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Die Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) hat ungeachtet der jüngsten Querelen ihrer Gesellschafter neue Großaktionäre gewinnen können.
Der selbständige Rechtsanwalt Dietrich von Boetticher, Gründungsmitglied des Immobilienfondsanbieters KanAm, wird 10 Prozent der Stammaktien übernehmen, teilte das Bankhaus am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt mit.
Die 10 Prozent von Böttichers lagen bisher in den Händen des Versicherers Münchener Verein.
Weiterer neuer Großaktionär soll Hansjakob Müller werden, Gesellschafter der Renolit-Gruppe, einem Hersteller von Kunststofffolien und -Produkten aus Worms.
Müller soll im Rahmen einer Kapitalerhöhung einsteigen. “Wir suchen keine Gesellschafter, denen es ausschließlich um eine Finanzanlage geht, es geht dabei auch um geschäftliche Kooperation”, sagte Alfred Junker, einer der fünf persönlich haftenden Gesellschafter.
Mit den neuen Aktionären untermauert die über 200 Jahre alte Bank ihre Positionierung als Privatbank von Unternehmern für Unternehmer.
Erst im Herbst hatte die Hanauer Industriellenfamilie Heraeus für geschätzte 16 bis 18 Mio. Euro 10 Prozent der Stammaktien an der Privatbank übernommen. Verkäufer der Anteile war die BayernLB.
Dem Einstieg vorausgegangen war ein Richtungsstreit der Partner über die Strategie des Hauses.
Seit dem Ausscheiden eines Partners im vergangenen Jahr scheint der Machtkampf nun beigelegt.
Das Engagement der neuen Aktionäre bestätigt einen Trend vermögender Familien, ihr Geld durch eigene Firmenzu- und verkäufe zu mehren, statt es für hohe Gebühren PrivateEquity-Gesellschaften zu überlassen. Vor allem größere und ehedem erfolgreiche Unternehmer legen nach dem Verkauf ihrer Firma gern selbst weiter Hand an.
Laut Volker van Rüth, persönlich haftender Gesellschafter, sind weitere Unternehmer im Aktionariat willkommen.
“Es gibt weiteres Interesse von Unternehmern”, sagte er. Interesse an einem Verkauf von Anteilen an der Bank wird unter anderem der WWK Lebensversicherung nachgesagt, die 10 Prozent hält. Der Großteil der übrigen Anteile wird von privaten Aktionären gehalten.
Müller werde die Kapitalerhöhung von 30 Mio. Euro aber nicht allein stemmen, hieß es. Die Finanzaufsicht muss den Einstieg der Aktionäre noch genehmigen.
Mit Blick auf die jüngste Razzia wegen möglicher Steuerhinterziehung in Liechtenstein gab die Bank Entwarnung: Der Verdacht sei nicht bestätigt; weder gegen das Haus noch Mitarbeiter werde ermittelt.
Beim Ergebnis kämpfte die Bank 2007 mit hohen Kosten: Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge sank von 13,4 Mio. Euro auf 11 Mio. Euro.
Quelle: M.Schreiber
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