Abruf- oder Rahmenkredite
Dienstag November 27th 2007, 8:39 am
Abgelegt unter: Kredite

Gerade in der Vorweihnachtszeit kann es vorkommen, dass der kurzfristige Geldbedarf bei einigen Verbrauchern ansteigt.

Bei Abruf- oder Rahmenkrediten handelt es sich um zwei Bezeichnungen für das gleiche Bankprodukt.

Die Kreditinstitute räumen den Kunden einen individuellen Kreditrahmen ein, der – im Gegensatz zum Dispokredit – nicht an ein Girokonto bei der Bank gebunden ist.

Überzeugend ist dabei vor allem die Flexibilität bei der Inanspruchnahme, sagt Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest:

Beim Rahmenkredit bekommt man einen bestimmten Rahmen eingeräumt, beispielsweise 10.000 Euro. Die kann man sich auf einmal auszahlen lassen, man kann aber auch erst einmal nur 5.000 Euro nehmen, später dann noch einmal 2.000 Euro rausziehen.

Auch wenn man zwischendurch schon Geld zurückgezahlt hat, kann man immer wieder diesen Rahmen ausschöpfen. Das heißt, der Kunde ist hierbei recht flexibel.

Er kann jederzeit Geld zurückzahlen, kann auch jederzeit den Kredit ablösen. Und er muss sich nicht wie beim Ratenkredit an vorgegebene und vereinbarte Modalitäten halten.

Allerdings gibt es ein paar Bedingungen. So muss bei der Hälfte der von den Warentestern untersuchten 16 Banken der Abrufkredit eine Mindesthöhe von 500 Euro haben. Teilweise kann diese Vorgabe aber auch 2.500 Euro betragen.

Hinzu kommt, dass sich der Zins für die Dauer des Kredits nicht exakt vorhersagen lässt, denn die Zinshöhe verändert sich bei entsprechender Marktentwicklung.

Zudem gibt es Voraussetzungen bei der Kreditvergabe: Die Schufa-Auskunft muss ohne Makel sein, eine Festanstellung des Kreditnehmers ist mitunter auch vorgeschrieben – nur 7 Banken gewähren den Abruf- oder Rahmenkredit auch Selbständigen mit regelmäßigem Einkommen.

In die persönliche Kostenkalkulation des Kreditnehmers sollten auf jeden Fall auch anfallende Gebühren mit eingerechnet werden:

Einige Banken verlangen eine Bearbeitungsgebühr, die liegt dann rund um die 2 Prozent. Das muss man aber konkret bei den einzelnen Instituten nachfragen. Das ist nicht einheitlich. Das Problem hierbei ist, dass bei einer erneuten Inanspruchnahme des Kredits – man hat zum Beispiel schon etwas zurückgezahlt, möchte nun aber den Rahmen erneut ausschöpfen – dann wird diese Gebühr jedes Mal auch wieder neu fällig.

Hat sich der Verbraucher für einen Abrufkredit entschieden, dann überweist die Bank die Summe auf ein Referenzkonto, meist ist es das ohnehin vorhandene Girokonto des Kreditnehmers.

In der Untersuchung der Stiftung Warentest wurde in zwei Beispielen einmal ein Kreditbedarf von 5.000 Euro auf 48 Monate und das andere Mal von 10.000 Euro auf 72 Monate Laufzeit zugrunde gelegt:

Die günstigsten Anbieter liegen unter 9 Prozent. Da haben wir immerhin 4 Banken gefunden, die diesen recht günstigen Zinssatz anbieten.

Das sind 2 überregionale Anbieter, nämlich “ING-Diba” und die “Credit Europe Bank”. Und es gibt 2 regionale Anbieter, das sind die “Sparda”- Banken “Hamburg” und “West”. Das Niveau bei den Dispositionskrediten liegt derzeit bei rund 12,5 oder auch 13 Prozent – es ist also doch erheblich günstiger, sich auf diesem Weg das Geld zu borgen.

In einigen Fällen wird sogar mit besonders günstigen Angeboten geworben – beispielsweise knapp 5 Prozent. Allerdings sind solche Lockvogel-Offerten zeitlich begrenzt – meist für wenige Monate. Danach wird es wieder deutlich teurer. Auch für die, die es im vorgeschriebenen Aktions-Zeitraum nicht schaffen, vollständig zu tilgen.

Der Verbraucher sollte also genau rechnen – nur dann könnte ein Abruf- oder Rahmenkredit eine Überlegung wert sein:

Er ist die bessere Alternative für all die Leute, die einen Kredit flexibel in Anspruch nehmen wollen. Und natürlich auch flexibel zurückzahlen wollen. Wer beispielsweise eine Sonderzahlung erwartet, durch Tantiemen oder ähnliches, der könnte dann seinen Kredit flexibel zurückführen. Das ist dann besser als beim Ratenkredit.


Quelle: DLF




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