BRIC-Fonds - Chance für Einsteiger
Dienstag Juni 30th 2009, 7:41 am
Abgelegt unter: Fonds, Tagesthemen

Lichtblick für Fondssparer

Die Wachstumsstory der großen Schwellenländer ist intakt, die Börsen ziehen wieder deutlich an.

Ein guter Zeitpunkt um in entsprechende Fonds einzusteigen?

Seit rund drei Jahren können Anleger in sogenannte BRIC-Fonds investieren. Dabei handelt es sich um Investments in die vier großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China.

Alle vier Länder verzeichneten bis zur Wirtschaftskrise überdurchschnittliche Wachstumsraten, was sich auch für Fondsanleger auszahlte: Wertzuwächse von 200 Prozent und mehr für BRIC-Fonds waren keine Seltenheit.

Schwellenländer-Börsen ziehen deutlich an

Die schwere Rezession machte aber auch vor den Schwellenländer-Schwergewichten nicht halt. Die lokalen Aktienmärkte kamen zum Teil erheblich ins Trudeln, so verlor der russische Leitindex RTS im Zuge der Krise über drei Viertel seines Wertes. Viele BRIC-Fonds folgten den strauchelnden Aktienmärkten auf dem Fuß. Doch der Boden scheint nun gefunden.

Seit erste Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung kurz nach Jahresbeginn die Runde machten, zogen die Aktienmärkte insbesondere in Asien deutlich an. In der Folge verbuchten auch viele Aktienfonds 40 bis 50 Prozent Kurszuwachs. Nach Angaben der Ratingagentur Morningstar gewannen seit Jahresanfang zum Beispiel der AXA WF Talents BRICK (+ 56,6 Prozent), der HSBC GIF BRIC Freestyle (+ 49,4 Prozent) sowie das Goldman Sachs BRICs Portfolio (+ 46,2 Prozent) hinzu.

Neben den wirtschaftlichen Lichtblicken am Konjunkturhimmel und den nach wie vor hohen Zuwachsraten vor allem von China und Indien sorgte insbesondere der erste BRIC-Gipfel im russischen Yekatarinenburg für Optimismus bei den Investoren. Die vier großen Schwellenländer wollen künftig enger zusammenarbeiten. Thomas Meyer zu Drewer, Leiter der deutschen ETF-Fondsabteilung bei Lyxor AM in Frankfurt sieht darin eine weltweite “Machtverschiebung zugunsten der Emerging Markets”.

Anleger könnten von dieser Entwicklung profitieren, indem sie mittels BRIC-Fonds und BRIC-ETFs in die Wirtschaftszentren der Zukunft investieren.

Dabei sei es möglich, auch auf einzelne Aktienindizes in der Region zu setzen. Die aktuellen Daten unterstreichen Meyers Worte: So gewann der Lyxor ETF China Enterprise in den vergangenen drei Monaten 43 Prozent hinzu, der Lyxor ETF MSCI Brazil 52 Prozent und der Lyxor ETF MSCI India sogar 87 Prozent.

Die Kursentwicklungen zeigen, dass sich die BRIC-Länder und ihre Börsen schneller von den weltweiten Börseneinbrüchen erholen als die Aktienmärkte der Industrienationen. Zwar gewann der MSCI World Index in den letzten drei Monaten ebenfalls 25 Prozent hinzu, doch das ist nur halb so viel wie die BRIC-Märkte.

Auf lange Sicht bieten die vier Schwellenländer enormes Wachstumspotential. Spätestens ab Mitte des Jahrhunderts werden sie die etablierten Industrienationen überholt haben.

Langfristanleger sollten daher ein BRIC-Investment wohlwollend überdenken.
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Quelle: M.Geißler





Was kostet eine Fondsanlage an Gebühren?
Donnerstag Juni 18th 2009, 5:07 pm
Abgelegt unter: Fonds

Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) wird die Gebührenstruktur ihrer Publikumsfonds umstellen.

