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Die Herrscher der Emirate schreiben die Auftragsbücher des Flugzeugherstellers Airbus voll.
Nach der Fluggesellschaft Emirates hat die Leasinggesellschaft Dubai Aerospace Enterprise mit einer Milliarden-Order nachgezogen. Zudem hat sich der saudische Prinz Alwalid bin Talal als erster einen “fliegenden Palast”, eine Luxusvariante des Riesenairbus A380, bestellt.
Der saudische Prinz – mit vollem Namen Alwalid bin Talal bin Abdulaziz Alsaud – ist der erste Privatkunde eines doppelstöckigen A380 Flying Palace. So nennt der Flugzeughersteller die VIP-Version des doppelstöckigen Großraumflugzeugs.
Die Maschine hat den breitesten Rumpf unter allen heutigen Flugzeugen im Markt und 50 Prozent mehr Grundfläche. Auf insgesamt 551 Quadratmetern kann der Innenraum nach den Wünschen der Kunden gestaltet werden. Über die Kabinenausstattung des fliegenden Luxus-Teppichs wird aber noch nichts preisgegeben. Das sei noch nicht entschieden, teilte Airbus am Montag mit.
Bislang haben nur Fluggesellschaften und Leasingfirmen Bestellungen für den A380 aufgegeben. Die erste Maschine dieses Typs hat nach längerer Verzögerung Ende Oktober ihren regulären Liniendienst zwischen Singapur und Sydney bei Singapore Airlines aufgenommen.
Für private Auftraggeber und Regierungen fertigen die Hersteller besondere VIP-Flieger an. Airbus bietet in seinem so genannten Corporate Jetliner-Programm von der kleinen Maschinen des A318 Elite über den ACJ und die A320 Prestige bis hin zum A380 Flying Palace eine große Bandbreite an.
Prinz Alwalid bin Talal verfügt in seiner Privatflotte als einziger Privatbesitzer auch bereits über eine Boeing 747-400. Er ist Gründer und Chairman der Investmentgesellschaft Kingdom Holding Company (KHC) mit einem Gesamtvermögen von rund 25 Mrd. $.
Airbus gibt dieser Prestige-Auftrag zusätzlichen Aufwind. Nach zahlreichen Rückschlägen bei der Produktion des A380 und des Militärtransporters A400M kann das Unternehmen derzeit zumindest mit zahlreichen neuen Aufträgen punkten. Bei der laufenden Flugschau in Dubai haben Emirates, die führende Fluggesellschaft der Region, und die neuen Leasinggesellschaft Dubai Aerospace Enterprise (DAE) für Milliarden-Eingänge gesorgt.
Mit diesem Schub will Airbus den Auftragsrekord des Vorjahres wieder toppen. Mit den knapp 300 Bestellungen auf der Flugschau in Dubai heimste Airbus insgesamt in diesem Jahr bislang gut 1150 Aufträge ein, wie Airbus-Verkaufschef John Leahy mitteilte. 2006 waren es 1111 Bestellungen. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind 374 Flugzeuge ausgeliefert worden.
Rund 450 Maschinen sollen in diesem Jahr insgesamt an die Kunden übergeben werden. Airbus-Chef Tom Enders kündigte nun an, die Produktion weiter zu erhöhen. Details dazu nannte er jedoch nicht. Bei der für kommendes Jahr geplanten Auslieferung des ersten A380 an Emirates liege Airbus im Plan.
Die staatliche Leasinggesellschaft DAE hatte am Montag bei Airbus eine vorläufige Vereinbarung über 100 Flugzeuge unterzeichnet, darunter 30 Exemplare des A350 XWB. Der Auftrag hat nach Listenpreis ein Volumen von 13,5 Mrd. $. Am Tag zuvor hatte Emirates einen Festauftrag über 81 Großraumflugzeug zum Listenpreis von 20,2 Mrd. $ erteilt.
Auf der Wunschliste steht dabei auch das lange Zeit bemängelte Langstreckenmodell A350 XWB, das Konkurrenzmodell zum 787 Dreamliner von Rivale Boeing.
Die Auftraggeber aus dem Mittleren Osten sorgen nun bereits für 30 Prozent der Aufträge bei Airbus, sagte Enders in Dubai.
Aber die Abnehmer aus den Scheichtümern konzentrieren sich nicht allein auf Airbus und dessen Mutterkonzern EADS. Auch den US-Wettbewerber Boeing hat DAE bedacht: für 13,7 Mrd. $ will die Gesellschaft auch dort 100 Flugzeuge abnehmen. Die am Montag in Dubai unterzeichnete Absichtserklärung umfasse 70 Boeing 737, zehn Langestreckenjets des Typs 777 und fünf Maschinen des modernisierten Jumbojets 747-8, teilte DAE mit.
Insgesamt unterzeichnete die Gesellschaft mit den beiden großen Herstellern Vereinbarungen im Wert von 27,2 Mrd. $. “Heute haben wir einen wichtigen Grundstein gelegt”, sagte Bob Genise, Chef der DAE-Leasingsparte. “Wir haben ziemlich ambitionierte Ziele.”
Airbus und Boeing wurden zudem mit weiteren Aufträgen von Abnehmern aus den Wüstenstaaten versorgt. So bestellte die Fluglinie Air Arabia 34 Airbus A320 für 3,5 Mrd. $ und vereinbarte eine Option auf 15 weitere Flugzeuge dieses Typs. Boeing erhielt von den Fluggesellschaften Qatar Airways und Emirates neue Großaufträge über zusammen 47 Flugzeuge im Wert von mehr als 9,3 Mrd. $.
Quelle: FTD/reuters
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