Die zwei Gesichter des Goldpreises

Goldbarren-und-GeldDer Goldpreis hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich, getreiben durch verunsicherte Anleger und befeuert durch geldpolitische Maßnahemn der Zentralbanken, die nur eines erwarten lassen können: Inflation. Die Flucht in Sachwerte hat begonnen… oder ist sie bereits am Ende?

Die letzten Monate ist der Goldpreis (Spotpries) an den Börsen massiv unter die Räder gekommen und ist vom Höchsstand mittlerweile 30% gefallen. War es das jetzt schon mit dem schönen Inflationsschutz?

Die Abkopplung des Marktpreises vom gehandelten Börsenkurs

Was sehr auffällig ist, dass die Nachfrage und Preis für Goldmünzen kaum merklich gefallen ist. Fragen Sie mal bei einem renommierten Goldhändler nach einer China Panda Goldmünze. Die Wartezeit hierrauf beträgt mehrere Wochen. Sie sind restlos vergriffen. Und auch der Preis ist fast so hoch wie zum Beginn des vermeintlichen “Crashs”. Was ist passiert?

1. Der Börsenkurs ist das Einzige, was die EZB beeinflussen kann. Den durch Angebot und Nachfrage entstehenden Gleichgewichtspreis nach Edelmetallen am freien Markt ist durch geldpolitische Maßnahmen nicht beizukommen. Die Menschen kaufen physisch Gold oder sie lassen es. Der Hebel wurde an den Börsen angesetzt und gezielt mit Hebelkontrakten, Derivaten und Optionen Gold auf den Markt geworfen, also geshortet. Leerverkaufen nennt sich dieses Instrument auch. Der Börsenkurs wurde also durch spekulative Elemente manipuliert.

2. Der Drang in sichere Häfen und Inflationsschutz ist ungebrochen, dies zeigt eindrucksvoll der freie Handel von Edelmetallen. Händler sind ausverkauft.

Aber warum manipuliert die EZB den Goldpreis?

Die Antwort ist ganz einfach. Das Vertrauen in die Währungen darf in keinster Weise erschüttert oder gefährdet werden. Eine Währung ist nur so gut wie das Vertrauen der Bürger in dieses Papiergeld. Eine Währung ist ein Versprechen des Staates, dass man für das Stück gedruckte Papier morgen genausoviel wieder bekommt wie heute. Wird dieses Vertrauen zerstört, helfen keine geldpolitischen Maßnahmen mehr. Die Folge sind Bankenruns und ein massiver Wertverlust des Papiergeldes. Durch drücken des Goldpreises soll der Zeigefinger gehoben werden in der Form: “Seht her, Gold ist doch nicht sicher, der Euro ist sicher!”

Daher: Den Spotpreis immer von beiden Seiten ansehen, denn dieser kann manipuliert werden durch die “deep pockets” der Zentralbanken. Der Goldpreis hat 2 Gesichter und nicht nur eins. Viel wichtiger ist der Gleichgewichtspries fernab der Börsen, der ist so gut wie gar nicht zu manipulieren.

Foto: Thorben Wengert  / pixelio.de