Mit Kampfpreisen weit über dem Geldmarktzins werben vor allem ausländische Banken derzeit um deutsche Kunden.
Meist ist das Marketing. Einige Banken hoffen aber auch, so besser durch die Kreditkrise zu kommen.
“Eine Marge lässt sich damit nicht erzielen”, sagt Olaf Willems von den PSD-Banken.
Avantgarde im deutschen Hochzinsgeschäft, vor allem bei Tagesgeld, sind die isländische Kaupthing Edge Bank, die 5,65 Prozent bietet, und die in Luxemburg registrierte Advanzia Bank, die sogar sechs Prozent zahlt.
Aber auch die im Markt bereits verankerte Comdirect lässt sich mit 4,75 Prozent nicht lumpen. Oft sind die Offerten an Bedingungen geknüpft. So müssen Kunden bei manchen Adressen eine Mindestsumme an Einlagen mitbringen, oder Angebote gelten nur für Neukunden.
Das ist bei der Comdirect der Fall, die ihr Tagesgeld für Bestandskunden mit lediglich 3,80 Prozent verzinst.
Da die Bank keine Filialen hat und somit sehr kostengünstig wirtschaften kann, genügen sehr kleine Margen, um profitabel zu sein. Solange Zinsen unter vier Prozent geboten werden, ist das möglich.
Im ersten Quartal 2008 war dieses Geschäft so erfolgreich, dass der Zinsüberschuss mit 41 Mio. Euro erstmals das Provisionsergebnis schlug.
“Ob wir einen hohen Marketingaufwand treiben oder hohe Zinsen zahlen, bleibt sich letztlich gleich”, sagt der deutsche Kaupthing-Chef, Michael Kramer. Also verzichtet Kaupthing auf kostspielige Werbung und bietet stattdessen höhere Zinsen.
Die Bank kommt das günstiger als eine Refinanzierung am Bankenmarkt.
Die isländische Gruppe war bis 2006 praktisch nur im Firmenkundengeschäft aktiv und hatte kaum Kundeneinlagen. Weil der isländische Markt klein ist, begann sie, im Ausland Einlagengeschäft aufzubauen und ist nunmehr in 13 Ländern vertreten. “Das deutsche Einlagengeschäft ist Teil der Konzernrefinanzierung”, sagt Kramer.
Kaupthing nimmt Gelder bis 10 Mio. Euro pro Kunde an, die bis 20.887 Euro von der isländischen Einlagensicherung gedeckt sind.
Ein anderes Modell verfolgt die Advanzia Bank in Luxemburg.
Sie sammelt unter anderem bei deutschen Kunden Tagesgeld ein, um damit ihr Kreditkartengeschäft zu fundieren. In der Bank steckt das Geld der norwegischen Investorengruppe Kistefos. Die Gruppe gibt eine gebührenfreie Mastercard in Gold aus, die eine “echte” Kreditkarte ist, das heißt für ihren Einsatz werden Sollzinsen bis zu 25,9 Prozent fällig.
Mit dem Tagesgeld wurden bisher rund 200 Mio. Euro eingesammelt. “Im Moment sind wir überfinanziert”, sagt Geschäftsführer Marc Hentgen. Bis Ende April seien rund 200.000 Kreditkarten ausgegeben worden.
Auch diese Bank verzichtet auf Werbung und stützt sich auf Vertriebspartner.
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Quelle: R.Lebert
In der Kreditkrise kam der Liquiditätsausgleich unter Banken
zeitweise fast zum Erliegen.
Gut stand da, wer auf seiner Passivseite hohe Kundeneinlagen hatte
und damit nicht gezwungen war, die Mondpreise zu zahlen,
die etwa für kurzfristiges Geld gefordert wurden.
Billige Kundengelder füllen den Banken die Kassen.
Zunehmend wollen Anleger daher mehr sehen als 1,5 Prozent Spareckzins.
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