann die Damen und Herren für Ihren Misst den SIe Täglich machen gegen das Volk auch wirklich belangen könnte. Dann wäre auch da freier Wettbewerb und Mann würde nicht mehr so viel unnützes Volk Bezahlen müssen das
den Bürgern nur auf den Taschen sitzt und Belügt und Betrügt ,hintergeht usw.
Den wie viel Arbeitsplätze wollen die noch Vernichten und wie lange lässt sich das der Bürger noch gefallen .
Auch unsere Politiker haben Ihre Schäfchen in der Schweiz und anderen Ländern oder Unternehmen damit Sie Steuern ,Gelder weg schaffen können .
Also es wird Zeit das Mann da das Monopol auflöst ( Politiker ) Beamten usw.
MFG

Kommentar von Laird 03.14.08 @ 9:45 am



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