Firmenpleiten gehen zurĂĽck
Donnerstag März 27th 2008, 9:48 pm
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Insolvenz
Die Firmenpleiten sind im ersten Quartal 2008 um 15 Prozent zurückgegangen. Salzburg ist Klassenbester, in Tirol wurden nur die abgewiesenen Fälle weniger.
Die Unternehmenspleiten sind im ersten Quartal 2008 um 15 Prozent zurückgegangen, die eröffneten Insolvenzverfahren nur um rund 3,6 Prozent, die mangels Vermögens abgewiesenen Verfahren aber um 24,8 Prozent.
FĂĽr Jubel ist es noch zu frĂĽh.
Laut KSV1870 sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Denn ein Quartal ist zu kurz, um einen klaren Trend für das Gesamtjahr ableiten zu können.
„Mit einem gewissen Zeitverzug ist diese Gesamtzahl ein Spiegel dessen, was in den vergangenen Monaten an Zahlungsverzug und Illiquidität aufgetreten ist”, sagt KSV1870-Experte Hans-Georg Kantner.
Insolvenzanträge, die nicht vom Schuldner selbst kommen, sind drei bis sechs Monate bei Gericht in Arbeit, bis sie eröffnet oder abgelehnt werden.
Fakt ist fĂĽr Kantner: „Jeder Konkurs der nicht abgewiesen wurde, wurde eröffnet.”
Wie viele Insolvenzanträge derzeit von Gerichten bearbeitet werden, wurde nicht evaluiert. Indes soll der Rückgang in einigen Bundesländern u.a. darauf zurückzuführen sein, dass Finanzämter und Krankenkassen weniger Anträge gestellt haben.
Wien
Die Pleiten sind um 18 Prozent gesunken. „Die eröffneten Verfahren sind fast gleich geblieben, der Rückgang betrifft die abgewiesenen Fälle“, sagt Christoph Vavrik vom KSV1870. „Der Trend geht zu Kleinstinsolvenzen.“ Die Passiva sanken von 79 auf 27 Millionen €.
Niederösterreich
Die Pleiten sind um 12,9 Prozent gesunken, „Die Passiva sind ebenfalls zurückgegenagen. Die Struktur der Insolvenzen hat sich nicht geändert, wenn man große Fälle wie Battenfeld wegläßt“, sagt Alexander Klikovits vom KSV1870. Es geht vermehrt um Ein-Mann-Firmen.
Burgenland
Die Zahl der Insolvenzen ist um einen Fall auf 63 gestiegen. Erfreulich ist, dass die Passiva von 84 auf 8 Millionen € geschrumpft sind.
Oberösterreich
Laut Otto Zotter vom KSV1870 hat Oberösterreich die niedrigsten Insolvenzzahlen seit 2001: minus 18,7 Prozent oder 41 Insolvenzen weniger. Da Kleinfirmen kaum Finanz-Polster haben, steige bei einer Konjunkturverlangsamung die Insolvenzanfälligkeit gleich wieder.
Salzburg
Salzburg ist Klassenbester: Die Firmenpleiten sanken um 43 Prozent bzw. 52 Fälle; aber nur 26 Fälle konnten eröffnet werden. Einen Trend für heuer kann KSV1870-Experte Erich Grausgruber schon erkennen: „Die Firmenpleiten werden weniger und kleiner.“
Vorarlberg
Auch in Vorarlberg sind die Insolvenzen nur um einen Fall auf 62 gestiegen, dafür sanken die Insolvenzpassiva ganz massiv: von 39 auf 12 Millionen €.
Tirol
Die Insolvenzen sind um 17 Prozent zurückgegangen. Laut Walter Hintringer vom KSV1870 geht der Rückgang (23 Fälle) ausschließlich auf abgewiesene Konkurse zurück. Die Passiva sanken daher nur gering: von 54 auf 52 Millionen €.
Steiermark
In der Steiermark sind die Unternehmenszusammenbrüche um 11,2 Prozent bzw. um 23 Fälle gesunken.
Kärnten
Die Pleiten sind um 13,4 Prozent auf 110 Fälle gestiegen. Die eröffneten Fälle liegen mit einem Anstieg um vier Fälle im Rahmen der üblichen Bandbreite, nur die abgewiesenen Insolvenzen sind um 17 Prozent gestiegen, sagt KSV1870-Expertin Barbara Wiesler: „Bei uns wird es sich wieder einpendeln.“
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Quelle: Kid Möchel
Insolvenzen Europa 2007
Dienstag Februar 12th 2008, 7:31 pm
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Insolvenz
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den EU-15 Staaten plus Norwegen und der Schweiz ist seit drei Jahren rückläufig und liegt 2007 bei 129.800 Fällen.
Im Jahr zuvor waren noch 6.930 Insolvenzen mehr zu beklagen gewesen.
