Abgelegt unter: Insolvenz
Die Firmenpleiten sind im ersten Quartal 2008 um 15 Prozent zurückgegangen. Salzburg ist Klassenbester, in Tirol wurden nur die abgewiesenen Fälle weniger.
Die Unternehmenspleiten sind im ersten Quartal 2008 um 15 Prozent zurückgegangen, die eröffneten Insolvenzverfahren nur um rund 3,6 Prozent, die mangels Vermögens abgewiesenen Verfahren aber um 24,8 Prozent.
Für Jubel ist es noch zu früh.
Laut KSV1870 sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Denn ein Quartal ist zu kurz, um einen klaren Trend für das Gesamtjahr ableiten zu können.
„Mit einem gewissen Zeitverzug ist diese Gesamtzahl ein Spiegel dessen, was in den vergangenen Monaten an Zahlungsverzug und Illiquidität aufgetreten ist”, sagt KSV1870-Experte Hans-Georg Kantner.
Insolvenzanträge, die nicht vom Schuldner selbst kommen, sind drei bis sechs Monate bei Gericht in Arbeit, bis sie eröffnet oder abgelehnt werden.
Fakt ist für Kantner: „Jeder Konkurs der nicht abgewiesen wurde, wurde eröffnet.”
Wie viele Insolvenzanträge derzeit von Gerichten bearbeitet werden, wurde nicht evaluiert. Indes soll der Rückgang in einigen Bundesländern u.a. darauf zurückzuführen sein, dass Finanzämter und Krankenkassen weniger Anträge gestellt haben.
Wien
Die Pleiten sind um 18 Prozent gesunken. „Die eröffneten Verfahren sind fast gleich geblieben, der Rückgang betrifft die abgewiesenen Fälle“, sagt Christoph Vavrik vom KSV1870. „Der Trend geht zu Kleinstinsolvenzen.“ Die Passiva sanken von 79 auf 27 Millionen €.
Niederösterreich
Die Pleiten sind um 12,9 Prozent gesunken, „Die Passiva sind ebenfalls zurückgegenagen. Die Struktur der Insolvenzen hat sich nicht geändert, wenn man große Fälle wie Battenfeld wegläßt“, sagt Alexander Klikovits vom KSV1870. Es geht vermehrt um Ein-Mann-Firmen.
Burgenland
Die Zahl der Insolvenzen ist um einen Fall auf 63 gestiegen. Erfreulich ist, dass die Passiva von 84 auf 8 Millionen € geschrumpft sind.
Oberösterreich
Laut Otto Zotter vom KSV1870 hat Oberösterreich die niedrigsten Insolvenzzahlen seit 2001: minus 18,7 Prozent oder 41 Insolvenzen weniger. Da Kleinfirmen kaum Finanz-Polster haben, steige bei einer Konjunkturverlangsamung die Insolvenzanfälligkeit gleich wieder.
Salzburg
Salzburg ist Klassenbester: Die Firmenpleiten sanken um 43 Prozent bzw. 52 Fälle; aber nur 26 Fälle konnten eröffnet werden. Einen Trend für heuer kann KSV1870-Experte Erich Grausgruber schon erkennen: „Die Firmenpleiten werden weniger und kleiner.“
Vorarlberg
Auch in Vorarlberg sind die Insolvenzen nur um einen Fall auf 62 gestiegen, dafür sanken die Insolvenzpassiva ganz massiv: von 39 auf 12 Millionen €.
Tirol
Die Insolvenzen sind um 17 Prozent zurückgegangen. Laut Walter Hintringer vom KSV1870 geht der Rückgang (23 Fälle) ausschließlich auf abgewiesene Konkurse zurück. Die Passiva sanken daher nur gering: von 54 auf 52 Millionen €.
Steiermark
In der Steiermark sind die Unternehmenszusammenbrüche um 11,2 Prozent bzw. um 23 Fälle gesunken.
Kärnten
Die Pleiten sind um 13,4 Prozent auf 110 Fälle gestiegen. Die eröffneten Fälle liegen mit einem Anstieg um vier Fälle im Rahmen der üblichen Bandbreite, nur die abgewiesenen Insolvenzen sind um 17 Prozent gestiegen, sagt KSV1870-Expertin Barbara Wiesler: „Bei uns wird es sich wieder einpendeln.“
Quelle: Kid Möchel
Keine Kommentare so far
Leave a comment
Einen Kommentar hinterlassen
Zeilen und Absätze brechen automatisch um, E-Mail-Adresse wird nie angezeigt, HTML erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>
