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Flugzeugfonds erleben ihren zweiten Frühling: Anleger entdecken die geschlossenen Fonds als Renditebringer wieder.
Nun können sie auch in den Riesenairbus A380 investieren - mit ebenso hohen Gewinnchancen und Risiken wie bei Schiffsfonds.
“Flugzeugfonds scheinen zurzeit ein Renner zu sein”, sagt Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank. Wer in geschlossene Fonds investiere, müsse jedoch risikobereit und vermögend sein.
In der Tat ist die Einstiegshürde hoch für den Normalanleger: Beim neuen A380-Fonds des Dortmunder Fondsanbieters Dr. Peters Gruppe muss er schon mindestens 20.000 $ mitbringen, um den Fonds zeichnen zu können.
Dazu trägt er das Währungsrisiko. “Beteiligungen an geschlossenen Fonds sollten nie mehr als fünf Prozent des Gesamtvermögens ausmachen”, sagt Stefan Loipfinger, Experte für geschlossene Fonds.
Die Gruppe will in diesem Jahr mindestens vier Fonds für eine Beteiligung am weltgrößten Passagierflugzeug A380 auflegen. Im Februar soll der erste geschlossene Fonds zur Zeichnung angeboten werden, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Jürgen Salamon.
Damit sein Geschäftsmodell aufgeht, muss Salamon bei deutschen Anlegern rund 400 Mio. $ Eigenkapital einsammeln.
Die gesamte Investitionssumme für die ersten vier A380-Modelle liegt der Gruppe zufolge doppelt so hoch.
Singapore Airlines zahlt monatlich 1,71 Mio. $ Leasinggebühren für mindestens zehn Jahre. Die Fluggesellschaft trägt auch alle Kosten für Wartung und Betrieb.
Nach den Berechnungsmodellen könnte aus 100.000 $ Investition eines Fondszeichners nach zwölf Jahren eine Gesamtausschüttung von 222.000 $ entstehen. Bereits im ersten Jahr betrage die Verzinsung 7,25 Prozent.
Flugzeug- und Schiffsfonds haben einige Gemeinsamkeiten:
Die Investitionsgüter sind so groß, dass ständig nach Finanzierungsvehikeln gesucht wird. Für kleinere Modelle wie etwa einem Schiff mit der Container-Standardgröße 2500 TEU (Twenty foot Equivalent Unit) oder einem Airbus A319 gibt es einen Massenmarkt, für sehr große Flugzeuge und Schiffe jedoch nicht: Der A380 kann nur auf wenigen Flughäfen landen, ein Schiff mit 10.000 TEU nur in wenigen Häfen löschen.
Noch kann also niemand sagen, wie hoch für solche Großflieger oder Containerriesen die Raten beim Wechsel eines Leasingnehmers sein werden. “Der Anleger trägt das Sonderrisiko”, sagt Experte Loipfinger.
Das sieht beim A380 nicht anders aus: Steigt Singapore Airlines nach zehn oder mehr Jahren aus dem Leasingvertrag aus, muss die Fluglinie im Gegensatz zu früher die Maschine nicht mehr zurückkaufen, sondern sie ist wieder auf dem freien Markt erhältlich.
Der Kreis der Fluglinien, die sich einen Riesen-Airbus leisten können, bleibt dagegen überschaubar.
Salamon jedenfalls ist zuversichtlich, bis Herbst die Anteile an den geschlossenen A380-Fonds abgesetzt zu haben. Die aktuelle Börsenkrise würde ihm nur in die Hände spielen: “Unsere Rendite ist sicher - die Börse ist es nicht.”
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Quelle: B.Maatz
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