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Der Preis steigt und steigt.
Sorgen um die Stabilität des US-Finanzsektors, fallende Aktienkurse, ein hoher Ölpreis, Inflationsängste und der schwache Dollar – all das spricht aktuell für Gold als Absicherungsinstrument.
Entsprechend sind die Notierungen für das Edelmetall in den vergangenen Wochen wieder kräftig gestiegen.
Der Preis für die Feinunze erreichte am Dienstag mit 988 $ den höchsten Stand seit vier Monaten, fiel am Mittwoch aber parallel zum Ölpreis zeitweise unter 960 $.
Viele Analysten erwarten nun, dass die Marke von 1000 $ demnächst wieder genommen wird.
Das Edelmetall könnte sogar das Rekordhoch vom März von 1030,80 $ noch einmal überwinden, wenn die Inflation weiter hoch bleibt, sagte Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Leiter Marketing und Sales beim Hanauer Metallhändler Heraeus.
Gold habe seine alte Rolle als Inflationsschutz zurückgewonnen, sagte er.
Viel werde aber davon abhängen, wie sich Rohöl und der Dollar weiter entwickeln, die seit etwa eineinhalb Jahren besonders eng mit Gold korrelieren.
Auch Folker Hellmeyer, Chefstratege der Bremer Landesbank, ist für die Edelmetalle in diesem Jahr sehr zuversichtlich. “Gold und Silber stehen außerhalb unseres angeschlagenen Finanzsystems”, sagte er.
Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank, führt als stützenden Faktor für Gold zudem die Arbeitsniederlegungen in Südafrika an, die Ängste vor einer eventuellen Verknappung des Metalls schüren. “Mit einem nachhaltigen Anstieg über 1000 $ rechnen wir dennoch erst im vierten Quartal.”
Die Anlagestrategen der Schweizer Großbank Credit Suisse sehen diese Marke noch im dritten Quartal fallen.
UBS hob ihre Prognose für den Durchschnittspreis über den kommenden Monat auf 1000 $ von zuvor 900 $ an.
Wrzesniok-Roßbach führt als sehr wichtigen Faktor für das Edelmetall die Investorennachfrage an. Private und institutionelle Anleger haben in den vergangenen zwei Jahren massiv in börsennotierte Fonds (ETF) investiert, weil diese einfach und transparent sind.
Investoren haben nach seinen Angaben inzwischen über ETFs rund 970 Tonnen Gold gekauft. “Das ist mehr als ein Drittel der weltweiten Jahresproduktion”, sagte Wrzesniok-Roßbach.
Die Gesamtinvestitionen in Gold – also einschließlich Terminkontrakten – belaufen sich nach seinen Schätzungen auf rund 1800 Tonnen. Er geht davon aus, dass diese Engagements nicht schlagartig verringert werden, weil in den ETFs vor allem längerfristig orientierte Anleger aktiv sind.
Der Edelmetallexperte erwartet dennoch, dass sich der Goldpreis langfristig nicht auf dem hohen Niveau halten wird.
“Das Rückschlagspotenzial kommt aber eher nicht aus den ETF-Positionen”, sagte Wrzesniok-Roßbach, sondern vom Terminmarkt oder den Minenkonzernen, die nicht mehr so viel Gold zurückkaufen wie in der Vergangenheit.
Zudem steige die Goldproduktion langsam wieder.
Auch die Nachfrage seitens der Schmuckindustrie werde wegen der konjunkturellen Abkühlung schwach bleiben. Ferner komme derzeit viel Altmetall zurück. Auch die Nachfrage der Investoren werde nachlassen und der Dollar “seinen Boden finden”.
Hinzu komme, dass der Ölpreis in einer Rezession parallel zur Nachfrage deutlich sinken werde. “Das sehen wir aktuell schon bei den Industriemetallen”, sagte Wrzesniok-Roßbach. Platin und Palladium etwa werden nach Angaben des Commerzbank-Analysten Weinberg von der Sorge belastet, dass die Nachfrage der Automobilindustrie für Katalysatoren nachlässt.
