FinanzBlog24

Risiken der Zahlungsabwicklung im Internet
Donnerstag Oktober 11th 2007, 7:45 am
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft, Schulden

Der elektronische Handel erfreut sich weiter zunehmender Beliebtheit, Zahlungsausfälle machen den Händlern zu schaffen.

Im Geschäft zwischen Unternehmen und Verbrauchern (Business-to-Consumer; B2C) wurden im Jahr 2006 Waren und Dienstleistungen im Wert von 46 Milliarden Euro per Internet umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der gesamte Umsatz im elektronischen Handel mit Endkunden steigt von 2006 um mehr als 300 Prozent auf 145 Milliarden Euro in 2010 (BITKOM Prognose).

Das Wachstum des elektronischen Handels kommt dabei allerdings nicht nur den großen Versandhändlern zugute. Auch viele kleine und mittlere Anbieter planen derzeit den Einstieg in den elektronischen Handel oder bauen ihre bestehenden Angebote beständig aus.

Gestern legte das Forschungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg und die Wirecard AG die neueste Studie über “Risiken der Zahlungsabwicklung im Internet” vor. Die Studie liefert eine besonders umfassende Betrachtung der einzelnen Prozesse, von der Kundendatenerhebung und prüfung, über den Umgang mit Zahlungsstörungen, wie beispielsweise Rücklastschriften, Chargebacks, Überschreitungen des Zahlungsziels bei Rechnungen, bis hin zum endgültigen Ausfall von Zahlungen. Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung von Händlern, die Waren oder Dienstleistungen über das Internet verkaufen. Insgesamt haben 290 Unternehmen den Fragebogen vollständig beantwortet.

Dr. Ernst Stahl, Research Director bei ibi research: “Die Häufigkeit von Zahlungsstörungen und Zahlungsausfällen nimmt weiter zu. Und dies kann vor allem für kleinere Händler schmerzhaft sein: Um den Verlust einer ausgefallenen Forderung zu kompensieren, muss der Unternehmer bei einer Marge von 5 Prozent das Zwanzigfache der ausgefallenen Forderung an Neugeschäft gewinnen. Bei jedem zehnten Unternehmen fallen bereits heute mehr als 3 Prozent der Umsätze aus. Geht man von einer durchschnittlichen Marge dieser Unternehmen von 5 Prozent aus, so bedeutet dies, dass die Gewinne der Unternehmen bei einer Reduzierung um einen Prozentpunkt der Zahlungsausfälle auf 2 Prozent, um die Hälfte steigen würden. Durch geeignete Risikomanagement-Maßnahmen können sich Online-Händler vor zahlungsunfähigen oder betrügerischen Kunden schützen. In der vorliegenden Studie werden die wichtigsten Instrumente vorgestellt.”

Wesentliche Ergebnisse der Studie sind:

1. Die Erkennung von Zahlungsrisiken wird von fast 80 Prozent der Unternehmen als eine der drei größten Hürden bei der Vermeidung von Zahlungsausfällen genannt. Darauf folgen mit der Bestimmung risiko- und kundengerechter Methoden zur Abwicklung von Zahlungen (44 Prozent der Unternehmen) und der Vermeidung manueller Prüfungsaufwände (36 Prozent der Unternehmen) ebenfalls Herausforderungen, die den Bereich der Risikoprävention betreffen.

2. Zahlungsausfälle machen den Händlern zu schaffen. Bei jedem zehnten Unternehmen fallen mindestens 3 Prozent des Umsatzes aus. So müssen 11 Prozent der Unternehmen Umsätze in Höhe von 3 Prozent und mehr abschreiben.

3. Insbesondere bei Zahlungen per Rechnung und per Lastschrift treten häufig Zahlungsstörungen auf. Über 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass mehr als 3 Prozent der ausstehenden Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt werden. Lückenhafte Kundendaten erschweren dabei die nachträgliche Geltendmachung der Forderungen. So erheben zwar fast alle Unternehmen die Anschrift und die E-Mail-Adresse ihrer Kunden, doch nur jeweils 74 Prozent bzw. 37 Prozent verfügen beispielsweise über die Festnetz- bzw. Mobilfunk-Nummer.

Das Geburtsdatum ihrer Kunden kennen sogar nur 35 Prozent der Unternehmen. Diese Daten werden jedoch häufig benötigt, um den Schuldner bei Zahlungsstörungen im Nachhinein eindeutig identifizieren zu können.

4. Im Vergleich der Zahlungsverfahren Rechnung, Kreditkarte oder Lastschrift treten insgesamt am wenigsten Zahlungsstörungen bei der Kreditkarte auf. Hierfür setzen zwar über 72 Prozent der Unternehmen Autorisierung der Zahlung vor Lieferung ein, 44 Prozent der Unternehmen verzichten jedoch auf eine vorhergehende Prüfziffernkontrolle der Kreditkartennummer.

Sperrlisten werden von 36 Prozent der Unternehmen abgefragt, das 3D-Secure-Verfahren (MasterCard SecureCode bzw. Verified by VISA) wird von 33 Prozent der Unternehmen genutzt. Um Zahlungsstörungen zu vermeiden schließen 26 Prozent der Unternehmen eine Zahlung per Kreditkarte bei einer nicht erfolgreichen Adressprüfung aus, 19 Prozent der Unternehmen tun dies, wenn auf den Kunden ausgewählte Negativmerkmale zutreffen und 17 Prozent der Unternehmen bieten die Kreditkarte nicht an, wenn ein Risiko-Scoring zu einem negativen Ergebnis führte.

Die wichtigsten Informationen zur Studie. Kostenloser Download einer Management Summary
_________________
Quelle: ots
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1 Kommentar so far
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Dass sich ausgerechnet Wirecard hierzu aüssert ist eine Lachnummer an sich.

1. Prepaid trio der Wirecard bestellt
2. Kostenforderung der Wirecard nach 40 min per email erhalten
3. Betrag sofort überwiesen

——

Nach mehreren Tage Anfrage unsererseits nach den Eröffnungsunterlagen.
Antwort Wirecard: kein Geldeingang zu verzeichnen.

Prüfung unsererseits über unsere Hausbank:
Überweiung ok - alle Daten korrekt

Kopie der Belege an Wirecard übermittelt - Bitte um Klärung

Danach 15 vergebliche Kontaktversuche mit Wirecard
per email wg Klärung - keinerlei Rückantwort

12 vergeblich Versuche der Klärung via “Hotline”

Jetzt lassen wir per Staatsanwaltschaft klären

Kommentar von netsecur 10.17.07 @ 8:53 pm



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