FinanzBlog24

Die kostengünstigsten Unternehmensstandorte
Dienstag Mai 06th 2008, 6:41 pm
Abgelegt unter: Firmengründung

Der drastische Wertverlust des US-Dollars macht sich beim Standortvergleich bemerkbar.

Alle Industrienationen haben bei den Betriebskosten gegen die Vereinigten Staaten an Boden verloren.

In den Niederlanden, Italien, Deutschland und Großbritannien sind die Belastungen für Unternehmen im Vergleich zu den USA am deutlichsten gestiegen.

Zu diesem Ergebnis kommt KPMG in der Standortstudie „Competitive Alternatives“, in der alle zwei Jahre die Kosten für die Gründung und Erhaltung eines Unternehmens in 136 Städte in 10 Ländern in Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik verglichen werden.

In diesem Jahr wurden für die Studie 27 maßgebliche Kostenkomponenten erhoben.

Unter anderem die Kosten für Arbeit, Steuern, Immobilien und Energieversorgung, sowie eine Vielzahl von kostenunabhängigen Wettbewerbsfaktoren verglichen.

Ländervergleich:

*** Platz 1 unter den untersuchten Ländern belegt Mexiko, dessen Betriebskosten 20,5 Prozent unter denen der USA liegen.

*** Kanada, die USA und Australien folgen knapp hintereinander mit jeweils nicht einmal 1 Prozent Abstand auf den Plätzen 2, 3 und 4. Die Vereinigten Staaten haben sich in Bezug auf Kostengünstigkeit im Vergleich zu allen anderen Ländern seit 2006 am deutlichsten verbessert, was hauptsächlich auf die Abwertung des US-Dollars zurückzuführen ist.

*** Frankreich belegt unter den 10 untersuchten Ländern den 5. Platz und weist die niedrigste Kostenstruktur aller europäischen Länder auf.

*** Großbritannien, die Niederlande und Italien liegen ebenfalls dicht beieinander und belegen die Plätze 6 bis 8. Die Betriebskosten sind hier zwischen 7,1 und 7,9 Prozent höher als der US-Vergleichswert

*** Japan belegt Rang 9 und gilt nach wie vor als relativ teuer. Allerdings hat Japan gegenüber den anderen Ländern auf lange Sicht mit niedriger Inflation und geringerer Volatilität des Yen gegenüber dem US-Dollar einigen Boden gutgemacht.

*** Deutschland (Platz 10) ist von allen Ländern mit 16,8 Prozent höheren Kosten als in den USA am teuersten. Zudem steht Deutschland neben Italien und Japan vor dem Problem einer alternden Bevölkerung: Den größten Anteil haben die über 44-jährigen und den kleinsten die unter 25-jährigen.

Städtevergleich:

Den ersten Platz unter den Städten Europas mit den niedrigsten Kosten erreicht Toulouse (Frankreich), gefolgt von Utrecht (Niederlande) und Paris (Frankreich).

In Nordamerika zählen unter den analysierten Großstädten Puebla, Guadalajara und Monterrey (Mexiko) zu den günstigsten Geschäftsstandorten.

Am anderen Ende des Spektrums befinden sich San Jose, das kalifornische Silicon Valley und New York, die sich erneut als teuerste nordamerikanische Geschäftsstandorte erwiesen haben.

„Obwohl sich die Studie in erster Linie auf die Betriebskosten konzentriert, so werden natürlich nicht nur unternehmerische Kostenfaktoren unter die Lupe genommen.“, erörtert Gottwald Kranebitter, Geschäftsführer der KPMG in Wien.

„Um etwa die Lebensqualität zu beurteilen, wurden auch Kriterien wie Kriminalitätsraten, Wohnkosten oder das Bildungswesen verglichen. Derartige Kriterien beeinflussen die Standortwahl eines Unternehmens natürlich ebenfalls.

So ist Mexiko zwar das günstigste Land was die Betriebskosten angeht, die Mordrate ist dort jedoch am höchsten. Hier würde beispielsweise Japan punkten, wo die Rate am niedrigsten ist.“

„Österreich, auch wenn in dieser Studie nicht berücksichtigt – punktet als Standort vor allem durch die hohe Lebensqualität und das positive Unternehmensklima“, so Kranebitter weiter.

„Österreich schneidet aber auch durch vergleichsweise moderate Standortkosten und attraktive steuerliche Rahmenbedingungen besser ab als zum Beispiel der Nachbar Deutschland.“

„So ergeben sich in fast allen untersuchten Ländern durchschnittliche Ertragsteuerbelastungen von mehr als 25 Prozent – in Japan zum Beispiel 44,7 Prozent – während österreichische Unternehmen mit dem Körperschaftsteuersatz von 25 Prozent unter Ausnützung der Gruppenbesteuerung oft eine „effective tax rate“ von unter 25 Prozent aufweisen“, erklärt Verena Trenkwalder, Geschäftsführerin der KPMG in Linz.


Quelle: C.Enzi
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Hier geht es zur Studie




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