FinanzBlog24

Geldanlage in der Türkei
Montag Mai 12th 2008, 7:26 am
Abgelegt unter: Fonds

Die schlechte Stimmungslage hat sich am Aktienmarkt entladen. Die türkischen Börsenindizes brachen von Januar bis März um rund 30 Prozent ein.

Für Anleger aus dem Euro-Raum kam es noch bitterer.

Durch den Wertverlust der türkischen Lira erhöhten sich ihre Verluste noch auf weit über 40 Prozent.

Als die Fondsratingagentur Lipper jüngst die größten Wertvernichter unter den deutschen Fonds im ersten Quartal 2008 herausfilterte, fanden sich unter den zehn schwächsten Produkten acht mit dem Anlageschwerpunkt Türkei.

Das bislang schlechte Börsenjahr verhagelte die Bilanz.

Die hohen zweistelligen Renditen, welche die Produkte noch Ende 2007 auswiesen, schrumpften erheblich zusammen.

Über einen Zeitraum von drei Jahren erzielten die Fonds jährlich zwischen 6 und 8,5 Prozent - da wären selbst Geldanlagen in Europa lukrativer gewesen.

Auch wenn der Markt im April ein wenig zur Ruhe gekommen ist, sind Investitionen in der Türkei Anlegern mit schwachen Nerven nicht zu empfehlen. Denn der Markt geht so schnell und heftig auf und ab wie kaum ein zweiter in der Welt.

Manfred Zourek, Manager des ESPA-Stock-Istanbul-Fonds, ist über die enormen Ausschläge nicht verwundert: “Die Türkei ist weltweit als sehr liquider Schwellenländermarkt bekannt”, sagt der Marktkenner. “Dadurch fließt immer wieder viel spekulatives Kapital in die Region und wird ebenso schnell wieder abgezogen.”

Rund 70 Prozent des Aktienkapitals an der türkischen Leitbörse kommen aus dem Ausland.

Seit sich neben der Aktienbörse noch ein veritabler Terminmarkt entwickelt hat, ist das Interesse von Spekulanten weiter gestiegen.

Und diese haben im März in kurzer Folge Hunderte Millionen Euro abgezogen, sodass Türkeifonds innerhalb weniger Wochen durchweg ein Viertel ihres Vermögens verloren.

“Das größte Problem für den türkischen Aktienmarkt ist das laufende Verbotsverfahren gegen die regierende Partei AKP”, sagt Alexander Gerz von der Ceros Vermögensverwaltung. Und die Unsicherheit über die politische Zukunft des Landes könne noch bis Ende des Jahres anhalten, warnt er.

Davon geht auch ESPA-Manager Zourek aus: “Die politische Diskussion wird in den kommenden sechs bis zwölf Monaten als Damoklesschwert über dem Markt hängen.” An der Börse sei das Thema nach den enormen Rückschlägen im Frühjahr zwar weitgehend “eingepreist”.

Zu den stärksten Märkten werde die Türkei unter diesen Voraussetzungen aber in der Zwischenzeit kaum zählen.

Wer darauf baut, dass es nun wieder aufwärtsgeht, kann sich indes über äußerst gute Einstiegskurse freuen. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) der türkischen Standardwerte liegen derzeit bei unter acht. Selbst Dax-Werte sind mit einem KGV von durchschnittlich elf höher bewertet. Und das, obwohl die türkische Wirtschaft weitaus schneller wächst.

Das macht den Markt auch mittelfristig als Beimischung für Aktienportfolios attraktiv. “Fundamental bleibt die Türkei über die kommenden Jahre oder gar Jahrzehnte interessant”, sagt Zourek.

Das Land wachse regelmäßig um zwei bis drei Prozentpunkte schneller als Europa.

Seit 2002 verbucht die Türkei ein Wirtschaftswachstum von 5,8 bis 8,9 Prozent pro Jahr. Solche Zahlen wären in Westeuropa undenkbar. “Das Wachstum steigert die Unternehmensgewinne und die Kaufkraft der Bevölkerung”, sagt Zourek.

