FinanzBlog24

Postbank verkauft Immo-Vermögen
Mittwoch Mai 14th 2008, 7:59 am
Abgelegt unter: Immobilie

Die Postbank stellt dem Vernehmen nach den Großteil ihres Immobilienvermögens zum Verkauf.

Nach Informationen besteht das Paket “Victor” aus 25 Bürogebäuden in Großstädten und Nebenstandorten in Deutschland. Filialen gehören nicht dazu.

Der Kaufpreis wird auf 700 Mio. bis 800 Mio. Euro geschätzt.

Beauftragt mit der Vermarktung ist die Investmentbank Morgan Stanley, die bereits das Post-Paket verkauft hat.

Mit unverbindlichen Angeboten rechnen Insider etwa in vier bis fünf Wochen.

Der Immobilienverkauf steht Beobachtern zufolge im Zusammenhang mit dem möglichen Verkauf von Deutschlands größter Privatkundenbank.

Post und Bund prüfen derzeit die Trennung von der Postbank. Eine Entscheidung steht noch aus.

In der Regel können Firmen durch den Verkauf von Immobilien bestimmte Bilanzkennziffern verbessern, etwa den Return on Capital Employed (ROCE).

Frei werdende Mittel können ausgeschüttet oder in das Kerngeschäft investiert werden, was in der Regel den Unternehmenswert steigert.

Erst Anfang April hatte die Post für 1 Mrd. Euro ein Immobilienpaket verkauft.

Käufer ist der US-Finanzinvestor Lone Star.

Angesichts der Finanzkrise ist das Volumen des Postbank-Pakets vergleichsweise groß. Maklerdaten zufolge wurden in Deutschland im ersten Quartal nur fünf Verkäufe von Immobilienpaketen jenseits von 100 Mio. Euro abgeschlossen.

Nach milliardenschweren Abschreibungen knausern die Banken derzeit mit Finanzierungen. Prominenteste Verkäufer waren neben der Post der Handelskonzern Arcandor und der Elektronikkonzern Sony.

Anders als das Portfolio der Post, das für den Käufer als riskant, aber ertragreich und damit im Branchenjargon als “opportunistisch” bezeichnet wird, gelten die Postbank-Immobilien als “Core”-Objekte: niedrigere Rendite bei allerdings auch wenig Risiko.

Ein Postbank-Sprecher bestätigte am Dienstag, das Institut prüfe einen Verkauf.

Eine Entscheidung solle in der zweiten Jahreshälfte fallen. Den Ausschlag werde insbesondere die Bewertung geben.

Insidern zufolge liegen die Mieteinnahmen bei rund 50 Mio. Euro. Sollte die Postbank einen Kaufpreis von 750 Mio. Euro realisieren, entspräche dies dem 15-Fachen der jährlichen Mietzahlungen und einer Bruttorendite von 6,7 Prozent.

Den Höhepunkt des Immobilienbooms in Deutschland hatte 2007 ein Paketverkauf durch die Fondsgesellschaft Degi markiert: Goldman Sachs zahlte für die Büroimmobilien das 22-Fache der Jahresmiete.

Die Postbank will die Immobilien nach dem Verkauf mieten. 70 Prozent der 540.000 Quadratmeter Mietfläche werden von der Bank genutzt, 20 Prozent sind an Dritte vermietet, zehn Prozent stehen leer. Die durchschnittliche Mietlaufzeit beträgt zwölf Jahre.

Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Gebäuden unter anderem um alte Postgiroämter, etwa in Berlin und Frankfurt am Main.
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Quelle: M.Schreiber/C.Mai





Angebotstexte Immobilien
Dienstag Mai 13th 2008, 9:59 pm
Abgelegt unter: Immobilie

Wer die Angebote etwa in den Aushängen der Banken studiert, sollte auf die Wortwahl achten.

Es gibt einen Geheimcode wie bei Urlaubsprospekten oder Arbeitszeugnissen.

Gewiefte Verkäufer oder Immobilienmakler wissen, dass die größte Hürde zum Vertrag ist, den Interessenten zu einer Besichtigung vor Ort zu bewegen.

Deshalb sind die Angebotstexte mitunter höchst verlockend formuliert.

Was geschrieben steht und was gemeint war - das fällt dann ziemlich auseinander.

Einige Beispiele:

Aufstrebendes Viertel, gefragte Lage:

Während der Woche sind vermutlich mehr Bauarbeiter unterwegs als Anwohner, die Zementmischer rotieren von morgens bis abends. Die Gegend ist gerade in Mode und deshalb teuer.
Meistens wollen Verkäufer deshalb einen Preis erzielen, der erst in einigen Jahren den realen Marktverhältnissen entspricht.

Beliebtes Ausflugsziel, gute Verkehrsanbindung:

Am Wochenende wird die Gegend mit großer Wahrscheinlichkeit von Ausflüglern überrannt, jedenfalls im Sommer. Die Straßen sind dann zugeparkt, die Mülleimer quellen über.
Wer nicht mit dem Auto kommt, bevölkert lautstark die Bus- und Bahnhaltestellen.

Ruhiger Balkon zum Innenhof, großer Gemeinschaftsgarten:

Das Freizeitvergnügen auf dem Balkon oder im Gemeinschaftsgarten bietet so viel Privatleben wie der Besuch im Container von “Big Brother”. Alle gucken zu.
Der Garten wird stark beansprucht, der Interessant sollte mit hohen Kosten für die Gartenpflege rechnen.

Gute Einkaufsmöglichkeiten direkt vor der Tür, Restaurants und Bars in der Nähe, zentrale Lage:

Morgens gegen sechs dürfte die Nacht für den Anwohner vorbei sein, weil die Geschäfte in der Straße beliefert werden und der Müll abgeholt wird, abends knallen dann die Autotüren der Restaurantgäste, und die Grillpfanne des Griechen duftet um die Ecke.
Nachts warten unter Umständen johlende Kneipengänger aufs Taxi oder ziehen wankend über die Straße.

In unberührter Natur, ruhige Randlage, idyllische Umgebung:

Hier sagen sich Fuchs und Igel gute Nacht, das Objekt liegt in der Einöde. Selbst ein Kiosk ist ohne Auto unerreichbar, öffentliche Verkehrsmittel sind nicht zu erwarten.
Eine Wertsteigerung ist kaum wahrscheinlich, weil nur wenige so einsam wohnen wollen. Nur etwas für wirkliche Liebhaber.

Unverbaute oder unverbaubare Lage:

Noch ist der Blick auf den Wald unverbaut, das kann sich aber in der Zukunft ändern. Im anderen Fall (”unverbaubar”) sind zwar weitere Bauten nicht mehr möglich.
Das kann aber auch daran liegen, dass eine Autobahn am Grundstück vorbeiführt.
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Quelle: M.Lehmann









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