In Spanien befindet sich hinter jeder zweiten Straßenecke eine Kneipe oder eine Bank – denn die Spanier nehmen Kredite auf, als bekäme man sie geschenkt! Kehrseite eines Wirtschaftswunders, das mit einem Wachstum von 3,5% weit über den EU-Durchschnitt liegt. 2005 entstanden so 520T neue Arbeitsplätze und die Arbeitslosenquote ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.
Das Wirtschaftswunder basiert auf einen Boom der Bauwirtschaft. Im letzten Jahr kauften die Spanier rund eine Million Eigentumswohnungen, aber auch Autos, Möbel oder Kleidung – alles auf Pump! Mittlerweile kommen fast 60% mit ihrem Geld nicht bis zum Monatsende. Die Banken haben sich darauf eingestellt, bieten Schnellkredite an, welche ohne Formalien gewährt werden. Zinsen: 25%!
Der Boom wird halten, solange die Leitzinsen niedrig bleiben. Wenn die Zeit des billigen Geldes jedoch zu Ende geht, dann droht dem Wirtschaftswunder ein jähes Ende. Die Hypothekenzinsen sind nicht festgeschrieben und das heißt, dass bei einer starken Zinssteigerung Tausende von Spaniern vor dem Ruin stehen, weil sie die Schulden nicht mehr bedienen könnten – und dann?
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