Grund für den ungebrochenen Optimismus ist vor allem die günstige Bevölkerungsstruktur der Türkei. Der Anteil junger Menschen ist besonders hoch, und sie gelten als besonders konsumfreudig.

Anleger haben deshalb Grund zu der Annahme, dass die Zeit des starken Wirtschaftswachstums noch nicht zu Ende ist - und die Gewinne der Unternehmen weiter zulegen.
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Quelle: O.Wittrock





Öleinnahmen: Saudi-Arabien legt Staatsfonds auf
Dienstag April 29th 2008, 12:01 am
Abgelegt unter: Fonds

Saudi-Arabien mit neuer Richtung zur Investition der enormen Öleinnahmen.

Nach monatelangen Diskussionen auf höchster Ebene sei die Regierung des Königreichs derzeit “in den letzten Zügen” beim Aufbau des neuen Investmentvehikels, sagte Mansur al-Maiman, Generalsekretär des zum saudi-arabischen Finanzministerium gehörenden Public Investment Fund (PIF).

Mit der Gründung des Fonds schlägt Saudi-Arabien im Umgang mit seinen enormen Öleinnahmen eine neue Richtung ein.

Zwar spielt die größte Wirtschaftsmacht der Region heute schon eine wichtige Rolle auch als internationaler Investor.

Bislang war die Anlagestrategie des Königreichs aber betont konservativ - weswegen Saudi-Arabien anders als Nachbarstaaten bislang auch keinen eigenen Staatsfonds unterhielt.

Der neue Fonds solle sich als “Portfolio-Investor darauf konzentrieren, langfristig Kapitalerträge zu maximieren”, sagte al-Maiman. Saudi-Arabien wolle seine Finanzbeteiligungen breiter anlegen. “Diversifizierung nach Anlageklassen, Sektoren und Regionen wird ein wesentliches Ziel des neuen Fonds sein.”

Der wachsende Einfluss von Staatsfonds aus dem Nahen Osten und Asien wird in vielen westlichen Staaten mit Sorge beobachtet.

Die Bundesregierung plant ein Vetorecht für Beteiligungen ausländischer Staatsfonds an deutschen Firmen ab 25 Prozent. Auch Washington will US-Investitionen strenger kontrollieren. Weltweit verwalten Staatsfonds ein Vermögen von schätzungsweise 2500 $ - mit stark steigender Tendenz.

Der saudi-arabische Fonds soll ein eher kleines Startkapital von 20 Mrd. Saudi-Riyal (rund 5,4 Mrd. $) haben.

Die Summe könne aber noch steigen, sagte al-Maiman. Die Anlagestrategie werde ähnlich sein wie bei den Staatsfonds etwa Norwegens oder Singapurs. Zum Vergleich: Abu Dhabis Investment Authority, der größte Staatsfonds der Welt, arbeitet mit mehreren Hundert Milliarden Dollar, Katars Staatsfonds umfasst etwa 60 Mrd. $.

Die Ölpreisexplosion hat das Auslandsvermögen Saudi-Arabiens rapide anwachsen lassen. Offiziell beziffert es das Königreich auf über 330 Mrd. $.

Traditionell ist die Zentralbank für die Verwaltung des ausländischen Anlagevermögens zuständig. Schätzungsweise 85 Prozent der Devisenreserven sind in festverzinslichen Dollar-Wertpapieren angelegt - was die bislang sehr konservative Anlagepolitik der Saudis illustriert.

Diese vorsichtige Haltung erklärt nach Einschätzung von Experten auch, dass der neue Staatsfonds zunächst so klein sein soll. Als ein Grund gilt der wachsende Widerstand gegen die Fonds im Westen.

Der saudi-arabische Staatsfonds soll eine 100-prozentige Tochter des Public Investment Fund sein.

Diesen hatte das Königreich 1971 ins Leben gerufen, um Projekte innerhalb Saudi-Arabiens zu finanzieren und die Interessen der Regierung in Großkonzernen wahrzunehmen.
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Quelle: A.England









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