Kreditkarte: Amerikaner sitzen in der Schuldenfalle
Freitag Oktober 31st 2008, 8:17 am
Abgelegt unter: Kreditkarte

Nach einem heftigen Gewinneinbruch streicht der Kreditkartenanbieter American Express 7000 Jobs und damit rund 10 Prozent aller Stellen.

Der US-Konzern leidet unter stark steigenden Zahlungsausfällen bei Kreditkartenschulden im Zuge der Finanzkrise.

Experten schlugen bereits Alarm:

Die in den USA enorm hohen Schuldenberge bei Kreditkarten gelten als das nächste grosse Risiko für die globalen Finanzmärkte nach den Hypotheken, die Auslöser der Finanzkrise waren.

American Express (Amex) will durch den Stellenabbau und weitere Einschnitte wie das Verschieben von Investitionen im kommenden Jahr 1,8 Mrd. Dollar einsparen.

Der Konzern hatte vor gut einer Woche für das dritte Quartal einen Ergebnisrückgang um fast ein Viertel bekanntgegeben. Im laufenden Schlussquartal werde der Gewinn nun durch die neuen Massnahmen mit 240 bis 290 Mio. Dollar nach Steuern belastet, teilte Amex überraschend in New York mit.

Amex galt wegen seiner relativ zahlungskräftigen Kundschaft bisher als recht widerstandsfähig. Die Finanzkrise zieht aber immer weitere Kreise und schlägt in den USA auf alle Schichten und Branchen durch.

Immer mehr Amerikaner sitzen in einer Schuldenfalle.

Sie schichten ihre Rückstände oft nur noch von einer Kreditkarte auf die nächste, weil sie die teils enormen Zinsen nicht mehr abbezahlen können.

Anders als die Branchenführer Visa und Mastercard hat Amex die Kreditkartenschulden seiner Kartenkunden in den eigenen Büchern. Bei Visa und Mastercard liegt das Risiko hingegen bei den Banken, die die Karten ausgeben.

Alle Anbieter reichen jedoch Teile der Aussenstände über Wertpapiere an andere Investoren weiter – ganz ähnlich wie bei den am Ende weltweit weiter verkauften US-Hauskrediten.
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Quelle: sda





Mogelpackung: Barclays Kreditkarte
Dienstag Oktober 21st 2008, 6:46 am
Abgelegt unter: Verbraucherschutz, Kreditkarte

Die freundlichen Hostessen sprechen den Kunden auf Flughäfen und an Bahnhöfen an oder man findet das Angebot im Internet.

„Ich will leben, wie´s mir passt…“ heißt es im Prospekt für die gebührenfreie Visa-Karte, mit der man sich „sofort Wünsche erfüllen und bis zu zwei Monate später zahlen“ kann.

Zudem sei die Bargeldabhebung weltweit kostenlos und die Karten „dauerhaft beitragsfrei“.

Hält dieses Produkt wirklich, was es verspricht?

Das Preisverzeichnis bekommt man von den charmanten Damen nicht ausgehändigt, wohl aber die Allgemeinen Informationen, in denen auch die Kündigungsfrist steht, die man einhalten sollte, denn sonst ist man schon hereingefallen.

Jederzeit ist eine Vertragsauflösung mit einer Frist von drei Monaten möglich. Warum raten wir von diesem Plastikgeld ab?

„Weltweit keine Bargeldabhebungsgebühr“ ist eines der Hauptargumente. Doch im Preisverzeichnis liest man dann, dass einem 19,49 Prozent an Zinsen abgeknöpft werden, sobald man Bargeld abhebt.

Es kommt aber noch schlimmer.

Wer Überweisungen vornimmt, zahlt für Beträge unter 500 Euro satte 7,50 Euro, bei Beträgen darüber sogar 1,5 Prozent der Überweisungssumme. Es gibt zwar auch eine Reiseversicherung, aber die kostet eben 31 Euro im Jahr mit vergleichsweise schwachen Leistungen.

Schließlich gibt es die Karte auch nur im ersten Jahr ohne jährliche Grundgebühr, danach muss ein Mindestjahresumsatz von 1.200 Euro getätigt werden. Wer dies nicht schafft, zahlt jährlich 19 Euro.

Und wer „leben will, wie es einem passt“ und sich „sofort Wünsche“ erfüllt, der sollte den in Anspruch genommenen Kredit sofort begleichen, sobald die monatliche Kartenabrechnung vorliegt. Denn die „flexible Rückzahlung“ kommt einem teuer zu stehen. Die Sollzinsen betragen stolze 17,49 Prozent.

Fazit: Dieses Produkt ist eine einzige Mogelpackung.
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Quelle: H.Biallo