FinanzBlog24

Namibias Diamanten
Donnerstag Mai 15th 2008, 2:31 pm
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft, Tagesthemen

Vor 100 Jahren begann Namibias Karriere als Diamantenproduzent.

Und zwar beim Freischaufeln der kolonialen Eisenbahnlinie in die Hafenstadt Lüderitz.

Zacharias Lewala hieß jener Mann, der 1908 unter dem ungläubigen Spott seiner Landsleute dem deutschen Vorarbeiter August Stauch einen Glitzerstein in die Hand drückte.

Der prüfte den Fund, indem er damit das Glas seiner Uhr ritzte - für ihn Bestätigung genug, dass es ein Diamant war.

Die Nachricht verbreitete sich in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika wie ein Lauffeuer. Diamantenfieber griff um sich.

Heute machen die Diamanten 40 Prozent der Exporte aus Namibias aus.

Das Land ist auch reich an Uran, daneben werden große Mengen Kupfer, Gold, Blei, Zinn und Erdgas gefördert.

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte die bis dahin fast nur Kosten verursachende Wüsten-Kolonie mit einer Jahresproduktion von 1,5 Millionen Karat selbst die Markt beherrschende englische Diamond Corporation in Bedrängnis gebracht.

Zunächst waren es Glücksritter, die auf dem Bauch über den Wüstenboden krochen, um die Diamanten im Gegenlicht auszumachen. Sie wurden später abgelöst von kapitalkräftigen Unternehmen, nachdem Staatssekretär Bernhard Dernburg am 22. September 1908 die Region an der Atlantikküste zum Sperrgebiet erklärte.

…………..

Der Abbau der Diamanten wurde über eine zentrale staatliche Organisation gesteuert, um so die hohen Kosten der Kolonialverwaltung mit zu finanzieren. Südafrika, das nach dem Ersten Weltkrieg Mandatsmacht wurde, übernahm diese Ordnung.

Die von der Zivilisation weitgehend unberührte Landschaft soll nun allmählich dem modernen Tourismus geöffnet werden. Die nach einem an dieser Stelle verunglückten Fuhrunternehmer benannte Anhöhe Kolmanskuppe war Ausgangspunkt der Diamantensuche.

………….

Unter dem Namen Kolmanskop ist die dort entstandene Wüstensiedlung heute eine Touristenattraktion. Es ist nur eine von vielen Ortschaften, die dank der Diamanten in der Einsamkeit des Wüstenmeeres aus dem Boden schossen.

Das Monopol auf die Diamantenförderung hat heute die Namdeb Diamond Corporation - ein Joint Venture zwischen dem Edelstein- Giganten De Beers und dem Staat Namibia.

Südlich von Lüderitzbucht mit seinen Jugendstil-Prachtbauten ist mittlerweile jedoch kaum noch ein Diamant übrig - der Abbau hat sich immer mehr auf See verlagert.

………….

Dabei werden von der Küste aus der Meeresgrund freigelegt, der Sand abtransportiert und die Diamanten aus dem Geröll geborgen.

Genau diese Konstellation brachte fast genau 100 Jahre nach Lewalas Fund eine andere Überraschung zutage: ein Schatzschiff, das vor rund 500 Jahren in der Nähe von Oranjemund in Küstennähe versunken war.
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Quelle und Fotos: Die Presse





Übernahmeziel Telekom Austria
Donnerstag Mai 15th 2008, 2:07 pm
Abgelegt unter: Finanzen und Wirtschaft

Die Telekom Austria, die derzeit mit Plänen zur Abspaltung ihrer Mobilkom-Sparte Schlagzeilen macht, ist in der bevorstehenden Konsolidierung der europäischen Telekommärkte ein potenzielles Übernahmeziel.

Zu diesem Schluss kommt die internationale Ratingagentur Moodys in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Neben der Telekom Austria dürften auch die belgische Belgacom, die britische BT Group, die holländische KPN, die Portugal Telecom, die Swisscom, Telecom Italia sowie die skandinavischen Unternehmen TeliaSonera und Telenor den Appetit der großen Unternehmen wecken.

Als aktive Käufer sieht Moodys die ganz großen Telekom-Gesellschaften des Kontinents: Deutsche Telekom, France Telecom, Telefónica (Spanien) und Vodafone (Großbritannien).

Die dürften sich demnächst auf Einkaufstour begeben, womit der Telekom-Branche eine ähnliche Entwicklung wie der europäischen Luftfahrt prophezeit wird.

Dort gehen Experten auch davon aus, das drei bis vier Großunternehmen entstehen, die die anderen entweder übernehmen oder in kleine Marktnischen abdrängen.

Laut Moodys werden die Branchengrößen bald zu Übernahmen gezwungen sein, weil organisches Wachstum allein angesichts des auf der Branche lastenden Ertragsdrucks nicht ausreichen werde, um die Aktionäre zu befriedigen.

Für Aktionäre kleinerer „Telcos“ ergeben sich dadurch möglicherweise interessante Perspektiven: Übernahmekämpfe ziehen normalerweise die Kurse der potenziellen Übernahmeobjekte hoch.

Fest steht für die Moodys-Experten jedenfalls, dass der europäische Telekommunikationsmarkt viel zu fragmentiert und deshalb reif für Konsolidierung sei.

Die Fragmentierung sei deshalb so groß, weil viele Staaten noch Beteiligungen an ihren Telekoms halten – und den Einfluss nicht verlieren möchten.

Das führe zu sehr protektionistischen Haltungen.

An der börsenotierten Telekom Austria ist der Staat über die ÖIAG noch mit 27,37 Prozent beteiligt.

Moodys rechnet freilich damit, dass die Staaten ihre protektionistische Haltung nach und nach aufgeben würden.

Selektive Übernahmen erwartet Moodys auch in den „Emerging Markets“, wo die ehemaligen Staatsmonopole Übernahmeziele seien.
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Quelle: Die Presse









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