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Das Wachstum wird sich nach Überzeugung der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute im nächsten Jahr nur leicht abschwächen. Sorge bereiten den Wissenschaftlern die US-Konjunktur – und vor allem mögliche Korrekturen der Hartz-Reformen.
Die Wirtschaftsweisen haben eindringlich vor einer Abkehr vom Reformkurs gewarnt. Eine von den Koalitionsparteien diskutierte länger dauernde Zahlung des Arbeitslosengeldes I für Ältere lehnen sie strikt ab. “Es ist absurd, mit Verweis auf die bessere Kassenlage eine Revision der Reformen zu fordern”, heißt es in dem heute Vormittag in Berlin vorgelegten Herbstgutachten der Institute. Die Erfolge auf dem Arbeitsmarkt wie der Abbau der Erwerbslosigkeit älterer Menschen und der Langzeitarbeitslosigkeit würden gefährdet.
“In der Arbeitsmarktpolitik findet der Reformkurs der vergangenen Jahre keine Fortsetzung”, kritisieren die an dem Herbstgutachten beteiligten acht Institute. “Vielmehr wird derzeit eher über ein Zurückdrehen bei den bisherigen Reformen diskutiert.”
Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird nach Einschätzung der Experten im nächsten Jahr an Schwung verlieren. Trotz der Finanzkrise bleibe das Wachstum aber robust. Die Institute sagen für 2008 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,2 Prozent voraus nach einem Plus von 2,6 Prozent in diesem Jahr. Zugleich werden ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahl sowie ein beschleunigter Lohnanstieg erwartet.
Dämpfend auf die Konjunktur wirken sich demnach die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn von 2007, der Ölpreisanstieg, der starke Euro und die jüngsten Finanzmarktturbulenzen aus. Im kommenden Jahr werde sich zudem die Weltkonjunktur abkühlen, hieß es.
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Aufschwung in Deutschland durch diese Faktoren abgebrochen werde, sei jedoch gering. Selbst in einem Szenario, in dem gleichzeitig mehrere Risikofaktoren wirksam würden – weiterhin bröckelnde Immobilienpreise in den USA, sinkende Aktienkurse in den Industrieländern oder erneute Aufwertungen des Euro etwa – wären die Effekte wohl nicht so groß, dass mit einer Rezession in Deutschland zu rechnen sei.
Die neuen Länder werden trotz des sich abschwächenden Wirtschaftsaufschwungs erneut stärker wachsen als der Westen. Die Wirtschaftsexperten gehen von einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts in Ostdeutschland um 3,0 Prozent aus, während für die alten Länder 2,6 Prozent vorausgesagt werden. Damit wächst die ostdeutsche Wirtschaft das dritte Jahr in Folge stärker als in den alten Ländern.
Die Zahl der Arbeitslosen wird laut Prognose 2008 mit durchschnittlich 1,223 Millionen um rund 70.000 geringer ausfallen als noch in diesem Jahr.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte in seiner am Dienstag veröffentlichten Konjunkturprognose mitgeteilt, dass in diesem Jahr zwar noch ein Plus von 2,4 Prozent zu erwarten sei, 2008 aber nur noch von 2,1 Prozent und 2009 von 1,7 Prozent.
Das Bundeswirtschaftsministerium hatte für die Periode Herbst 2007 bis Frühjahr 2010 die Gemeinschaftsprognose neu ausgeschrieben. Zum Zuge kamen das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München, sowie das Dreier-Konsortium bestehend aus dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), dem gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und dem österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo.
Quelle: mik/AP/ddp/dpa
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