China größter Goldproduzent

Südafrika ist nicht mehr der bedeutendste Goldproduzent der Welt.

Im vergangenen Jahr verdrängte die Volksrepublik China die Südafrikaner von der Spitze, wie das renommierte Londoner Analysehaus GFMS bekannt gab.

GFMS zufolge steigerten die Chinesen ihre Förderung um zwölf Prozent auf 276 Tonnen; die Produktion am Kap hingegen brach um acht Prozent auf 272 Tonnen ein.

Südafrika hatte die Führungsposition 1905 von den USA übernommen und fortan nicht mehr abgegeben. Anfang der 1970er-Jahre kamen mehr als zwei Drittel des weltweit produzierten Goldes aus den Minen rund um den Witwatersrand.

Seither aber ging der Ausstoß stetig zurück – 2007 holten Südafrikas Betreiber so wenig Gold wie seit 1922 nicht mehr aus der Erde.

Die Vorkommen sind ausgelaugt.

“Man muss davon ausgehen, dass die Förderung noch weiter fallen wird”, sagte Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Marktstratege des Edelmetallkonzerns Heraeus. “Die technischen Herausforderungen sind gewaltig.”

Bis 4000 Meter müssen die Konzerne unter Tage bohren, um noch etwas Gold zu finden, “und der Edelmetallgehalt dort ist dann auch meist vergleichsweise niedrig”, sagt Wrzesniok. Willie Jacobsz, Vizepräsident des Branchenriesen Gold Fields South Africa, resümierte schon vor Monaten:

“Alles einfache Gold ist gefunden.”

Die Produktionskosten steigen exponentiell mit der Tiefe. Rund 1 Mrd. $ koste die Erschließung einer neuen Mine, sagt Wrzesniok. Auch die Wechselkursentwicklung macht den Betreibern zu schaffen.

Für 1 $ bekommen sie nicht einmal mehr 7 Rand; Ende 2001 waren es noch rund 14 Rand.

Und so haben sie in den vergangenen Jahren kaum von der Preisrally an den internationalen Edelmetallmärkten profitiert. Denn dort wird Gold nach wie vor in Dollar gehandelt.

Südafrika dürfte seinen Spitzenrang dauerhaft verloren haben – zumal Chinas Produktion nach Einschätzungen der Experten weiter zulegen wird.

“Die geologischen Voraussetzungen vor Ort sind gut, das Gold ist noch relativ einfach zu erreichen”, sagte Wrzesniok. Gemeinsam mit einigen lateinamerikanischen Staaten wie Argentinien oder Chile werde China den Ausfall Südafrikas wettmachen.