Erbstreitigkeiten Nachlassregelung

Erbstreitigkeiten können Familien entzweien.

Oft liegen zwischen Trauer und Nachlassregelung die Nerven blank. Vor der Frage, wer was bekommt, steht aber oft sogar noch die Ungewissheit, wie groß das Vermögen ist.

In vielen Fällen führt das zu noch mehr Ärger, denn Auskünfte im Erbfall sind nicht immer leicht zu bekommen.

Und statt um ihre Gefühle müssen sich Hinterbliebene dann um Anträge oder sogar Klagen kümmern. Ein Grund dafür ist, dass nur Erben einen Anspruch auf Bankauskünfte haben. Ansonsten gilt das Bankgeheimnis.

Pflichtteils-Berechtigte – also Kinder, Eltern oder Ehegatten des Gestorbenen, die durch ein Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen wurden -, erhalten von den Banken keine Informationen über das Vermögen des Erblassers. Ihnen bleibt also nur, sich an die Erben zu wenden und notfalls gegen diese auf Auskunft zu klagen.

Aber diese Auskünfte sind nicht immer sehr genau. Wenn zum Beispiel ein Erblasser seinen Sohn zum Alleinerben einsetzt, seine Tochter enterbt und gleichzeitig dem Sohn noch zu Lebzeiten ein Grundstück überschreibt, dann werde es für die Tochter schwierig, Informationen über das Grundstück zu bekommen.

Auch für die Erben selbst kann die Einholung von Auskünften bei der Bank mühsam sein.

Sie müssen einen Erbschein oder ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll vorlegen. Beides erteile das Nachlassgericht. Im Eröffnungsbeschluss stellt das Gericht fest, dass ein vorgelegtes Testament die letztgültige Verfügung des Erblassers und damit wirksam ist. Und im Erbschein werden die Erben bezeichnet.

Die Zeit zwischen dem Erbfall und der Erteilung des Erbscheins oder der Testamentseröffnung ist oft problematisch. Da hilft am besten eine Vollmacht. Wenn der Erblasser schon vor seinem Tod durch eine Vollmacht zum Beispiel seine Erben ermächtigt, über seine Konten zu verfügen, haben diese es deutlich einfacher.

Solange der Erbschein nicht da ist, können sich die Erben nicht legitimieren.. Und in manchen Bundesländern kann die Erteilung eines Erbscheins Wochen dauern. Zum Beispiel um die Beerdigungskosten zu bezahlen, könne eine Vollmacht daher nützlich sein. Außerdem lassen sich mit Vollmacht an mancher Stelle Gebühren sparen, die andernfalls fällig würden.

Probleme gebe es immer wieder, wenn in einer Erbengemeinschaft nur einzelne Erben Informationen verlangen.

Einschränkungen des Auskunftsanspruchs können sich aus dem Willen des Erblassers ergeben. Es sei zum Beispiel möglich, dass der Verstorbene vor seinem Tod eine ausdrückliche Anordnung getroffen habe, wonach die Erbengemeinschaft über bestimmte Konten keine Auskunft erhalten soll. Dann habe das Bankgeheimnis Vorrang.

Wann dürfen Auskünfte im Erbfall etwas kosten?

Grundsätzlich ergibt sich aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank, für welche Dienstleistungen sie Geld verlangen kann. So ist darauf eine pauschale Gebühr für die “Nachlassbearbeitung” nicht zulässig. Zudem dürften die Kreditinstitute keine Gebühren für die Prüfung der Legitimation der Erben – etwa anhand des Erbscheins – verlangen.

Wenn Kontoauszüge und Unterlagen zusammengestellt werden müssen, darf zwar eine Aufwandsentschädigung berechnet werden – allerdings nur in der Höhe, die auch der Erblasser zu zahlen gehabt hätte.