FinanzBlog24

Golf Cooperation Council
Dienstag Dezember 25th 2007, 6:39 am
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft

Die Wirtschaft in den Mitgliedsstaaten des Golf Cooperation Council (GCC) boomt. Das ist allgemein bekannt. Zu den GCC-Ländern zählen Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman, Bahrain und Kuwait.

Weniger bekannt ist allerdings, dass die Bevölkerung im Gegensatz zur demografischen Struktur der westlichen Welt in dieser Region sehr jung ist - in Saudi-Arabien beispielsweise sind über zwei Drittel der Einwohner jünger als 30 Jahre alt.

Und die Bevölkerung wächst sehr rasch.

Heute leben dort rund 36 Millionen Menschen. Für die nächsten zehn Jahre werden Zuwachsraten von drei Prozent erwartet. Charakteristisch für die GCC-Staaten ist außerdem, dass viele Ausländer dort leben und arbeiten.

Wirtschaftswachstum und demografische Struktur bergen Herausforderungen, vor allem fĂĽr das Gesundheitswesen.

Die GCC-Länder haben diese Herausforderung angenommen und konnten ihre Systeme durch massive Investitionen entscheidend verbessern.

Lebenserwartung und Kindersterblichkeit liegen mittlerweile fast auf europäischem Niveau. Doch damit ist es nicht getan. Relativ zu den finanziellen Möglichkeiten lässt das Niveau der Gesundheitsversorgung immer noch zu wünschen übrig.

Die Systeme kranken nach wie vor an Qualitätsmängeln. Es fehlt an notwendiger Transparenz, Informationen und Anreizsystemen, die die Effizienz und Effektivität verbessern würden.

Erschwerend kommt hinzu, dass chronische und sogenannten Lifestyle-Erkrankungen wie Diabetes, Adipositas und Bluthochdruck rapide ansteigen.

Auch wenn in den GCC-Ländern junge Menschen einen hohen Anteil der Bevölkerung stellen, ist es doch die Gruppe der über 60-Jährigen, die am stärksten wächst.

Der Gesundheitssektor ist darauf noch nicht eingestellt.

Es fehlen geriatrische Einrichtungen, Pflegeheime und Rehazentren.

Es wird erwartet, dass in der Golfregion innerhalb der nächsten 20 Jahre die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen um 250 Prozent zunimmt.

Die Situation spitzt sich noch weiter zu, da es in der Region nicht genügend medizinische Fachkräfte gibt.

Insgesamt absolvieren in den GCC-Ländern zu wenige Menschen ein Medizinstudium oder eine medizinische Berufsausbildung. Angesichts dieser Herausforderungen schlagen die Regierungen der Region bereits heute neue Wege ein, um die Qualität und den Zugang zur Gesundheitsversorgung maßgeblich zu verbessern.

Heute trägt der Staat in den GCC-Ländern 70 bis 80 Prozent der Kosten. Ein wesentlicher Trend geht dahin, Gesundheitseinrichtungen beziehungsweise deren Management sowie die Finanzierung der Gesundheitsversorgung zu privatisieren.

Der Fokus auf Gesundheit im weiteren Sinn schafft Chancen in den unterschiedlichsten Bereichen, darunter Krankenversicherung, Pharmazie, Generika und Medizintechnik. Fachkräfte für Gesundheitsmanagement, Managed Care und Geriatrie haben hier beinahe grenzenlose Opportunitäten.

Gleichzeitig bemĂĽht man sich, die medizinische Ausbildung zu unterstĂĽtzen und zu verbessern.

Man sollte sich aber bewusst sein, dass es am Golf einige Zeit dauern kann, bis sich der Geschäftserfolg einstellt, und darf kurzfristig keine zu hohen Erwartungen haben.
­_______________
Quelle: P.Choueiri




2 Kommentare so far
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Hallo,

>>> … Man sollte sich aber bewusst sein, dass es am Golf einige Zeit dauern kann, bis sich der Geschäftserfolg einstellt, und darf kurzfristig keine zu hohen Erwartungen haben. …

Kommentar von Martin Kraeter 12.27.07 @ 11:10 am

Hallo,

kann, muss und sollte man auf jeden Fall so unterschreiben. Wir erleben immer wieder Firmen, die schlicht zu knapp budgetiert haben und das Schicksal des tragischen 100-Meter-Läufers erleiden, der nach 90 Metern über seine Schnürsenkel stolpert.

Aber - gerade der Healthcare-Sektor (sofern man sich nicht direkt den wirklich kompliziertesten Markt Saudi Arabien herauspickt) ist in den GCC-Ländern hoch dynamisch und in einzelnen Ländern sogar ein Politikum.

Geht es doch darum,
a) den immer noch starken Gesundheitstourismus (aber mal in die andere Richtung, nämlich raus aus dem Land) zu reduzieren,
b) in den Healthcare-Standard-Rankings der WHO aus dem Mittelfeld heraus zu kommen.

Die Erfahrung, die wir selbst 2004 und 2005 hier in Dubai mit dem Aufbau eines Medizintechnik-Vertriebs gemacht haben:

1. Präsenz vor Ort, um Entscheidern Sicherheit bezüglich After Sales zu geben
2. Ausgewogenes Produktportfolio mit Alleinstellungsmerkmalen und Qualitätsanspruch
3. Ausreichend dimensioniertes Kostenbudget
4. Gut strukturierte Hospital-Datenbank
5. Kontinuierliches Fieldwork
6. Exzellente Kontakte mit ideeller UnterstĂĽtzung der verschiedenen Authorities
7. Expatriate-Ärzte als Protagonisten aufgebaut
8. Klare Primärausrichtung auf den Public Sector

. . . und es ist ohne Weiteres möglich, innerhalb einer Zeitspanne von 12 Monaten den operativen Break-Even zu erreichen. In unserem Falle war das nach nur 9 Monaten der Fall.

Aber: Es ist harte Arbeit und von Anfang an mĂĽssen es die richtigen Leute sein, vor allem in den Bereichen Sales & Product Specialists. Unsere Operations war 3,5 Leute stark.

Schönen Tag

Martin Kraeter
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KLP GROUP EMIRATES
P.O. Box 122563
DUBAI
Vereinigte Arabische Emirate
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Telefon: +971.4 3555849
Telefax: +971.4 3551528
E-Mail: emirates@klp.info
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let us help You do the same.

Kommentar von Martin Kraeter 12.27.07 @ 11:12 am



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