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Durchsuchung der Kartellermittler: Speditionen weltweit im Visier
Donnerstag Oktober 11th 2007, 3:54 pm
Abgelegt unter: Tagesthemen

Kartellermittler haben große Speditionen in Europa, in den USA und in der Schweiz in einer konzertierten Aktion durchsucht.

Der Verdacht: Wettbewerbswidrige Preis-Absprachen. Auch bei der Bahn-Tochter Schenker wurden die Beamten vorstellig. Es war eine konzertierte Aktion: Die EU-Kommission, das US-Justizministerium und die Schweizer Wettbewerbskommission stimmten sich ab. Parallel wurden Speditionen in Europa, in den USA und in der Schweiz wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Absprachen durchsucht.

Auch die Bahn-Tochter Schenker war im Visier der Ermittler. “Es ist bei Schenker in Essen, Südafrika, in der Schweiz und in den USA durchsucht worden”, sagte ein Sprecher der Bahn-Tochter. Am Essener Firmensitz seien heute Vertreter des Bundeskartellamts und der EU-Kommission vorstellig geworden. Begründet hätten sie die Durchsuchungen mit einem “Nachprüfungsauftrag”, so der Sprecher.

Die Frachtsparte der Deutschen Lufthansa ist nach Unternehmensangaben nicht von den Ermittlungen betroffen. Die US-Konzerne FedEx und United Parcel Service wollten sich nicht äußern. Der Logistikbereich der Deutschen Post blieb ebenfalls verschont. Dies sagte Post-Logistikvorstand Frank Appel in Prag. “Wir sind nicht durchsucht worden.” Es habe allerdings eine Anfrage der EU-Kommission gegeben. Zum Inhalt und möglichen Vorwürfen wollte sich Appel nicht äußern. Die Anfrage betreffe den Bereich See- und Luftfracht der Logistik des weltweit agierenden Postkonzerns.

In Brüssel wollte man nichts zu den Hintergründen der Razzien sagen. Ein EU-Sprecher sagte lediglich, die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit einer Kartelluntersuchung.

Die Aktion hänge mit den laufenden Untersuchungen bei Luftfahrtunternehmen zusammen, bei denen es um Treibstoffzuschläge geht, teilte dagegen die Schweizer Wettbewerbskommission mit. Die Fluggesellschaften verlangen diese Zuschläge von den Speditionen, die sich das Geld in der Regel von ihren Kunden zurückholen. Nach Angaben der Behörde besteht der Verdacht, dass die Logistikunternehmen sich über die Weitergabe der Zuschläge abgesprochen haben.

Ein Sprecher von Panalpina bestätigte, dass es vor allem um Luft- und Seefracht gehe. “Für uns ist die Sache schleierhaft. Den Aufwand finden wir absolut übertrieben”, ergänzte er. Das Unternehmen habe nicht gegen die Grundsätze des freien Markts verstoßen, sondern handle die Zuschläge mit seinen Kunden einzeln aus. Auch der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel betonte, keine Kenntnisse von Verstößen zu haben und sagte seine volle Kooperation zu. Die eingeleiteten Maßnahmen seien überzogen.

An der Schweizer Börse rutschten die Kurse von Kühne+Nagel und von Panalpina kräftig ins Minus. “Kühne kommt jetzt wahrscheinlich unter Druck, da sein makelloser Ruf ins Zwielicht gerät”, sagte ein Analyst von Bear Stearns.
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( ase/AP/Reuters )
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