Vor 100 Jahren begann Namibias Karriere als Diamantenproduzent.
Und zwar beim Freischaufeln der kolonialen Eisenbahnlinie in die Hafenstadt Lüderitz.
Zacharias Lewala hieß jener Mann, der 1908 unter dem ungläubigen Spott seiner Landsleute dem deutschen Vorarbeiter August Stauch einen Glitzerstein in die Hand drückte.
Der prüfte den Fund, indem er damit das Glas seiner Uhr ritzte - für ihn Bestätigung genug, dass es ein Diamant war.
Die Nachricht verbreitete sich in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika wie ein Lauffeuer. Diamantenfieber griff um sich.
Heute machen die Diamanten 40 Prozent der Exporte aus Namibias aus.
Das Land ist auch reich an Uran, daneben werden große Mengen Kupfer, Gold, Blei, Zinn und Erdgas gefördert.
Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte die bis dahin fast nur Kosten verursachende Wüsten-Kolonie mit einer Jahresproduktion von 1,5 Millionen Karat selbst die Markt beherrschende englische Diamond Corporation in Bedrängnis gebracht.
Zunächst waren es Glücksritter, die auf dem Bauch über den Wüstenboden krochen, um die Diamanten im Gegenlicht auszumachen. Sie wurden später abgelöst von kapitalkräftigen Unternehmen, nachdem Staatssekretär Bernhard Dernburg am 22. September 1908 die Region an der Atlantikküste zum Sperrgebiet erklärte.
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Der Abbau der Diamanten wurde über eine zentrale staatliche Organisation gesteuert, um so die hohen Kosten der Kolonialverwaltung mit zu finanzieren. Südafrika, das nach dem Ersten Weltkrieg Mandatsmacht wurde, übernahm diese Ordnung.
Die von der Zivilisation weitgehend unberührte Landschaft soll nun allmählich dem modernen Tourismus geöffnet werden. Die nach einem an dieser Stelle verunglückten Fuhrunternehmer benannte Anhöhe Kolmanskuppe war Ausgangspunkt der Diamantensuche.
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Unter dem Namen Kolmanskop ist die dort entstandene Wüstensiedlung heute eine Touristenattraktion. Es ist nur eine von vielen Ortschaften, die dank der Diamanten in der Einsamkeit des Wüstenmeeres aus dem Boden schossen.
Das Monopol auf die Diamantenförderung hat heute die Namdeb Diamond Corporation - ein Joint Venture zwischen dem Edelstein- Giganten De Beers und dem Staat Namibia.
Südlich von Lüderitzbucht mit seinen Jugendstil-Prachtbauten ist mittlerweile jedoch kaum noch ein Diamant übrig - der Abbau hat sich immer mehr auf See verlagert.
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Dabei werden von der Küste aus der Meeresgrund freigelegt, der Sand abtransportiert und die Diamanten aus dem Geröll geborgen.
Genau diese Konstellation brachte fast genau 100 Jahre nach Lewalas Fund eine andere Überraschung zutage: ein Schatzschiff, das vor rund 500 Jahren in der Nähe von Oranjemund in Küstennähe versunken war.
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Quelle und Fotos: Die Presse




