Ausländische Staatsfonds furcht macht sich breit

Fast kein Tag vergeht ohne Schlagzeilen: Die Öffentlichkeit und Politik in den westlichen Industriestaaten fürchtet den Ausverkauf an ausländische Investoren, besonders Staatsfonds.

Die Summen sind gigantisch: Experten gehen davon aus, dass Staatsfonds derzeit 2300 Mrd. $ verwalten. Zum Vergleich: Mit diesem Geld könnten sich die Fonds den gesamten deutschen Dax kaufen, dessen Marktkapitalisierung derzeit bei knapp über 2000 Mrd. $ liegt. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands, das bei 2900 Mrd. $ liegt, ist auch schon in Reichweite.

Mögen die Dimensionen auch erstaunen: Das Wachstum ist rasant. Die Investmentbank Morgan Stanley schätzt das jährliche Wachstum auf 500 Mrd. $. Im Jahr 2015 sollte das Volumen auf 12.000 Mrd. $ anschwellen und so die globalen Währungsreserven übertreffen. Noch kommen Ölexporteure wie die Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien für rund zwei Drittel des verwalteten Vermögens auf. Doch langfristig sollte der Anteil der asiatischen Staaten wie China zunehmen, schreibt Morgan Stanley in einem Researchbericht.

Mit einem verwalteten Vermögen von 875 Mrd. $ ist der ADIA-Fonds der Vereinigten Arabischen Emirate der größte weltweit. An zweiter Stelle folgt der Government of Singapore Investment Corporation (GIC) mit 330 Mrd. $. Der norwegische Ölfonds liegt mit rund 300 Mrd. $ auf dem dritten Rang. Ebenfalls bedeutsam ist die Temasek-Holding von Singapur, die Kuwait Investment Authority, der Australian Future Fund und die Brunei Investment Authority. Die Chinesen liegen mit ihrem Vehikel auf dem fünften Rang.

Großes Wachstumspotenzial wird der Korean Investment Corporation (KIC) nachgesagt. Derzeit wird das Analagevolumen auf 20 Mrd. $ geschätzt, Experten halten aber langfristig 100 Mrd. $ für denkbar. “Nur ein Bruchteil der Währungsreserven wird aus Liquiditätsgründen gebraucht. Der Rest könnte frei investiert werden”, schreibt Experte Stephen Jen.