FinanzBlog24

Commerzbank: Frisches Geld für neue Zockereien ?
Freitag Mai 16th 2008, 8:07 am
Abgelegt unter: Aktie, Banken

Die Commerzbank kann sich bei Bedarf Milliarden an frischem Geld für etwaige Übernahmen besorgen.

Die Aktionäre stimmten am Donnerstag auf der Hauptversammlung mit der notwendigen Drei-Viertel-Mehrheit umfangreichen Kapitalmaßnahmen zu, wie ein Sprecher des Instituts mitteilte.

Die Anteilseigner erlauben dem Management damit, bis zu weitere 320 Millionen Stückaktien neu auszugeben.

Zusammen mit früheren Ermächtigungen darf die Bank nun insgesamt maximal 640 Millionen Aktien platzieren, wie der Sprecher erläuterte.

Gemessen am aktuellen Aktienkurs entspräche dies einem Volumen von bis zu fast 15 Milliarden Euro.

Die Aktionäre wählten zugleich den aus dem Amt geschiedenen Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller mit einer Mehrheit von 95 Prozent in den Aufsichtsrat.

Der 63-Jährige wird dort Nachfolger des Gremiumsvorsitzenden Martin Kohlhaussen, der altersbedingt seinen Posten abgibt.

Nachfolger von Müller als Konzernchef ist der fast 20 Jahre jüngere Martin Blessing, der bisher im Vorstand das Mittelstandsgeschäft verantwortete.

Bei dem Aktionärstreffen waren Aktionäre für rund 46 Prozent des Grundkapitals der Commerzbank anwesend.
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Quelle: Reuters





IKB - keiner will sie kaufen
Donnerstag Mai 15th 2008, 7:51 am
Abgelegt unter: Banken

Der Verkauf der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB droht zu scheitern.

Nach Informationen zieht sich neben dem Finanzinvestor JC Flowers auch die BayernLB vorerst zurück.

In Unternehmenskreisen hieß es, dass die Landesbank bis Freitag kein sogenanntes erhärtetes Angebot abgeben wird.

JC Flowers habe sich bereits vor einiger Zeit gegen ein Gebot in dieser Phase entschieden, verlautete aus Finanzkreisen.

Eine Offerte der Privatbank Sal. Oppenheim, die fünf Prozent an der IKB hält, gilt ebenfalls als höchst unwahrscheinlich.

“Der Prozess ist mausetot”, sagten Frankfurter Investmentbanker.

Das liege vor allem daran, dass der von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ausgerufene Verkaufspreis von 800 Mio. Euro viel zu hoch gegriffen sei.

“Die letzten Angebote beliefen sich über 300 bis 500 Mio. Euro für die ganze Bank einschließlich kompletter Risikoabschirmung”, so Insider weiter.

Da aber neuerliche Abschreibungen der IKB wahrscheinlich seien, könne der Wert nur sinken - aber keineswegs 800 Mio. Euro betragen.

Daher sei gut denkbar, dass das Verkaufsverfahren unmittelbar abgebrochen wird, sofern der angepeilte Erlös nicht erzielbar ist. Dann bliebe die IKB im Besitz der KfW, was einer Verstaatlichung gleichkäme.

Der Bund als maßgeblicher Eigner der Staatsbank KfW, die ihren 43-Prozent-Anteil an der IKB per Kapitalerhöhung auf 90 Prozent aufstocken und dann veräußern will, erhofft sich Einnahmen von 700 bis 800 Mio. Euro.

Der Börsenwert der Mittelstandsbank beträgt momentan allerdings nur noch rund 380 Mio. Euro.

Der IKB-Verkauf gestaltet sich seit seinem Beginn schwierig. Bereits im Februar war die Frist für erste Angebote verlängert worden, weil neue Risiken im Wertpapierportfolio aufgetaucht waren.

Damals war auch die getrennte Veräußerung des gesunden Mittelstandsgeschäfts und der riskanten Wertpapiere ins Spiel gekommen.

Wie problematisch der Verkaufsprozess ist, zeigt auch, dass die Frist für erhärtete Angebote bis Freitag verlängert worden ist.

Zunächst war noch recht vage von Mitte Mai die Rede gewesen, bis Steinbrück den 12. Mai als Stichtag genannt hatte. Zudem brauchen die Bieter bis Freitag auch noch keine verbindlichen Offerten einzureichen.

Stattdessen erwartet die KfW “erhärtete” Angebote, womit die Staatsbank Interessenten bereits weit entgegengekommen ist.

Die KfW äußerte sich nicht zu einzelnen Bietern. Der Verkaufsprozess gehe planmäßig weiter, sagte ein KfW-Sprecher lediglich. Auch JC Flowers, Sal. Oppenheim und die BayernLB nahmen nicht offiziell Stellung.

Wie stark die weltweite Finanzkrise die IKB in Mitleidenschaft gezogen hat, belegen auch die neuesten Zahlen der Ratingagentur Fitch: Demnach haben die globalen Banken bisher Verluste, die durch die Spekulation mit Wertpapieren auf US-Ramschhypothekenmarkt entstanden sind, von rund 165 Mrd. $ offengelegt.

60 Prozent davon entfallen auf nur vier Banken: Die US-Institute Citigroup und Merrill Lynch, die Schweizer UBS - sowie die IKB.
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Quelle: E.Atzler/T.Bartz/N.Luttmer









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