Gold von schwindender Nachfrage bedroht
Dienstag Januar 06th 2009, 1:33 pm
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft

Gold hat sich 2008 gegenüber den meisten anderen Anlageklassen als Outperformer erwiesen.

Die fundamentalen Gründe für den Kauf des Edelmetalls als Absicherung gegenüber Wechselkursschwankungen sind nach Ansicht von Analysten auch 2009 intakt.

Allerdings könnte die Entwicklung am physischen Markt die feste Tendenz kurzfristig unterminieren.

Der enorme Preisanstieg hat die Käufe wichtiger Importländer wie Indien und der Türkei einbrechen lassen.

Lag der Goldpreis am 24. Oktober noch bei 681,75 USD/Feinunze, so beschloss er das vergangene Jahr mit 879,30 USD/Feinunze. In US-Dollar machte der Jahresgewinn 4% aus, in Euro 12%, in Pfund Sterling 45% und in indischen Rupien 26%.

Die jüngste Rally basierte vor allem auf wachsenden Inflationsängsten, eine Folge der drastischen Zinssatzsenkungen der Zentralbanken.

Physische Goldkäufer in Ländern wie Indien reagieren allgemein viel empfindlicher auf steigende Goldpreise als Investoren in westlichen Ländern, die üblicherweise in jede Rally hinein kaufen.

Hatte Indien 2007 noch 759 t Gold eingeführt, so ist diese Menge 2008 um 41% auf 447 t abgeschmolzen.

Besonders schwach war das erste Halbjahr verlaufen, für das die Bombay Bullion Association nur eine Importmenge von 131 t nennt. Die Schwächeperiode fällt mit dem Ausbruch des Goldpreises auf das Rekordhoch von 1.031 USD/Feinunze am 17. März zusammen.

Dem folgte ein Preisabsturz unter 850 USD und bis zum 15. Juli eine erneute Rally auf 988,40 USD. Im Dezember waren Indiens Goldeinfuhren bei 3 t angelangt, im November waren es noch 34 t gewesen. Die Bombay Bullion Association erwartet im Januar keine Erholung, da die Zeit bis Mitte des Monats als ungünstig für Eheschließungen gilt, die den Hauptgrund für die Edelmetallnachfrage in Indien darstellen.

Die Türkei als ebenfalls wichtiges Zentrum der Schmuckherstellung hat im November nur 15 kg Gold importiert, verglichen mit 14,075 t im November 2007.

Experten sehen hier auf der einen Seite einen Zusammenhang mit Kreditproblemen der Goldimporteure. Allerdings werde auch aus den Souks des Nahen Ostens ein Nachfragerückgang berichtet. Ein großer Teil der türkischen Goldeinfuhren gehe vermutlich in Länder weiter südlich und westlich.

Berichte aus der Region um den Persischen Golf von Ende Dezember deuteten jedoch auf einen plötzlichen Kollaps der dortigen Nachfrage hin, der zweifellos mit dem Einbruch des Ölpreises zusammenhänge.
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Quelle: financial





Pessimistische Schweizer
Dienstag Januar 06th 2009, 9:51 am
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft

Pessimistischer Blick ins neue Jahr.

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung rechnet mit einem wirtschaftlichen Abschwung und fast jeder Vierte bangt um seinen Arbeitsplatz, wie eine Umfrage des SonntagsBlick und des Le Matin dimanche zeigt.

Die Befragten schätzen ihre persönliche Situation jedoch deutlich positiver ein als diejenige der Allgemeinheit, denn in Bezug auf die Gesamtwirtschaft rechnen drei Viertel mit einer höheren Arbeitslosigkeit.

60% der Befragten beurteilen die künftige Wirtschaftsentwicklung negativ.

Sie rechnen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Nur noch 9% glauben an einen Aufschwung. Der Anteil der Pessimisten ist damit so hoch wie seit 1992 nicht mehr.

Trotzdem herrscht keine entmutigte Stimmung: Im Fall eines Jobverlusts glauben 86% daran, rasch eine neue Stelle zu finden. Knapp die Hälfte rechnet allerdings damit, dass die Jobsuche etwas länger dauern wird als früher.

Für die Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Isopublic im Auftrag von Gallup International im November 1005 in der Schweiz wohnhafte Personen befragt.

Die Fehlerquote liegt bei plus/minus 3,16%.

Die Konjunkturabschwächung drückt langsam auch auf den privaten Konsum durch.

Der von der Grossbank UBS monatlich errechnete Konsumindikator sank im November so stark wie seit 2001 nicht mehr.

Der UBS-Konsumindikator fiel im November von 1,32 auf 0,96 und damit auf den tiefsten Stand seit März 2005. Im Oktober war der Indikator erstmals seit April 2006 unter den langjährigen Durchschnitt von 1,50 gesunken.

Ähnlich rasant ging es letztmals im Jahre 2001 nach dem Platzen der Internetblase nach unten.

Auf eine nachlassende Konsumneigung deuteten auch die um mehr als 16% gesunkenen Käufe von Neuwagen hin. Nach unten zeigten ausserdem die Kreditkartenumsätze. Auf dem jetzigen Niveau signalisiert der Konsumindikator aber nach wie vor ein Wachstum des privaten Konsums.

Die UBS geht davon aus, dass der private Konsum als mit Abstand wichtigste Komponente des Bruttoinlandprodukts (BIP) 2009 bloss noch um 0,5% zunehmen wird, nach voraussichtlich 1,8% im laufenden Jahr.

Die UBS-Ökonomen sind damit deutlich weniger zuversichtlich als das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), das in der jüngsten Prognose noch von einer Zunahme des privaten Konsums von 1,2% im Jahr 2009 ausging.
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Quelle: swissinfo









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