IWF verkauft 403,3 Tonnen Gold
Dienstag April 08th 2008, 10:09 am
Abgelegt unter: Kapital, Fonds

Im Zuge der Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise plant der IWF den Verkauf von 403,3 Tonnen Gold für rund 11 Mrd. Dollar.

Das sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Washington.

Er lobte den Entscheid des IWF-Verwaltungsrates als “Meilenstein” auf dem Weg zu einem “soliden wirtschaftlichen Fundament” und der Modernisierung der Strukturen der Finanzinstitution, der 185 Länder angehören.

Der IWF mit Sitz in Washington finanziert seine laufenden Kosten vor allem aus Zinszahlungen für Kredite an Mitgliedsländer.

Der Bedarf an solchen Darlehen ging aber in den vergangenen Jahren deutlich zurück und damit auch die Einnahmen des IWF.

Ende vergangenen Jahres hatte Strauss-Kahn gewarnt, wenn die Kreditvergabe nicht ansteige, sehe sich der IWF bis 2010 einem Fehlbetrag von 400 Millionen Dollar gegenüber.

Die Goldmenge, die der IWF veräußern will, entspricht etwa zwölf Prozent seiner gesamten Goldreserven.

Der Vollzug ist jedoch abhängig von einer Satzungsänderung, der 85 Prozent der Mitgliedsländer zustimmen müssen. Das Votum im Verwaltungsrat fiel nach monatelangen Debatten.

In einer weiteren Entscheidung stimmte der Verwaltungsrat für eine Reorganisation des vornehmlich auf Zinszahlungen für Kredite gestützten IWF-Einnahmemodells in eines, das “Fonds aus verschiedenen Quellen generiert”, wie es in der Erklärung weiter hieß.

Außerdem seien für die Jahre 2009 bis 2011 im Budget “tiefe Einschnitte bei den Ausgaben” geplant. Das Gremium billigte den Haushalt für 2009, der am ersten Mai in Kraft tritt.
Die IWF-Reformen sehen auch Personalabbau vor.

Der vor 63 Jahren gegründete IWF ist eine der mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt. Er vergibt unter bestimmten Auflagen Kredite an Staaten, die unter wirtschaftlichen Problemen leiden.

Ausserdem gewährt er Entwicklungsländern Kredite und erarbeitet Wirtschaftskonzepte für sie.

Im Gegenzug verlangt er für die Kreditvergabe oft strenge wirtschaftliche Reformmassnahmen der Nehmerländer.


Quelle: sda




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