Geldanlagen für Kinder
Donnerstag Juni 04th 2009, 3:13 pm
Abgelegt unter: Kapital, Tagesthemen

Viele Eltern oder Großeltern möchten ihren Kindern oder Enkeln etwas Gutes tun und Geld für die Kleinen anlegen.

Zehn Euro oder mehr im Monat – für den Führerschein oder als Zuschuss zur Ausbildung.

Wie legt man Geld in Zeiten der Finanzkrise an?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wichtige Kriterien sind: Wie viel Geld soll anlegt werden, wie flexibel soll die Anlage sein, und wie hoch ist die Risikobereitschaft?

Sparbuch:
Es gibt es noch, das gute alte Sparbuch. Gerade in unsicheren Zeiten wird es wieder aktuell. Die Vorteile des Sparbuchs sind: Die Geldanlage ist sicher, und Einzahlungen sind auch zwischendurch möglich, z. B. zu Geburtstagen oder zu Weihnachten. Die Summe der Einzahlungen kann je nach der eigenen Finanzsituation verändert werden. Das Geld ist schnell verfügbar, und es gibt kaum Einschränkungen bei der Auszahlung. Der Nachteil ist, dass das Sparbuch nur gering verzinst ist – die Gewinne sind nicht hoch.

Festzins-Sparen:
Beim Festzinssparen der Banken wird eine feste Laufzeit vereinbart und ein fester Betrag, der jeden Monat eingezahlt wird. Das kann auch ein kleiner Betrag sein, wobei einige Banken Mindestsparraten vorgeben. Für die Laufzeit wird ein fester Zinssatz vereinbart, der etwas höher liegt als beim Sparbuch. Die Erträge sind also besser, allerdings ist Festzinssparen wenig flexibel. Zwischenzahlungen sind meistens nicht möglich, und Auszahlungen während der Laufzeit können zum Verlust der höheren Zinsen führen. Aber: Sicher ist die Geldanlage auf jeden Fall und planbar, weil Zinsen, Laufzeit und Einzahlungen feststehen.

Bausparverträge:
Auch Bausparverträge können eine gute Geldanlage für Kinder sein. Wichtig zu wissen ist, dass das Geld, das am Ende ausgezahlt wird, nicht für eine Immobilie verwendet werden muss. Bausparen ist grundsätzlich eine Möglichkeit, um Geld anzusparen. Beim Bausparen liegen die Zinsen im Mittelfeld. Die Anlage ist sicher und planbar. Es ist eine Laufzeit von mindestens sieben Jahren einzuhalten, in der monatlich ein bestimmter Betrag eingezahlt wird. Zwischenzahlungen sind ebenfalls möglich. Auszahlungen während der ersten sieben Jahre haben den Verlust von Zinserträgen zur Folge. Wichtig: Um hohe Kosten zu vermeiden, sollte die anfänglich vereinbarte Baussparsumme möglichst gering sein.

Lebensversicherungen:
Lebensversicherungen lohnen sich nur über eine längere Laufzeit, da die Gebühren vergleichsweise hoch sind. Der große Vorteil ist, dass die Anlage abgesichert werden kann. Die Großeltern oder Eltern sollten die Lebensversicherung auf ihren eigenen Namen abschließen und das Kind als widerruflich Begünstigten einsetzen. Stirbt die versicherte Person, kommt eine Todesfallsumme zur Auszahlung oder die Beiträge werden alternativ von der Versicherung bis zum Vertragsende weiter gezahlt. Die Anlage selber ist sicher. Bei einer Lebensversicherung gibt es garantierte Erträge, die aber bei kurzen Laufzeiten durch die höheren Anfangskosten niedriger sind als beim Sparbuch. Durch Überschüsse besteht allerdings die Chance, mehr zu erwirtschaften. Überschüsse müssen aber nicht erfolgen. Dieses Risiko bleibt.

Investment-Fonds:
Bei Investment-Fonds kann der Ertrag groß sein, allerdings birgt ein Fonds auch immer ein großes Verlustrisiko. Eine Anlage in Investment-Fonds ist nichts für Menschen mit einem großen Sicherheitsbedürfnis. Fonds sind sehr flexibel, man kann sie jederzeit an- und verkaufen.

