Welche Finanzangebote sind nur modische Gags? Welche haben versteckte Kosten zur Folge?
Der Finanzwirtschaftsprofessor der Technischen Universität Chemnitz will Anlegern zu besseren Anlageentscheidungen verhelfen.
“Die Finanzmärkte verändern sich mit rasanter Geschwindigkeit.
Das führt dazu, dass Handlungen, die sich früher einmal bewährten, jetzt besser unterlassen werden”, sagt Thießen.
“Andere längst überkommen geglaubte Verhaltensregeln erfahren dagegen eine Renaissance”, sagt der Wissenschaftler .
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Er hat deshalb elf Faustregeln aufgestellt, anhand denen Investoren die Chancen, aber auch die Risiken ihrer Anlageentscheidung überprüfen sollen.
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1. Kaufen Sie keine modischen Produkte. Anlageangebote würden auf aktuelle Marktstimmungen hin getrimmt, ob Ökothemen oder Ostasien. Häufig sind sie zu teuer.
2. Kaufen Sie nur Produkte, die sie verstehen. Angebote könnten speziell auf die Verständnisunfähigkeit der Anleger hin zusammengebastelt werden. Versteckte Kosten und Risiken werden dort eingebaut, wo der Kunde erfahrungsgemäß nicht weiter recherchiert.
3. Bevorzugen Sie im Zweifel langfristige Anlagestrategien. Meiden Sie dagegen Varianten, bei denen schnell und hektisch Titel gekauft und wieder verkauft werden. Die Kosten für das Hin und Her können den Gewinn auffressen.
4. Vorsicht bei Zertifikaten zu Preisen um die “100”. Die Magie der runden Zahl kann täuschen. Der finanzmathematisch korrekte Wert der Titel liegt unter Umständen niedriger.
5. Produkte, die eine Risikominderung versprechen, sind oft überteuert.
6. Meiden Sie komplexe Strategien im Rahmen teurer Produkte. So genannte strukturierte Produkte leisteten oft nicht genau das, was sich Anleger darunter vorstellen. Stattdessen sind sie überteuert oder enthalten versteckte Risiken.
7. Meiden Sie Anlagen, die mit dem Argument “Beimischung” zum Grundportfolio angeboten werden. Unter diesem Namen gibt es heute die verrücktesten Angebote mit hohen Risiken.
8. Trauen Sie Indexprodukten nur, wenn sie sich auf ältere Indizes beziehen wie den Dow Jones Industrial, den Dax, den Stoxx oder den Rex. Neue Indizes werden bisweilen speziell dazu geschaffen, neue Anlagemöglichkeiten zu vermarkten.
9. Verachten Sie die klassischen Einlageprodukte nicht. Ohne Transaktionskosten und ohne Risiken sind sie auch langfristig interessante Anlagen.
10. Orientieren Sie sich bei der Zusammenstellung Ihres Portfolios nicht an den Vorgaben des Ökonomen Harry Markowitz. Eine Portfoliooptimierung nach der Methode des Nobelpreisträgers führt beim derzeitigen Stand der Kapitalmärkte oftmals zu Investitionen, die langfristig nicht robust sind, ständig umgeschichtet werden müssen und so hohe Transaktionskosten verursachen.
11. Fühlen Sie sich nicht in jedem Fall durch neue Finanzmarktgesetze geschützt. Der Anlegerschutz ist zwar ein wichtiges Ziel der Regulierung des Finanzmarktes. Der Gesetzgeber lässt aber bewusst Schlupflöcher, damit Finanzanbieter die notwendigen Margen einstreichen können.
Quelle: itz/mm/AP
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