Al Rajhi Bank - nur Sharia-konforme Bankgeschäfte
Samstag Januar 12th 2008, 9:34 am
Abgelegt unter: Banken

Der Name Rajhi steht in Saudi-Arabien für das Geldgeschäft, das sich strikt an die Regeln des Korans hält.

Und da sich Islam-konforme Bankengeschäfte zunehmender Popularität erfreuen, verbucht die Al Rajhi Bank, das mit Abstand größte islamische Kreditinstitut der Welt, kräftige Gewinne – ganz ohne Zinsen.

Ursprünglich beschränkte sich die Al Rajhi Bank auf den Markt Saudi-Arabiens. Seit zwei Jahren ist Al Rajhi auch in Malaysia vertreten, wo Islamisches Banking ebenfalls stark gefragt ist. Von Malaysia aus will Al Rajhi weitere Märkte in Süd- oder Südostasien erschließen, ließ Firmenchef Sulaiman Al-Rajhi kürzlich durchblicken. Dort lebt knapp die Hälfte der weltweit 1,5 Milliarden Moslems.

Auch wenn Saudi-Arabien das konservativste muslimische Land ist, wurde das Bankgeschäft bis vor kurzem von konventionellen Banken dominiert. Doch die mit dem Islam konformen Geldgeschäfte erfreuen sich zunehmender Popularität. Machten im Jahr 2000 die „islamischen“ Kredite lediglich 30 Prozent aller vergebenen Kredite aus, betrug der Prozentsatz im vergangenen Jahr bereits 55 Prozent.

Die Al Rajhi Bank war bis vor einigen Jahren das einzige Institut, das in allen Sparten ausschließlich Sharia-konforme Bankgeschäfte anbot.

Danach werden im Kundengeschäft keine Zinsen verrechnet und bei Investitionen nur Firmen berücksichtigt, die mit dem Islam verträglich sind, also keinen Alkohol produzieren in etwa. Während Al Rahji beim islamischen Banking in Saudi Arabien früher kaum Konkurrenz hatte, sind nun konventionelle Banken zu Islam-konformen Geldhäusern konvertiert, so zum Beispiel die Bank Al Jazeera oder die National Commercial Bank.

Die Al Rahji Bank ist im Königreich mit ihren rund 500 Filialen und 1 600 Geldautomaten nicht zu übersehen. Sie wickelt nach eigenen Angaben mehr als ein Drittel des inländischen Bankgeschäftes ab. Und die Bank will das Netz weiter ausweiten. In den vergangenen Monaten kamen 50 neue Filialen hinzu, bis 2009 sind weitere 160 geplant.

Die meisten saudi-arabischen Banken sind auf den Binnenmarkt ausgerichtet. Das Volumen für Projektfinanzierungen dort ist riesig. In den nächsten fünf Jahren stehen Megaprojekte im Umfang von 500 Mrd. Dollar an. Allein die geplante Zugverbindung zwischen Jeddah am Roten Meer und Damman am Golf wird fünf Mrd. Dollar kosten.

Sulaiman Al-Rajhi besitzt das größte Aktienpaket der Bank und leitet das Institut trotz seines fortgeschrittenen Alters. Der 88-Jährige ist in der Wüstengegend Nejd aufgewachsen, wo eine konservative Version des Islam, der Wahabismus, dominiert. Sein Vermögen wird auf zwölf Mrd. Dollar geschätzt; sein älterer Bruder Salah soll 4,4 Mrd. Dollar schwer sein.

Die Rajhis-Brüder kamen zu Reichtum, weil sie Pilgern, deren Karawanen unterwegs nach Mekka und Medina waren, Geld wechselten. Als der Ölpreisboom in den siebziger Jahren Fremdarbeiter ins Land lockte, eröffnete sich den Rajhis eine neue Geschäftsquelle: Sie transferierten Löhne in die Ursprungsländer der Arbeiter, nach Indonesien, Pakistan oder Indien.

Die Wechselstuben wurden 1983 aufgewertet: Sie erhielten vom Staat eine islamische Banklizenz.

Damit wurde sie auch beim einflussreichen Klerus populär, den der Ölpreisboom zu Geld verholfen hatte. Je reicher die religiösen Wohlfahrtseinrichtungen wurden, desto mehr Gelder flossen der Al Rajhi Bank zu, und desto enger wurden die Beziehungen zwischen dem konservativen Institut und dem Klerus, der islamische Ziele verfolgte.

Nach dem 11. September wurde die Rajhi Bank von den USA verdächtigt, nicht nur kommerzielle Aktivitäten zu verfolgen, sondern auch Al-Kaida-nahe Terrornetzwerke zu ihren Kunden zählen. Die Al Rajhi Bank und der Rahji-Clan bestreiten jedoch, Extremisten zu finanzieren. Auch in Europa ist die Bank wiederholt wegen ihrer angeblichen Nähe zu Terroristen in die Schlagzeilen geraten.

So hieß es in einem deutschen Polizeibericht, die Eigentümer der Bank hätten im Jahr 1993 über 200 000 Dollar an einen Wohlfahrtsfonds in Bosnien überwiesen, der auch Waffen für Militante finanziert habe.

In den vergangenen Jahren ist die Bank kräftig gewachsen. Allein zwischen 2003 und 2006 wuchs der Nettogewinn nach Angaben der Bank um 53 Prozent jährlich. Die Börsenkrise setzte dem Wachstum in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres vorübergehend ein Ende. Doch bis zum Jahresende konnte die Gewinnsituation wieder verbessert werden, heißt es in Riad. Im Jahr 2006 wurde ein Gewinn von 1,9 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Bilanzsumme betrug damals 28 Milliarden Dollar.


Quelle: P.Heumann




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[...] bank geht nicht um die Strafbarkeit des Vorgehens, sondern um den > Vertrauensverlust den der Bankier erleidet, wenn er sich zu einem > solchen Vorgehen entschließt. Nur wenn er erwischt wird. > Ich glaube kaum, dass sich dann noch ein williger Kunde in der Bank einfinden > wird, der dieser seine Ersparnisse anvertraut. Da überschätzt Du die Bankkunden aber. Wer hat z.B. am Neuen Markt investiert? Wer kauft heute schon wieder Argentinienanleihen? “Bankkunden sind dumm und frech – Dumm weil sie uns ihr Geld geben und frech, weil sie es auch noch mit Zinsen wiederhaben wollen” (JP Morgan oder Rothschildt – einer von beiden) > Wenn schon Bankgeschäfte mit einer “Kanone”, so würde ich als Bankier > wohl eher die Kunden mit dieser zwingen, ein Konto mit einer > bestimmten Mindesteinlage bei meiner Bank einzurichten. Zu auffällig. Mit der Knarre fuchtelt man nicht selber rum. Da gibt es genügend Knallköppe, die das gern für ein paar Glasperlen übernehmen Conrad [...]

Pingback von banken-info 05.07.08 @ 12:02 am



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