Ein Rechenbeispiel
Die Großmutter möchte Geld für den fünfjährigen Enkel anlegen bis er 18 Jahre alt ist – 30 Euro im Monat, 13 Jahre lang. Welche Sparform bringt wie viel Ertrag? Aufgrund der vielen Details und Anbieter handelt es sich bei dieser Beispielrechnung um Durchschnittswerte aus heutiger Sicht:

Sparbuch 5.170 Euro
Festzins-Sparen 5.535 Euro
Bausparen 5.729 Euro
Lebensversicherung 4.634 Euro (garantiert)
5.556 Euro (voraussichtlich)
Fonds 6.744 Euro (Annahme, große – auch negative – Abweichungen sind möglich)

Sollte man Geld auf den eigenen Namen anlegen oder auf den des Kindes?
Beim Sparbuch, dem Festzinssparen, einem Bausparvertrag oder bei Fonds kann das jeder handhaben, wie er möchte. Eine Lebensversicherung wird auf das Kind abgeschlossen. Das versicherte Kind ist abhängig vom Alter der Großeltern oder der Eltern. Experten raten generell dazu, Geld auf den eigenen Namen anzulegen. Denn die Laufzeit ist lang. Entwickelt sich das Kind im Laufe der Zeit in eine unerwünschte Richtung, kann man das Geld zurückhalten.

Steht der Name des Kindes als unwiderruflich bezugsberechtigt im Vertrag, so hat es in jedem Fall Anspruch, da es Eigentümer der Versicherung ist. Achtung: Legt man nicht auf den Namen des Kindes an, sollte man in seinem Testament vermerken, dass es das entsprechende Geld bekommen soll. Hat man dies nicht geregelt, fällt das Geld in die allgemeine Erbmasse.
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Quelle: M.Elmers





Anleihen der Bundesländer
Dienstag Juni 02nd 2009, 12:19 pm
Abgelegt unter: Kapital, Beteiligung

Beinahe hätten sie es geschafft: Zwei bis drei weitere Jahre mit steigenden Steuereinnahmen, und sie hätten sich fast alle von ihrer Schuldenlast befreien können.

Dann aber kam die Finanzkrise und machte den Bundesländern einen dicken Strich durch die Rechnung. Mit einem Mal begann eine staatseigene Landesbank nach der anderen zu wackeln.

Grund genug für die DZ Bank, die Finanzsituation der einzelnen Bundesländer genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn die Länder stehen auch bei vielen Privatanlegern in der Kreide, die sich Anleihen der Bundesländer ins Depot gelegt haben.

Das Ergebnis des Risikochecks:

Von allen 16 Bundesländern schafft es mit Hessen lediglich ein einzelnes Land, in allen Kriterien unter dem Durchschnitt zu bleiben. Das ist in diesem Fall positiv gemeint. Es bedeutet: Das Land trägt im Vergleich zu anderen deutschen Flächenstaaten ein deutlich geringeres Finanzrisiko.

Das liegt vor allem daran, dass die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bislang weitaus weniger in den Strudel der Krise geraten ist als andere Landesbanken. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Hessen mit weniger als 15 Prozent niedrig. Geringe Verschuldungsraten weisen zwar auch andere Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg auf. Doch die schlechte Situation ihrer Landesbanken hat die südlichen Bundesländer eine Top-Platzierung gekostet.

Am höchsten sind die Risiken nach Einschätzung der DZ Bank-Experten beim hochverschuldeten Berlin, in Bremen und Sachsen-Anhalt sowie in Schleswig-Holstein, das unter der desolaten Lage der HSH Nordbank leidet. “Von einem immens hohen Landesbankenrisiko” sprechen die DZ Bank-Analysten. Selbst finanzstarke Bundesländer seien im Zweifel nicht in der Lage, eine existenzbedrohende Schieflage einer Landesbank alleine zu bewältigen.

Doch zu große Sorgen sollten sich Privatanleger nicht machen. Denn an der grundsätzlichen Finanzkraft der Bundesländer hat die DZ Bank keinen Zweifel. Die deutschen Bundesländer sind weiterhin sehr sichere Kreditnehmer und die Risiken der Länder sind handhabbar.

Letztlich muss nämlich der Bund für die Schulden der Länder geradestehen.

Trotzdem kann es sich für Anleger lohnen, eher auf Bundeslandanleihen als auf Bundesanleihen zu setzen. Denn obwohl hinter beiden Anleihen der deutsche Staat steht, der weltweit als einer der sichersten Schuldner gilt, werfen Bonds von Bundesländern höhere Renditen ab als Bundesanleihen. Der Grund: Bei Bundesländern sind aus Sicht der Ratingagenturen Zahlungsverzögerungen eher möglich als beim Bund. Sollten sie einmal in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wird der Bund zwar einspringen, aber das wird aufgrund des erhöhten Organisationsaufwandes wohl einige Tage dauern.

So muss auch die jüngste Anleihe des Testsiegers Hessen (WKN: A0S LVZ) Investoren einen Renditeaufschlag bieten: Sie bringt bei fünfjähriger Laufzeit derzeit rund 3,2 Prozent Rendite – das sind immerhin 0,4 Prozentpunkte mehr als Bundesanleihen mit gleicher Laufzeit bieten.
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Quelle: D.Kremer