Abmahnanwälte eigentlich mitleiderregend

Wie unbeliebt können sich Rechtsanwälte eigentlich noch machen?

Da berichtet die „Welt online“ heute, dass Anwälte jetzt massenhaft Privatleute, die auf Ebay ihre gebrauchten Konsumartikel verhökern, mit Abmahnungen überziehen.

Da heißt es, dass die Juristen nach Formfehlern suchen und die Privatleute mit Musterschreiben abmahnen – wegen Gewährleistungsregelungen, Widerrufsbelehrungen oder eines Impressums, das womöglich nicht perfekt formuliert ist.

Wie sollten sie auch, stammen sie doch nicht von Profis.

Sondern von Privatleuten, die solche Formulierungen weder verstehen noch die Bedeutung der einzelnen Sätze ermessen können. Privatleute, die mal eben ein nicht mehr geliebtes Kinderspielzeug oder ein überflüssiges Möbelstück oder ähnliches verkaufen wollen.

Nicht mehr und nicht weniger.

15 Minuten Arbeit brächten solchen Anwälten 300 bis 700 Euro Honorar, heißt es weiter. Die Abgemahnten sollen einige Hundert Euro Rechtsanwaltskosten für diese Abmahnung zahlen, je nach Absender 800 oder 411 Euro. – und wer’s ignoriert, riskiert noch viel mehr:

Zu 4500 Euro verdonnerte der Kadi die Eltern eines Schülers in genau so einem Fall. Zur Strafe auch, weil sie die Abmahnung einfach nicht ernst nehmen konnten.

Kein Wunder also, dass Anwälte sich zu einer der unbeliebtesten Gruppen entwickeln, die immer häufiger auch die Konsequenzen zu spüren bekommen werden.

Und das kann dann bitter sein.

In den Vereinigten Staaten gibt es etliche Ärzte, die gar keine Anwälte mehr behandeln. Weil sie keine Lust haben auf unerquickliche, unproduktive Auseinandersetzungen, die am Ende noch ihre Versicherungsprämie in schwindelerregende Höhen treiben.

Und nicht nur da.

Auch ein süddeutscher Unfallchirurg erzählte vor wenigen Tagen, dass er schon Anwälte als Patienten weggeschickt hat. Unbehandelt und von vornherein. Sicherheitshalber.

Von einem praktischen Arzt geht im Großraum Düsseldorf der Joke um, als ihn ein Anwalt als Patient mit seiner Berufsbezeichnung beeindrucken wollte, nur trocken sagte sagte: „Na und, ich behandele Sie trotzdem.“

Da nehmen sich Vermieter, die Anwälten keine Bleibe bieten wollen, direkt harmlos aus.

Denn in Köln gab es schon vor Jahren Vermieter, die an Anwälte und Jura-Studenten grundsätzlich keine Wohnung vermieteten.

Eigentlich mitleiderregend, wenn solchen Abmahn-Anwälten so gar nichts Positives und Produktives einfällt, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.