Japans Autobauer planen, die in ihrem Heimatmarkt erfolgreichen Mikroautos bald auch in Europa einzuführen. Toyota zielt beim Verkaufsstart seines vor wenigen Monaten vorgestellten Miniwagens iQ vor allem auf Westeuropa, heißt es in der Branche.
Mitsubishi Motors hat bereits begonnen, sein bohnenförmiges Kleinstauto mit dem Namen “i” nach Großbritannien zu exportieren. “Es ist deutlich zu sehen, dass japanische Hersteller ihre Kleinwagen verstärkt ins Ausland exportieren wollen. Dabei bietet ihnen Europa großes Potenzial”, sagt Oliver Waschilowski, Analyst bei Polk Marketing Systems.
Japans Hersteller versuchen damit, sich schnell in diesem weltweit neuen Wachstumssegment zu positionieren. Denn global gewinnen Miniautos wegen steigender Spritpreise, härterer Abgasvorschriften und der entstehenden neuen Autonachfrage in Schwellenländern an Reiz. Auf der Tokio Motor Show, die am Freitag beginnt, präsentieren die Autobauer unter anderem auch ihre Ideen für neue Kleinstwagen.
Mit einem Export der neuen Generation solcher Miniautos greifen Toyota, Honda, Mitsubishi und andere Autobauer die etablierten westlichen Hersteller an. Denn der neue Charme der kleinen Cityflitzer lässt die Ideen der Autoexperten auch in Westeuropa sprühen. So will etwa Audi seine Kleinwagenstudie A1 auf der Show in Tokio vorstellen – erste Fotos und Details kursieren bereits im Internet. Vorigen Monat stellte auch Audis Mutterkonzern Volkswagen seine Kleinstwagenstudie mit dem Namen Up vor, Fiat feilt an einem Modell noch unterhalb des kleinen Fiat 500, und Daimler hat vor einiger Zeit die Neuauflage des Zweisitzers Smart auf den Markt gebracht.
In Japan sind die Minivehikel unterhalb der Kleinwagenklasse seit Jahren ein Verkaufsschlager, weil sie wegen niedriger Emissionen und geringem Platzbedarf steuerlich begünstigt werden. Diese in Japan Kei-Cars (Leichtwagen) genannten Autos dürfen nur Motoren mit maximal 660 Kubikzentimeter Hubraum haben.
Nun bahnt sich in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern wegen der Klimadebatte eine ähnliche Situation an. Denn die geplanten scharfen Emissionsregeln der EU zwingen die Hersteller dazu, mit dem Verkauf kleiner Autos ihre Abgasbilanz zu senken. “Es ist extrem notwendig, kleine Autos im Angebot zu haben”, urteilt Koji Endo, Autoanalyst der Credit Suisse in Tokio. Mehrere japanische Hersteller schauten daher derzeit das Segment der Kleinstwagen für die globale Expansion genauer an.
Immerhin verspricht das Segment großes Wachstum. Waren 2005 nach einer Analyse der Boston Consulting Group gerade ein Viertel der weltweit 51 Millionen verkauften Pkw Kleinwagen, sehen die Berater das Segment 2015 mit 24 der 70 Millionen Fahrzeuge schon bei mehr als einem Drittel.
“Durch ihre Erfahrungen bei Kleinstwagen im Heimatmarkt haben die japanischen Hersteller einen Vorsprung bei der Entwicklung solcher Autos”, sagt Analyst Waschilowski. In Japan sind die Kei-Cars schon lange wegen ihrer geringen Betriebskosten neben meist aus Deutschland importierten Prämiummarken das einzig florierende Segment. Im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2006 waren laut Japans Vereinigung der Automobilhersteller (Jama) 27 Prozent der 5,6 Millionen verkauften Wagen Kei-Cars.
Dagegen schrumpft der klassische Pkw-Markt, der inzwischen auf ein Niveau von vor 20 Jahren gefallen ist. Auch in den ersten neun Monaten dieses Jahres bröckelte der Markt laut Jama um zwölf Prozent. Toyota hat daher bereits seine Verkaufsprognose für dieses Jahr gesenkt, und auch Honda kassierte sein bisheriges Absatzziel vergangene Woche ein. Analysten rechnen nicht mit einem Ende des Leidens, denn in Japan schrumpft die Bevölkerung weiter. Daher sind die japanischen Autobauer auf das Wachstum im Ausland angewiesen.
Allerdings birgt der Trend zum Miniflitzer eine Gefahr für die Profitabilität der Hersteller, warnen Branchenkenner. Denn die Gewinnmargen solcher Kleinstwagen sind nur dünn. “Es ist sehr schwierig, mit Minis Geld zu machen”, sagt etwa Christopher Richter, Autoanalyst der CLSA Asia-Pacific in Tokio. Der auf Kleinwagen spezialisierte Hersteller Suzuki erzielte beispielsweise 2006 eine operative Gewinnmarge von 4,2 Prozent, während Toyota, Honda und Nissan das doppelte oder mehr pro verkauftem Vehikel einstreichen. Um doch Geld aus den Minis zu wringen, sind für Richter hohe Stückzahlen, eine extreme Sparkultur und marktnahe Produktion notwendig. “Es ist unwahrscheinlich, dass die Japaner die Minis exportieren werden, eher werden sie sie vor Ort produzieren”, mutmaßt er.
Quelle: FTD
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Da kann man nur den Kopf schütteln. Offensichtlich haben die Autobauer noch nie einen Citroen AX mit Dieselmotor gefahren. Verbrauch des AX bei normaler Fahrweise und voll beladen waren vor über 10 Jahren schon bei 3,2 Liter auf 100 km. Nicht im Prospekt, sondern aus eigener Er”fahrung”
Kommentar von Wolfgang 10.22.07 @ 6:08 pm