FinanzBlog24

Sommerurlaub und die Sorgen der Anleger
Montag Juni 23rd 2008, 7:43 am
Abgelegt unter: Beteiligung, Aktie

In den Sommermonaten herrscht meist Flaute am Aktienmarkt.

Die Finanzmärkte stehen auf wackeligen Füßen, die Kurse können jederzeit abrutschen.

So mancher Börsianer sieht dem nahenden Sommerurlaub mit gemischten Gefühlen entgegen.

Was Anleger jetzt tun sollten:

Wertentwicklung prüfen

Der Depotcheck bietet die Möglichkeit, vorhandene Aktien und Fonds auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Befinden sich die Werte schon länger im Depot, sollte man sich fragen, ob sie die anvisierten Ziele auch wirklich erreichen.

Bei Werten, die nicht im Plan liegen oder dick im Minus stehen und kein Potential mehr aufweisen, sollte man über einen Verkauf nachdenken.

Befinden sie sich länger als ein Jahr im Depot, sind Kursgewinne steuerfrei. Kursverluste lassen sich steuerlich absetzen, sofern die Spekulationsfrist von einem Jahr noch nicht abgelaufen ist.

Verkaufskurse festsetzen

Aktien und Fonds, die man weiter halten möchte, sollten gegen rapide Kursstürze und damit gegen hohe Wertverluste abgesichert werden. Am kostengünstigsten geht dies mittels Stopp-Loss-Orders.

Dabei gibt der Anleger seiner Bank eine untere Preisgrenze an, ab der die Aktie automatisch verkauft werden soll. Thomas Bieler, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, rät solche Stopps je nach Schwankungsfreudigkeit einer Aktie „zehn bis zwanzig Prozent unter dem aktuellen Kurs“ zu setzten.

Bei Papieren, die dick im Plus stehen und denen der Investor auf lange Sicht weiteres Kurspotential zu traut, sollte der Stopp großzügig ausfallen.

Schließlich möchte man diese Aktie nicht durch eine zwischenzeitliche Schwäche verlieren. Werte, die ein Minus aufweisen, sollten eher mit engen Stopps versehen werden, damit sich die Verluste nicht ins Uferlose ausweiten.

Krumme Beträge wählen

Börsenfachmann Bieler rät ferner, solche Stopps „nicht auf runde Beträge festzusetzen“. Grund: Erreicht ein Kurs eine glatte Zahl, kann es passieren, dass eine Vielzahl von Verkaufsaufträgen gestartet werden – das treibt den Kurs schlagartig in den Keller.

Da im Parketthandel aber zu jedem Kurs verkauft wird, der unterhalb der Stopp-Loss-Marke liegt, bietet das eingegebene Limit keinen echten Schutz mehr vor großen Verlusten. Sinnvoll ist es, die Verkaufsmarke knapp über einem glatten Betrag zu setzen, zum Beispiel 20,19 Euro.

Dann wird die Aktie verkauft, bevor bei 20 Euro möglicherweise eine Flut von Verkaufsaufträgen zusammenkommt und den Kurs in die Knie zwingt. Stopp-Loss-Limits kosten in der Regel zwischen zwei und drei Euro.

Achtung: Bleiben die Verkaufsaufträge über das Monatsende hinaus stehen, wird die Gebühr meist erneut fällig.

Einstiegslimit festlegen

Kursrutsche können im Gegenzug auch Einstiegschancen bedeuten. Wer bei einer Aktie, die er schon lange beobachtet, auf eine Kaufgelegenheit wartet, der kann so genannte Abstauberlimits verwenden.

Dazu erteilt der Anleger seiner Bank einen Kaufauftrag, den er mit einem entsprechenden Limit versieht. Fällt die Aktie auf oder unter diese Marke, wird der Kaufauftrag automatisch ausgelöst.

