FinanzBlog24

Lufthansa und Swiss - Übernahme beendet
Freitag März 21st 2008, 6:55 pm
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft

Die Lufthansa zahlt den ehemaligen GrossaktionÀren der Swiss 269 Mio. Franken.

Zusammen mit den 2005 geleisteten rund 70 Millionen an die KleinaktionĂ€re werfen die Deutschen insgesamt 339 Mio. Franken fĂŒr Swiss auf.

Die Lufthansa-Aktie entwickelte sich um satte 44,67% besser als der definierte Aktienkorb, wie Lufthansa und Swiss am Karfreitag mitteilten. Der Erfolg der Swiss habe wesentlich dazu beigetragen.

Die GrossaktionÀre, die zusammen rund 85% der Swiss kontrollierten, hatten ihre Aktien gegen einen Besserungsschein getauscht. Dessen Auszahlung soll in den nÀchsten Tagen erfolgen.

Damit sei die Übernahme formal beendet.

Die grössten Ex-AktionĂ€re sind die Eidgenossenschaft mit 20%, der Kanton ZĂŒrich und die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse mit je rund 10%.

Beteiligt waren auch ein gutes Dutzend weiterer Unternehmen wie der Grossverteiler Coop, die Pharmaunternehmen Roche und Novartis, der Nahrungsmittelmulti NestlĂ©, der RĂŒckversicherer Swiss Re oder die Swisscom.

Ihre Beteiligung dĂŒrften die meisten Firmen auf null abgeschrieben haben. Die Zahlungen der Lufthansa fliessen damit als ausserordentliche Einnahmen in die Konzernrechnungen.

Der Bund als grösster Ex-AktionÀr erhÀlt 63,67 Mio. Franken.

Die Eidgenossenschaft hatte 600 Mio. Franken in die Swiss investiert, hinzu kamen 1,1 Mrd. Franken zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs der Swissair nach dem Grounding, bis die Swiss an Ostern 2002 abhob.

Bundesrat Hans-Rudolf Merz erklĂ€rte, die Entwicklung zeige, dass die Übernahme durch die Lufthansa aus Sicht der Swiss und des Wirtschaftsstandorts Schweiz eine sehr gute Lösung gewesen sei.

Zu keiner Zeit sei dem Bund eine attraktivere Offerte vorgelegen als jene der Lufthansa. Ein Alleingang der Swiss hĂ€tte kaum zum Erfolg gefĂŒhrt, da sich insbesondere die umfangreichen Synergiegewinne mit Lufthansa nicht eingestellt hĂ€tten, bilanzierte der Finanzminister.

FĂŒr den Bund sei aber von Anfang an nur ein befristetes Engagement in Frage gekommen, denn das FluggeschĂ€ft sei nicht Aufgabe des Bundes.

Der Kanton ZĂŒrich erhĂ€lt 31,8 Mio. Franken fĂŒr den Besserungsschein, die vollumfĂ€nglich in die allgemeine Staatskasse fliessen.

Die KleinaktionÀre der Swiss hielten zusammen rund 15% an der Swiss. Sie hatten 2005 bereits 8,96 Franken pro Aktie oder insgesamt rund 70 Mio. Franken erhalten.

FĂŒr die GrossaktionĂ€re gibt es pro Aktie nun 5,94 Franken, respektive total rund 269 Millionen.

Zum Vergleich: Air France-KLM bietet fĂŒr die Alitalia 138 Mio. Euro (rund 215 Mio. Franken).

Der Steigflug der Swiss, die 2007 einen Rekordgewinn auf Stufe EBIT von 571 Mio. Franken einflog, wÀre ohne die Integration in die Lufthansa nicht möglich gewesen, erklÀrte Swiss-Chef Christoph Franz.

Die Lufthansa habe der Swiss vor drei Jahren zwei zusĂ€tzliche Langstreckenmaschinen in Aussicht gestellt. Inzwischen ist die Swiss-Flotte bereits um fĂŒnf Langstrecken- und sieben Mittelstrecken-Flugzeuge gewachsen.

Damit verbunden stieg der Mitarbeiterbestand alleine 2007 um rund 10%. Das Wachstum und die Entscheidungen zur Erneuerung der Flotte entsprechen einem Wert von mehreren Milliarden Franken.

Laut Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber kommt die erfolgreiche Partnerschaft allen zu Gute: den Kunden, AktionĂ€ren, der Swiss und ihren Mitarbeitern und nicht zuletzt dem Standort Schweiz, insbesondere dem Drehkreuz ZĂŒrich.
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Quelle: swissinfo

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Die ehemalige Fluggesellschaft Swissair brach 2001 nach einer gescheiterten Expansionspolitik unter einem Schuldenberg zusammen. Mit Hilfe des Staates wurde die Gesellschaft Swiss International Airlines am 31. MĂ€rz 2002 gegrĂŒndet. Sie ging hervor aus der Fusion der Crossair mit der Swissair. Im MĂ€rz 2005 wurde die Swiss von der deutschen Lufthansa ĂŒbernommen. Im selben Jahr strich Swiss 856 Stellen. 2007 schuf die Airline 700 neue Stellen und zĂ€hlte Ende Dezember 7277 Mitarbeiter, die sich in 6022 Stellen teilten. Aktuell besteht die Swiss-Flotte aus insgesamt 72 Flugzeugen, die 70 Destinationen anfliegen. Swiss hatte 2006 mit einem Gewinn von 263 Mio. Franken erstmals schwarze Zahlen eingeflogen.

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