Kunden sollen künftig schon beim Kauf sehen, was ein Fonds tatsächlich kostet.

Wird AGI damit günstiger als der Wettbewerb?

Kernstück der Maßnahme ist die Einführung einer prozentualen Kostenpauschale für Verwaltungs- und Verwahrkosten wie Depot- und Prüfgebühren oder Zwischen- und Abschlussberichte.

Fondsgesellschaften entnehmen diese Kosten bislang jährlich rückwirkend dem Fondsvermögen, so dass Fondskäufer zu Sparbeginn nicht exakt wissen, was sie die Fondsanlage tatsächlich kostet. Damit die Kosten für Anleger transparenter werden, wird die Allianz künftig eine prozentuale Kostenpauschale erheben und diese vorab ausweisen.

Die Höhe der Kostenpauschale basiert auf den im jeweiligen Anlagesegment üblichen Kosten.

So werden Privatkunden künftig für Geldmarktfonds eine jährliche Pauschale von 0,1 Prozent bezahlen, für einen Standard-Rentenfonds 0,19 Prozent und für einen Standard-Aktienfonds 0,3 Prozent. Die höchsten Zusatzkosten verursachen Schwellenländer-Fonds mit 0,5 Prozent.

Neben Kostenpauschale wird eine Verwaltungsgebühr berechnet

Mit der Kostenpauschale ist es jedoch nicht getan. Wie alle Fondsgesellschaften berechnet auch die Allianz weiterhin jährlich eine Verwaltungsvergütung für das Management des Fondsvermögens. Darin enthalten sind unter anderem Transaktionskosten, Managerbezüge, Verwaltungskosten und Steuern. Im Gegensatz zu den sonstigen Verwaltungskosten wird diese Managementgebühr eindeutig pro Fonds ausgewiesen und ist damit im voraus transparent. Außerdem fallen für einzelne Fonds performanceabhängige Erfolgsgebühren an.

Die Verwaltungspauschalen sind bei allen Fonds regelmäßig der dickste Gebührenposten. Umso erfreulicher, dass die Allianz im Zuge der Gebührenreform einige Pauschalen absenken möchte. Beispielsweise sinkt die Vergütung beim mit 1,2 Milliarden Euro schweren Deutschland Flaggschiff “Concentra” von derzeit 1,75 auf 1,5 Prozent. Allerdings liegen die Kosten damit immer noch um 0,1 Prozent höher als beim vergleichbaren Fonds “Fondak P”, der seit der Übernahme von Cominvest ebenfalls von AGI gemanagt wird.

Insgesamt gesehen finden kostenbewusste Aktienfondskäufer deutlich günstigere Angebote am Markt:

So begnügt sich zum Beispiel die Fondsgesellschaft Deka bei ihrem Deutschlandfonds “Deka Deutsche Aktien” mit 1,0 Prozent Verwaltungsvergütung, Union Investment verlangt für ihren “Uni Deutschland” gar nur 0,9 Prozent.

Ein ähnliches Bild bei globalen Aktienfonds: So berechnet AGI für den Fonds “Allianz RCM Global” jährlich 1,5 Prozent Verwaltungsvergütung und für den “Allianz-dit Value Global” 1,75 Prozent. Anbieter wie Union Investment bescheiden sich dagegen beim “Uni Value Fonds Global” mit 1,2 Prozent oder die Fondsgesellschaft Franklin Templeton beim “Franklin Mutual Global Discovery” gar mit 1,0 Prozent.

Eine geringe Kostenbelastung kann sich positiv auf die Rendite des Fonds auswirken. Erreichen beispielweise zwei Fonds übers Jahr gesehen die gleiche Brutto-Wertsteigerung, so erzielt derjenige Fonds unterm Strich die bessere Nettorendite, aus dessen Fondsvermögen weniger Gebühren entnommen werden.
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Quelle: M.Geißler