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Autofahrer sollten sich jetzt über die Typklasse ihres Wagens informieren.
Denn wie viel Geld sie für die Haftpflichtversicherung zahlen müssen, hängt vor allem von der Einstufung in die Typklasse ab – zum Jahresbeginn 2008 steht für zahlreiche Fahrer hier eine Änderung an.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin erwartet, dass rund 70 Prozent aller Autofahrer bei der Haftpflicht neu eingestuft werden – denn künftig werden dazu mehr Kriterien herangezogen. Und für Neuverträge gelten die neuen Bedingungen sogar schon jetzt.
Höhere Ausgaben bedeutet ein Typklassenwechsel nicht automatisch – möglich sind höhere Kosten aber. Die Branche wirbt für die Neuerung mit der Begründung, dass die Schadenswahrscheinlichkeit im neuen System besser abgebildet wird – so herrsche mehr Gerechtigkeit, erläutert GDV-Sprecherin Katrin Rüter de Escobar.
Insgesamt werde sich das Prämienaufkommen der Versicherungsunternehmen nicht erhöhen. Verbraucherschützer sind allerdings skeptisch – sie vermuten, dass für manchen Versicherten durch eine Neueinstufung höhere Monatsbeiträge anfallen.
Sie raten Autofahrern vor allem, auch in Zukunft die Tarife der Anbieter zu vergleichen – denn der Markt bietet viel Auswahl: In einer aktuellen Untersuchung von Stiftung Warentest in Berlin wurden 125 Angebote von 84 Anbietern verglichen.
Zum Jahreswechsel passen die Versicherungen ihre Typklassen jedes Jahr den aktuellen Schadensstatistiken an – das ist ein normaler Vorgang, wie Rüter erläutert. Dieses Jahr sind ein Tarifvergleich und ein möglicher Wechsel aber besonders angezeigt. Denn dieses Mal geschieht die Typklassenbemessung auf einer neuen Grundlage. Die Versicherungsunternehmen nehmen dabei neue Risikofaktoren auf.
Künftig spielen zum Beispiel die Merkmale “Fahrzeugalter bei Erwerb”, “Wohneigentum”, “Nutzerkreis” und “Nutzeralter” in die Einstufung hinein. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis der Versicherer, dass sie seltener zahlen müssen, wenn ihr Kunde beispielsweise ein 65-Jähriger ist, der über ein Haus mit Garage verfügt und als einziger mit seinem neu gekauften Auto fährt.
Teurer kommt dagegen – statistisch gesehen – das Versichern eines jungen Fahranfängers, der seinen älteren Gebrauchtwagen an der Straße parkt und diesen auch noch regelmäßig an andere Fahrer verleiht. Bislang wurden diese Merkmale außerhalb der Typklasse berücksichtigt.
“Diese weichen Faktoren wurden bisher als Rabattinstrumente genutzt”, sagt Jochen Oesterle, ADAC-Sprecher in München. So hätten Versicherte zum Beispiel dann Ermäßigungen bekommen, wenn sie angeben konnten, dass sie über eine Garage verfügen. Er könne sich nicht erklären, warum die Unternehmen diese Faktoren nun auch für die Berechnung der Typklassen heranzögen.
Oesterle rät Autofahrern, weiter auf Rabatte zu pochen – und immer wieder bei der Versicherung vorstellig zu werden, wenn sich einer der “weichen Faktoren” ändert. Ähnlich argumentiert Andrea Hoffmann, die Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen in Dresden. Auch sie rät zum regelmäßigen Preisvergleich.
Auf die neuen Typklassen zu achten, sei aber vor allem für die Verbraucher wichtig, die ohnehin über die Anschaffung eines Autos nachdenken. “Aber sich wegen der neuen Einstufung ein neues Auto zu kaufen – das kommt eher nicht in Frage.” Nach Worten von Katrin Rüter haben Hoch- oder Herunterstufungen nicht unbedingt zur Folge, dass die Versicherten mehr zahlen müssen.
Zum Beispiel würden ältere Fahrzeuge, für die Versicherte bisher eher höhere Prämien zahlen müssten, künftig günstiger eingestuft.
Dieser Vorteil werde jedoch in manchen Fällen wieder aufgezehrt, da die Käufer älterer Fahrzeuge nach dem neuen System einen Zuschlag hinnehmen müssen – wegen des Merkmals “Fahrzeugalter bei Erwerb”. Vergleichbar ist der umgekehrte Fall. Die Käufer jüngerer Autos profitieren von dem neuen Risikofaktor “Fahrzeugalter bei Erwerb”, weil die Schadensstatistiken bei ihnen einen pfleglicheren Umgang mit dem Wagen nahelegen.
Große Ersparnisse können sie sich aber auch nicht erhoffen. Denn neuere Autos werden nach dem neuen System tendenziell höher eingestuft.
Quelle: Stefan Waschatz
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WOZU GIBT ES TYPKLASSEN?
Typklassen gibt es, weil sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass versicherungstechnisch zwischen den rund 18.000 vom Kraftfahrtbundesamt erfassten Automodellen Unterschiede bestehen. Die Unfallwahrscheinlichkeit ist verschieden, die durchschnittliche Schadenshöhe ebenfalls.
Besitzer eines Autotyps, der besonders häufig in Unfälle verwickelt ist, sollen mehr für ihre Versicherung zahlen als solche, die mit einem Wagen fahren, der statistisch gesehen seltener zum Versicherungsfall wird.
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