Anlegern, die noch nicht in Gold investiert sind, rät Wrzesniok-Roßbach nur zum Einstieg, wenn der Preis – wider Erwarten – auf 850 $ zurückfiele. Allerdings sollten Investoren in diesem Fall daran denken, mittelfristig Gewinne mitzunehmen.
“Längerfristig sind Preise weit unter 1000 eher wahrscheinlich als Preise über 1000 $”, so der Heraeus-Experte.
Quelle: D.Grass
3 Kommentare so far
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Hallo,
wie vom Vorredner shore richtig geschrieben: ein gefährliches Investment.
Gold steigt in Krisenzeiten und fällt in guten Zeiten.
Als Investment ist die Volatilität viel zu hoch!
Physisches Gold, also Gold, das man in den Händen halten kann ist nur für eines gut: als Notgroschen. Wer genügend Investitionen getätigt hat für den ist eine max. Hortung von 10 % seiner Investition sinnvoll. Von Rendite sollte man da nie sprechen. Es ist nur geeignet um in Kriegs-, Kriesen- und sonstigen Zusammenbruchszeiten das Überleben zu sichern.
Wer den Goldmarkt über viele Jahre beobachtet hat, wird eine Volatilität von weit über 100 % feststellen. Das ist zu viel für eine Kapitalanlage.
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen heute für 10.000 € Gold ein und brauchen es gerade dann, wenn der Preis dafür auf 1.000 € gefallen ist.
Grüße
Brendle
Komische Logik,diese Herren,
es ist geschichtlich belegt, daß zu Zeiten von Kaiser Septimius Severus (193 n.Chr.) eine Senatoren-Toga für 3 Aureus a 8,19 g angefertigt wurde. Heutzutage fertigt Herr von Eden in Hamburg oder Berlin einen Buisiness Anzug für etwas mehr als eine Feinunze Gold a 31,10 g an. Trotz Volatilität ist ein 100-prozentiger Werterhalt über 2000 Jahre unbestreitbar. Der vorne angeführte Vergleich erklärt aber auch den derzeit sehr wohl noch günstigen Preis des Goldes sowohl in USD als auch im angeblich so stark bewerteten EURO. Erst wenn die Feinunze Gold bei 2500 USD angekommen ist, hat sie den realen Inflationverlust des USD wirklich nachgeholt.
Auch 1 EURO entspricht 2008 nur noch 1 DM in 2001.
Herr von Eden wird seine Anzüge sehr bald für 1000 EURO verkaufen und ich halte jede Wette, daß die Feinunze Gold dann auch mindestens 1000 EURO kosten wird. Und wer ständig vergißt, wie sich Staaten nach Kriegen oder Mißwirtschaft seit Jahrhunderten entschulden, nämlich durch Hyperinflation, der hat wirklich nichts gelernt.
Alle Volkwirtschaften der Erde haben zusammen ein BSP von ca 50 Billionen USD an realen Werten. In Umlauf sind aber bereits 900 Billionen USD. Real sind also nur noch 5,55 %, ein Wert, der den USD und anschließend den EURO wird untergehen lassen.
Wer noch in USD oder EURO rechnet, hat sich einfach verrechnet und wird wie diese Währungen mit untergehen. 100 % Jahreszins auf Nichts bleibt im Ergebnis Nichts.
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Gefährliches Investement. Erholt sich die Wirtschaft schneller als gedacht, bzw. stürzt sie nicht so schnell wie gedacht ab und sinkt der Rohölpreis, so folgen durch niedrigere Inflation als erwartet Kursverluste bei Gold.
Ist halt ein Pokerspiel, ob in dem Goldpreis nicht mittlerweile neben einer gesunden Portion Skepsis der Entwicklung gegenüber auch ein zu hoher Panik-Aufschlag enthalten ist.
Kommentar von shore 07.17.08 @ 3:06 pm