Angenommen Aktie A steht aktuell bei 33 Euro. Die Tendenz ist fallend und der Anleger wartet nur auf eine günstige Gelegenheit. Er gibt einen Kaufauftrag bei 22 Euro – ein Drittel unter dem heutigen Kurs.

Rutscht die Aktie während der Ferien bis auf diese Marke, kauft die Bank automatisch die gewünschte Menge Aktien.

Achtung: Die gesuchte Aktie sollte nach Möglichkeit auch während der Ferien beobachtet werden. Sollten sich neue, negative Nachrichten einstellen, kann man den Kaufauftrag per Telefon oder via Internet stornieren.
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Quelle: M.Geißler





Flopt der Bahn-Börsengang?
Freitag Juni 06th 2008, 6:41 am
Abgelegt unter: Aktie

Da ging in Hartmut Mehdorn offenbar der Lokführer durch.

Die Bahn sei auf „Talfahrt in Richtung IPO“ sagte er dieser Tage in Frankfurt, nach diversen Banken-Meetings.

Vorsicht: Für Lokführer mag bergab was Feines sein.

Anleger aber fürchten nichts mehr als eine Aktie auf Talfahrt.

Ärgerlicher als der Lapsus war, dass der Bahn-Chef, per Standardausrede („Die Anwälte haben es mir verboten“), zur Zukunft der Bahn wolkig blieb und bisweilen bewusst Nebelkerzen warf.

Die Frage, wie es bei Investoren ankomme, dass zunächst über 75 und auf ewig wohl mehr als 50 Prozent der Bahn-Aktien beim Staat liegen werden, wiegelte er ab: Das sei für Investoren kein Thema.

Die „40 Banker“, mit denen er gerade gesprochen habe, interessiere nur das Volumen der Emission.

Was er zu erwähnen vergaß: Die Banker, die Mehdorn jetzt trifft, sind keine Investoren, die Aktien kaufen, sondern Investmentbanker, die alles tun, um an die Fleischtöpfe des Bahn-Börsengangs zu kommen.

Fondsmanager stören sich schon gewaltig an der Staatsnähe der Bahn.

Zuletzt zeigte die sich in der von der SPD offensichtlich gegen den Willen Mehdorns durchgesetzten Berufung des ehemaligen Transnet-Chefs Norbert Hansen in den Bahn-Vorstand.

Erschwerend kommt hinzu, dass Anleger mit den Staats-Börsengängen Telekom und Post in der Masse eher Geld verloren als gewonnen haben.

Beide haben umso stärker an Marktanteilen und Börsenwert verloren, je mehr Wettbewerb in ihrem Kerngeschäft möglich wurde.

Wie stark das Festnetzgeschäft der Telekom und der Briefverkehr bei der Post unter Druck kommen würden, war beim Börsengang nicht absehbar – oder es wurde Anlegern nicht unter die Nase gerieben.

Telekom und Post suchten ihr Heil in Zukäufen und fielen damit meist kräftig auf die Nase.

Die Post, deren US-Geschäft nur noch vom Rivalen UPS gerettet werden kann, demonstrierte das gerade in dieser Woche eindrücklich. Auch Mehdorn sucht sein Heil vor allem außerhalb des Bahngeschäfts, wo die Bahn schon heute 51 Prozent ihrer Umsätze macht.

Muss er wohl auch, denn in Deutschland gewinnen Wettbewerber auf der Schiene Marktanteile.

Erst mal nur im Güter- und Regionalverkehr, in ein paar Jahren wohlmöglich aber auch bei den profitablen Hochgeschwindigkeitszügen. Mehdorns Vision vom weltumfassenden Logistiker Bahn klingt verdammt nach Ex-Postchef Klaus Zumwinkel.

Anleger sollten nicht vergessen: Mehdorn weiß, wie man Aktien teuer verkauft.

1997 brachte er für RWE deren Tochter Heideldruck an die Börse.

Seitdem verlor die Aktie zwei Drittel an Wert, während der Dax 75 Prozent gewann.
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Quelle: H.Reimer









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