Die Deutsche Bahn will nun auch bei Fußballfans punkten.
Passend zur Europameisterschaft bringt sie die Fan-Bahncard 25 ins Spiel. Für 19 Euro lässt sich damit bei jeder Reise ein Viertel des Preises sparen.
Mindestlaufzeit ist bis zum 30. Juni.
Der Clou: Mit jedem Sieg des deutschen Teams verlängert sich ihre Gültigkeit – bestenfalls bis zum 31. Dezember 2008.
Für die erste Klasse gibt es die entsprechende Karte zu einem Preis von 39 Euro. Noch bis zum 7. Juni können beide Varianten gebucht werden.
Aber vorher sollte man gut überlegen, ob sie sich für die eigenen Reisebedürfnisse eignen. Und dazu gilt es zunächst, etwas Flutlicht in den Tarifdschungel der Bahn zu bringen.
Zum Vergleich: Die „klassische“ Bahncard 25 kostet 55 Euro und ist ein Jahr gültig. Mit beiden Varianten bekommt man 25 Prozent Rabatt auf jeden regulären Fahrpreis.
Kombinierbar ist sie mit dem Sparpreis 25 und Sparpreis 50, die die Fahrtkosten ebenfalls um ein Viertel beziehungsweise die Hälfte reduzieren.
Bestenfalls lässt sich so bis zu 62,5 Prozent sparen (Zunächst werden 50 Prozent abgezogen und dann von diesem Betrag noch einmal 25 Prozent).
Aber kein Angebot ohne Haken: Die Sparpreise sind stark kontingiert, sie gelten nur bei Hin- und Rückfahrt und beim Sparpreis 50 besteht Wochenendbindung. Spätestens drei Tage vor Reisebeginn müssen Strecke und Uhrzeit fest gebucht werden.
Ein Umtausch ist nur bis einen Tag vor Reisebeginn gegen eine Gebühr von 15 Euro möglich. Flexibler ist man, wenn man nur mit der Fan-Bahncard 25, der normalen Bahncard 25 oder der Bahncard 50 fährt.
Bei allen dreien kann man sein Ticket auch noch kurz vor der Abreise lösen.
Die Bahncard 50 kostet 220 Euro (1. Klasse: 440 Euro). Sie ist nicht mit anderen Angeboten kombinierbar, aber dafür reduziert sie die regulären Fahrtkosten um die Hälfte.
Noch kostengünstiger kann man sich allerdings mit dem Dauerspezial-Angebot von einem Ort zum nächsten begeben.
Schon ab 29 Euro pro Strecke reist man auf diese Weise deutschlandweit. Allerdings muss man, wie bei den Sparpreisen auch, sehr frühzeitig buchen, um tatsächlich eine Karte zu einem solch günstigen Preis zu ergattern. Und es besteht ebenfalls Zugbindung.
Preislich ist das Dauerspezial aber unschlagbar.
Zum Vergleich: Eine reguläre Fahrt von München nach Hamburg und zurück kostet in der zweiten Klasse 244 Euro. Mit der Bahncard 25 fallen 183 Euro an. Mit der Bahncard 50 reduziert sich der Preis um die Hälfte, man bezahlt also 122 Euro.
Kombiniert man die Bahncard 25 mit dem Sparpreis 50 kostet die Reise nur noch 91,50 Euro. Allerdings ist dies immer noch deutlich mehr als der günstigste Dauerspezialpreis von 29 Euro pro Strecke (58 Euro insgesamt).
Dieses Beispiel zeigt, dass sich die Anschaffung der Fan-Bahncard 25 bereits bei einer einzigen längeren Reise lohnen kann. Selbst ohne Kombination mit den Sparpreisen ist der Anschaffungspreis zusammen mit dem durch die Karte reduzierten Preis (19 Euro + 183 Euro = 202 Euro) niedriger als der reguläre Fahrpreis von 244 Euro.
Was aber, wenn man häufiger auf kurzen Strecken unterwegs ist? Lohnt sich dann eher das klassische Modell?
Bei einem Formtief der deutschen Nationalmannschaft ist die Fankarte – vorausgesetzt man hätte gleich am 1. April gebucht – ein Vierteljahr gültig. In diesem Fall würde man mit der normalen Bahncard 25, die für ein Jahr in der zweiten Klasse 55 Euro – also knapp das Dreifache – kostet, günstiger fahren.
Wird die deutsche Elf Europameister, gilt die Karte neun Monate, und die Investition hätte sich gerechnet.
Wer grundsätzlich vorhat, sich eine Bahncard 25 zuzulegen, der sollte sich also überlegen, inwieweit er auf die Fähigkeiten von Ballack und Co vertraut.
Einen zusätzlichen Pluspunkt gibt es übrigens noch bei allen Bahncard-Varianten: Der Rabatt wird auch bei Fahrten in 29 europäische Länder – auch zu den EM-Gastgebern Österreich und Schweiz – gewährt.
Aber aufgepasst: Ein Foul begeht die Deutsche Bahn doch noch.
Als Bahnfahrer muss man sich nicht nur vor Fahrtantritt durch einen Wust von verschiedenen Preisen, Rabatten und Einschränkungen kämpfen, um das jeweils günstigste Angebot zu ermitteln. Auch hinterher sollte man am Ball bleiben.
Denn: „Die Fan-Bahncard wirkt auf den ersten Blick wie eine Art Schnupperangebot, das Problem sind aber die Kündigungsregeln“, warnt Stefan Jugelt vom Fahrgastverband Pro Bahn.
Mit der Fankarte löst der Kunde nämlich zugleich automatisch ein normales Abo der Bahncard 25, das sich jeweils um ein Jahr verlängert, wenn nicht bis zum 30. Juni beziehungsweise je nach Verlängerung bis vier Wochen vor Ablauf gekündigt wird.
„Dies sagt die Bahn dem Kunden nicht klar genug“, kritisiert Jugelt.
Fazit: Gelbe Karte für die Bahn!
Und als Kunde sollte man die Augen weit offen halten, um kein Eigentor zu kassieren!
Quelle: S.Fischer
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