Das entspricht einem RĂĽckgang um 5,0 Prozentpunkte.
Allerdings hat sich die Zahl der Länder, die wieder steigende Insolvenzen verzeichnen, im Jahresverlauf auf sechs verdoppelt:
Den höchsten Anstieg verzeichnet mit einem Plus von 20,8% auf 2.400 Fälle Dänemark. Es folgen Luxemburg mit einer Zunahme von 7,3% auf 680 (Vorjahr: 634) betroffene Betriebe und Frankreich mit einem Zuwachs von 5,7% auf 42.700 Pleiten (Vorjahr: 40.400).
Die deutlichste Abnahme verzeichnet Italien, allerdings nicht, weil sich die konjunkturelle Situation so deutlich entspannt hatte, sondern weil das zuständige Handelsregister die Statistik umgestellt hat.
Der kapitale Rückgang der Konkurse in Italien um 38,7% auf 5.410 Betriebe ist aus diesem Grunde auch nicht überzubewerten. Ebenfalls deutlich abgenommen haben die Insolvenzen in den Niederlanden, und zwar um 20,7% auf aktuell 4.710 Fälle - dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.
Platz drei der Länder mit den stärksten Rückgängen bei den Insolvenzen belegt Deutschland. Hier sanken die Unternehmenspleiten um 10,4% auf 27.500 betroffene Betriebe ab. 2006 wurden noch 30.700 insolvente Unternehmen gezählt.
Die höchste relative Insolvenzbetroffenheit (Zahl der Unternehmen eines Landes im Verhältnis zur Zahl der Unternehmensinsolvenzen des betreffenden Landes) weisen - wie in den Jahren zuvor - die Länder Luxemburg (256 Insolvenzen pro 10.000 existente Unternehmen), Österreich (240) und Frankreich (166) auf.
Die drei Mittelmeeranrainer Spanien (3 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen), Griechenland (7) und Italien (13) fĂĽhren die Tabelle an allerdings - aufgrund statistischer Besonderheiten - nicht wegen einer vorbildlich geringen Insolvenzdichte.
Die durchschnittliche Insolvenzquote liegt bei 67 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen. Deutschland liegt mit einer Quote von 90 leicht darüber, befindet sich aber in guter Gesellschaft: Auch die europäischen Vorzeigeländer Norwegen (90), Schweden (92) und die Schweiz (93) haben ähnliche Quoten.
Die Privatinsolvenzen der untersuchten Länder Deutschland, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Schweden und der Schweiz nehmen im Gegensatz zu den Unternehmenskonkursen nach wie vor zu.
Insgesamt 300.300 (Vorjahr: 277.300) natürliche Personen meldeten 2007 ihren wirtschaftlichen Zusammenbruch den zuständigen Stellen. Das entspricht einer Zunahme von 8,3%.
Die deutlichste Steigerung zeigt Schweden: Um 85,9% auf 7.120 Fälle stiegen die Privatpersonenkonkurse im Jahresverlauf an. Schweden führte zu Beginn des Jahres 2007 ein neues Insolvenzrecht ein, da das alte zu viele Anträge abschlägig beschied.
In Deutschland stiegen die Privatinsolvenzen im Jahresverlauf um 12,3% auf 139.500 Betroffene.
Bezieht man die Zahl der Verbraucherinsolvenzen eines Landes auf die jeweilige Einwohnerzahl, erhält man die relative Insolvenzbetroffenheit. In Großbritannien sind 21 von 10.000 Einwohnern im vergangenen Jahr in die Insolvenz gegangen. In Schweden waren es - trotz des massiven Anstiegs - nur 8.
Den größten Anteil am Insolvenzgeschehen in Europa stellt die Dienstleistungsbranche:
Durchschnittlich 37,0% (Vorjahr: 35,3%) aller Insolvenzen betreffen Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche. Am deutlichsten reduziert hat sich der Anteil des Baugewerbes: Kamen im vergangenen Jahr noch 22,2% aller Konkurse aus der Baubranche, so sind es aktuell nur noch 20,9%.
Mit lediglich 8,6% (Vorjahr: 9,1%) ist das Verarbeitende Gewerbe am geringsten am Konkursgeschehen beteiligt. Der Handel stellt 33,5% (Vorjahr: 33,4%) des Insolvenzgeschehens.
Blickt man in die Aufteilung der einzelnen Länder, werden doch einige Unterschiede im Hinblick auf die Branchenbeteiligung deutlich:
So ist zwar in allen Ländern das Verarbeitende Gewerbe am wenigsten am Insolvenzgeschehen beteiligt, in den Niederlanden allerdings kommen 11,6% aller Insolvenzen aus dem Verarbeitenden Gewerbe - in Belgien sind es nur 4,2%. 28,7% aller Insolvenzen in Frankreich kommen aus dem Baugewerbe, in Dänemark sind es nur 13,0%.
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Quelle: creditreform