Club Deal heißt die Lösung, bei der Banken und andere Finanziers kooperieren.
Club Deals sind eine feste Größe und vor allem bei Kreditvolumina zwischen 20 und 50 Mio. Euro geeignet.
Als sinnvoll bewerten Banken dieses Finanzinstrument allerdings bereits bei Summen oberhalb von 2 Mio. Euro.
Im engeren Sinn gilt als Club Deal die Zusammenarbeit der Banken bei der Kreditvergabe.
Die Fäden laufen bei einem der beteiligten Finanzinstitute, dem Arrangeur, zusammen. Er strukturiert den Kredit, erstellt und verhandelt die notwendigen Verträge und verwaltet den Kredit anschließend.
Für Schuldner ergeben sich daraus Vorteile.
Kreditnehmer müssen nur mit dem Arrangeur und nicht mit mehreren Banken sprechen und verhandeln – wenn sie das wollen.
Bis zu diesem Punkt unterscheidet sich ein Club Deal kaum von einem Konsortialkredit: Auch hierfür verbünden sich mehrere Banken, um das Risiko aufzusplitten.
Eine der Banken tritt als Konsortialführer auf. Die Konditionen sind allerdings bei diesen sogenannten syndizierten Krediten für alle beteiligten Finanzinstitute gleich.
Es gibt Unternehmer, denen missfällt genau das: Sie befürchten, dass sich die Banken untereinander absprechen. Und sind abgeschreckt. Für solche Unternehmer kommt ein Konsortialkredit nicht infrage.
Ein Club Deal schon, denn hier gibt es wesentlich mehr Spielräume.
Er wird in jedem Fall neu und individuell ausgehandelt. In den Vertrag kommt nur, was für alle Beteiligten verbindlich sein soll. Diesen Vertrag setzt der Arrangeur gemeinsam mit dem Kreditnehmer auf.
Diese Dienstleistung kostet einmalig, und zwar eine mindestens fünfstellige Summe. Wie hoch diese Gebühr wird, hängt nicht von der Kreditsumme ab, sondern von der Zahl der Partner im Club.
Alles Übrige ist Verhandlungssache.
Verhandelt wird vor allem die Höhe der Zinssätze. Anders als bei den Konsortialkrediten gilt bei Club Deals kein einheitlicher Zinssatz. Auf gut Deutsch: Es besteht die Chance, bei dem einen Finanzinstitut bessere Konditionen herauszuschlagen als bei den anderen.
Die Angst, von den Banken übers Ohr gehauen zu werden, findet sich vor allem in kleineren Firmen.
Große Unternehmen trauen sich eher zu, auch bei Konsortialkrediten vernünftige Konditionen auszuhandeln. Diese syndizierten Kredite sind auch den Banken lieber, denn sie sind in Vorbereitung und Ablauf weniger aufwendig.
Aus Bankensicht zeichnen sich beide Kreditformen dadurch aus, dass die Finanzinstitute einen profunden Einblick in die Finanzstruktur des jeweiligen Unternehmens bekommen. Auch wenn das der Geschäftsführung nicht passen mag: So können die Banker frühzeitig kritische Punkte erkennen und ansprechen.
Gemauert wird selten: Mit der Geheimniskrämerei in den Chefetagen ist es weitgehend vorbei.
Dafür hätten die Anforderungen durch die Basel-II-Regeln gesorgt. Berichten muss das Unternehmen so oder so – durch Club Deals wird das Berichtswesen nur vereinheitlicht und dadurch im Sinne der Firma vereinfacht.
Ist der Vertrag unterzeichnet, zapft der Arrangeur bestehende Geschäftsbeziehungen des Unternehmens zu anderen Banken an, knüpft bei Bedarf auch neue Kontakte zu anderen Instituten.
Vom ersten Gespräch bis zum Abschluss vergeht selten länger als ein halbes Jahr.
Damit ist für das Unternehmen das Gros der anfallenden Arbeit erledigt. Der Arrangeur ist einziger Ansprechpartner sowohl für das Berichtswesen als auch für die Vertragsdokumentation.
Der Preis dafür ist schon in den Kosten für den Vertrag enthalten. Der Arrangeur fungiert als Sprachrohr und stellt den anderen Banken die benötigten Zahlen und Informationen zur Verfügung. So werden Personalressourcen im Unternehmen geschont.
Von Club Deals sprechen auch Private-Equity-Investoren, wenn sie ihr Risiko senken wollen.
Identisch ist nur der Name, nicht das Vorgehen. Denn hier besteht das Ziel darin, mit der vereinigten Marktmacht mächtige Konzerne aufkaufen zu können.
Vor allem Mischkonzerne, die in ihre Einzelteile zerlegt werden könnten, sind für diese Investoren lukrativ. Dass sich auch Unternehmen verbünden, um einen Wettbewerber zu übernehmen, zeigte kürzlich der Kauf der niederländischen Bank ABN Amro durch ein Bietertrio aus Royal Bank of Scotland, Fortis und Santander. Kühl taktiert wird in solchen Fällen.
Bei Club Deals, die Banken vergeben, sieht es deutlich entspannter aus.
Quelle: M.Prellberg
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